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Grüner Kardamom
VorsichtGreen cardamom · (Elettaria cardamomum)
Ingwergewächse (Zingiberaceae)
Beschreibung
Grüner Kardamom ist eine ausdauernde Staude aus der Familie der Ingwergewächse und stammt aus den feuchten Bergwäldern der Westghats in Südindien. Aus einem kriechenden Rhizom treiben mehrere Scheinstämme, die mannshoch und höher werden; die Blütenähren liegen dagegen dicht über dem Boden. Aus ihnen entstehen die dreikammerigen Kapseln, die das eigentliche Gewürz enthalten. Geerntet wird von Hand und kurz vor der Vollreife, weil aufgeplatzte Kapseln ihr Aroma rasch verlieren; anschließend werden sie schonend getrocknet. Heute wird Kardamom vor allem in Indien und Guatemala angebaut. Das charakteristische Aroma stammt aus dem ätherischen Öl der Samen, in dem α-Terpinylacetat und 1,8-Cineol den Ton angeben. In der indischen Küche und in der arabischen Kaffeezubereitung ist Kardamom fest verankert, ebenso in der traditionellen Medizin Südasiens, wo die Samen nach dem Essen gekaut werden. Die neuere Forschung hat vor allem Blutdruck und Entzündungswerte untersucht, bislang in kleinen Studien. Als Küchengewürz gilt Kardamom für die meisten Menschen als unbedenklich.
Die Samen werden traditionell als Gewürz und als Verdauungshilfe bei Magen-Darm-Beschwerden verwendet. In Südasien ist es üblich, nach dem Essen einige Samen zu kauen; ihnen wird zugeschrieben, Völlegefühl zu lindern und den Atem zu erfrischen.
Als Aufguss werden die frisch angedrückten Kapseln überbrüht — allein oder zusammen mit schwarzem Tee, Ingwer und Zimt, wie im indischen Masala Chai. Der Aufguss ist eine Genussanwendung; ein Nutzen über die Erfahrungsheilkunde hinaus ist nicht belegt.
Anleitung & Dosierung
Zwei bis drei Kapseln andrücken, mit 250 ml siedendem Wasser übergießen und zugedeckt fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Zugedeckt, damit das ätherische Öl nicht mit dem Dampf entweicht.
- Anwendungen/Tag
- 3×
Quellen: [1]
In randomisierten Studien wurde gemahlener grüner Kardamom in einer Menge von 3 g pro Tag über acht bis sechzehn Wochen geprüft. Eine Zusammenfassung von acht dieser Studien mit 769 Teilnehmern fand kleine, aber statistisch bedeutsame Rückgänge bei Entzündungswerten (hs-CRP, Interleukin-6, TNF-α) sowie beim Blutdruck — im Mittel −0,5 mmHg systolisch und −0,9 mmHg diastolisch. Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass alle Studien aus dem Iran stammen, sich deutlich unterscheiden und die Zahl der Untersuchungen klein ist. Die Blutdruckwerte sind rechnerisch bedeutsam, im Alltag aber sehr klein. Kardamom ersetzt keine Behandlung.
Anleitung & Dosierung
In den Studien wurden 3 g Kardamompulver täglich eingenommen, verteilt auf zwei Gaben, über acht bis sechzehn Wochen. Das ist die untersuchte Menge, keine Empfehlung.
- Trockenmenge
- 3–3 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
Als Küchengewürz gilt Kardamom für die meisten Menschen als unbedenklich. Allergische Reaktionen sind möglich. Personen mit Gallensteinen sollten größere Mengen meiden, da Kardamom die Gallenproduktion anregen und Koliken auslösen kann. Die in Studien verwendete Menge von 3 g Pulver täglich liegt deutlich über dem, was beim Würzen zusammenkommt — solche Mengen gehören nicht in den Alltag ohne ärztlichen Rat. Bei medizinischer Anwendung oder in der Schwangerschaft ärztlichen Rat einholen.
Als Gewürz in der Küche seit jeher üblich. Für die höheren Mengen aus den Studien gibt es keine Untersuchungen an Schwangeren — solche Mengen deshalb nur nach ärztlichem Rat.
Die Stillzeit-Datenbank LactMed führt keine Daten zu Gehalten in der Muttermilch oder zu Wirkungen auf gestillte Kinder. Kardamom war Bestandteil einer Kräutermischung, die in einer randomisierten Studie die Stilldauer verbesserte; das erlaubt keinen Rückschluss auf Kardamom allein.
Als Gewürz im Essen unbedenklich. Größere Mengen als Nahrungsergänzung sind bei Kindern nicht untersucht.
Wechselwirkungen
Blutdrucksenker (Antihypertensiva)
Kardamom senkte in Studien den Blutdruck geringfügig. Bei laufender Blutdruckbehandlung und größeren Mengen ist ein additiver Effekt denkbar — Blutdruck im Auge behalten.
Gerinnungshemmer und Thrombozytenhemmer
Für Kardamom wurde eine fibrinolyse-fördernde Wirkung beschrieben. Belastbare Studien zur Kombination mit Gerinnungshemmern fehlen; bei größeren Mengen ärztlich abklären.
Kontraindikationen
- Gallensteine — größere Mengen können durch die angeregte Gallenproduktion Koliken auslösen.
- Bekannte Allergie gegen Ingwergewächse (Kardamom, Ingwer, Kurkuma, Galgant).
Erntet wird: Samen/Kapseln
- Tageszeit:
- Im Ursprungsland wird über mehrere Wochen hinweg mehrfach gepflückt, sobald die untersten Kapseln einer Ähre reif werden.
- Trocknung:
- Kapseln geschlossen und ungeschält trocknen, schonend bei etwa 45–50 °C oder im Schatten. Die Samen erst kurz vor Gebrauch aus der Kapsel lösen — offen liegende Samen verlieren das ätherische Öl innerhalb weniger Wochen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Ganze Kapseln luftdicht, dunkel und kühl aufbewahren. Gemahlener Kardamom verliert sein Aroma schon nach wenigen Wochen.
- α-TerpinylacetatÄtherisches ÖlSamen
Hauptbestandteil des ätherischen Öls; trägt die fruchtig-süße Note.
- 1,8-Cineol (Eucalyptol)Ätherisches ÖlSamen
Zweiter Hauptbestandteil; sorgt für den kühlen, eukalyptusartigen Eindruck.
- LimonenÄtherisches ÖlSamen
- SabinenÄtherisches ÖlSamen
- α-Pinen und β-PinenÄtherisches ÖlSamen
- Linalool und α-TerpineolÄtherisches ÖlSamen
- α-PhellandrenÄtherisches ÖlSamen
- Flavonoide (Quercetin)Flavonoid
- [1]MonographieBotany, traditional uses, phytochemistry and biological activities of cardamom — a critical review (J. Ethnopharmacology)(abgerufen: 2026-06-23)
- [2]MonographieEffect of cardamom consumption on inflammation and blood pressure in adults: meta-analysis of RCTs (PMC10804083)(abgerufen: 2026-08-20)
- [3]MonographieCardamom — Drugs and Lactation Database (LactMed), NCBI Bookshelf NBK615240(abgerufen: 2026-08-20)
- [4]WikipediaElettaria cardamomum — Wikipedia(abgerufen: 2026-06-23)
- [5]CommonsFile:Cardamom Plant Elettaria cardamomum.jpg — Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-06-23)