Donum ∞ Dei
Foto von Gefleckter Schierling

© Köhlers Medizinalpflanzen · Public domain · Commons

Gefleckter Schierling

Giftig🐾

Conium maculatum · (Conium maculatum)

Doldenblütler (Apiaceae)

Beschreibung

Der Gefleckte Schierling ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schierlinge (Conium) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er gehört mit dem Wasserschierling und der Hundspetersilie zu den giftigsten Arten der Doldengewächse. Mit einem Schierlingsbecher wurden im Altertum Verurteilte hingerichtet, so zum Beispiel der griechische Philosoph Sokrates.

  • SalbeBlattÄußerlichTraditionell

    Historische externe Anwendung von Schierlings-Salben und -Ölauszügen bei Gicht, schmerzhaften Geschwüren, Tumoren und entzündeten Lymphknoten. Bereits in mittelalterlichen Kräuterbüchern (15.–16. Jahrhundert) sowie bei Nicholas Culpeper (1650er) für äusserliche Schwellungen empfohlen; im 18. Jahrhundert durch den Wiener Arzt Anton von Störck als „auflösendes und veränderndes" Mittel propagiert. Officinal in Pharmakopöen 1864–1934. Heute wegen Toxizität (Hautresorption von Coniin) verlassen.

    Anleitung & Dosierung

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  • UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin

    Volksmedizinische externe Anwendung als Umschlag bei Mastitis, malignen Tumoren (besonders Brust), Analfissuren und Hämorrhoiden. Im 18. und 19. Jahrhundert breit als Krebs-Mittel propagiert. Plants for a Future berichtet von „ointments and oils" zur Behandlung dieser Indikationen. Heute wegen unsicherer Wirksamkeit und systemischer Toxizität nicht mehr eingesetzt.

    Anleitung & Dosierung

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  • TinkturKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin

    Antike und mittelalterliche Verwendung als Sedativum und Schlafmittel: Dioscorides (Materia Medica, 1. Jh.) und Plinius der Ältere (Naturalis Historia) beschreiben Schierling (gr. kōneion, lat. cicuta) als äusseres Schmerzmittel und in geringen Mengen als Beruhigungsmittel. In Pharmakopöen wurde Conii herba als Sedativum geführt — dosisabhängig hochgradig toxisch.

    Anleitung & Dosierung

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Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden

Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.

  • TinkturKrautige TeileInnerlichTraditionell

    Historische pharmazeutische Verwendung von Schierlings-Extrakt (Extractum Conii) als Antispasmodikum bei Tetanus, Keuchhusten und epileptischen Krampfanfällen im 18. und 19. Jahrhundert. Coniin wirkt am nikotinergen Acetylcholinrezeptor — bei zu hoher Dosis aufsteigende Lähmung. Heute durch Benzodiazepine und moderne Antikonvulsiva ersetzt; pharmazeutische Anwendung obsolet.

    Anleitung & Dosierung

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  • TinkturKrautige TeileInnerlichVolksmedizin

    Homöopathische Verwendung von Conium maculatum (D6–C30), typischerweise als Konstitutionsmittel bei drüsigen Verhärtungen, Schwindel bei älteren Menschen, Lähmungserscheinungen und prämenstruellen Beschwerden. Reine homöopathische Verdünnungsstufen (ab C12) enthalten keine pharmakologisch wirksamen Coniin-Mengen. Verbreitet in der klassischen Homöopathie.

    Anleitung & Dosierung

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  • RohFruchtInnerlichVolksmedizin

    Historisch-juridische Verwendung des Schierlingsbechers im klassischen Athen (5./4. Jh. v. Chr.) als Hinrichtungsmittel — bekannteste Anwendung: die Hinrichtung des Sokrates 399 v. Chr., dokumentiert in Platons Dialog Phaidon. Zubereitung aus zerstossenen, unreifen Früchten und Wurzeln in Wasser oder Wein. Platon beschreibt die aufsteigende Lähmung von den Füssen nach oben bei klarem Bewusstsein. Rein historisches Kulturphänomen — keine Anwendungsempfehlung.

    Anleitung & Dosierung

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