© Evelyn Gunn · CC BY-SA 3.0 · Commons
Wirsing
Savoy cabbage · (Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda)
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Beschreibung
Der Wirsing bildet einen lockereren Kopf als der Weißkohl, und seine Blätter sind stark gekraust und blasig aufgeworfen — daran ist er auf den ersten Blick zu erkennen. Er verträgt Frost besser als die anderen Kopfkohle; späte Sorten werden bis in den Winter hinein geerntet, und Kälte macht sie milder im Geschmack. Weil seine Blätter dünner und zarter sind, gart er schneller als Weißkohl und schmeckt feiner, fast nussig. Er liefert Vitamin C, Vitamin K, Folat und Ballaststoffe sowie die Senfölglykoside, die für alle Kreuzblütler typisch sind. In der Küche wird er blanchiert und gefüllt, gedünstet als Beilage gereicht oder in Eintöpfe gegeben. Wie bei allen Kohlarten gilt: Größere rohe Mengen können blähen.
Wirsing als gegartes Küchengemüse — kurz gedämpft, blanchiert oder geschmort: Die kraus-welligen Blätter zerfallen weniger als Weißkohl und behalten beim Garen eine bissfeste Textur. Klassische Zubereitungen in der DACH-Küche umfassen Wirsing-Gemüse mit Speck und Zwiebel, Wirsing-Eintopf mit Kartoffeln, Wirsing-Rahmgemüse sowie Wirsing als Beilage zu Wild und Schmorgerichten. Ernährungsphysiologisch liefert Wirsing reichlich Vitamin C (ca. 50–60 mg/100 g frisch — etwas mehr als Weißkohl), Vitamin K1, Folat, Ballaststoffe und Carotinoide (Beta-Carotin, Lutein, Zeaxanthin — verantwortlich für die charakteristische gelblich-grüne Farbe der inneren Blätter). Wirsing gilt als bekömmlicher als Weißkohl, da die zarteren Blätter kürzere Garzeiten erfordern und weniger blähend wirken. Optimaler Vitamin-C-Erhalt durch kurzes Garen (5–8 Minuten gedämpft).
Wirsing-Rouladen / Kohlwickel (Krautwickel) — traditionelles mitteleuropäisches Gericht aus Südostdeutschland, Österreich, Polen, Tschechien, Ungarn und der Balkanregion: Große äußere Wirsingblätter werden kurz blanchiert (1–2 Min., bis biegsam), der harte Mittelstrunk flach geklopft, mit einer Füllung aus Hackfleisch, Reis oder Buchweizen, Zwiebel und Gewürzen belegt und zu Rouladen gerollt. In Tomatensoße oder Brühe ca. 45–60 Min. geschmort. Wirsing wird traditionell dem Weißkohl vorgezogen, weil die kraus-welligen Blätter biegsamer sind, beim Wickeln weniger brechen und durch die Falten die Soße besser binden. Regionale Varianten: 'sarma' (Balkan, fermentierter Sauerwirsing), 'gołąbki' (Polen), 'töltött káposzta' (Ungarn). Ernährungsphysiologisch ein vollwertiges Gericht: pflanzliche Ballaststoffe plus tierisches oder pflanzliches Eiweiß.
Wirsing als Rohkost (fein gehobelt, Wirsing-Salat): Die zarteren Innenblätter eignen sich fein geschnitten für Wintersalate mit Apfel, Walnuss, Karotte und Joghurt- oder Vinaigrette-Dressing. Im Vergleich zum Weißkohl ist Wirsing-Rohkost milder im Geschmack und weniger blähend. Roher Wirsing erhält den hohen Vitamin-C-Gehalt vollständig und enthält intaktes Myrosinase-Enzym, das beim Kauen Glucosinolate (Glucobrassicin, Sinigrin) zu bioaktiven Isothiocyanaten (u. a. Sulforaphan-Vorläufer) umsetzt. Volksmedizinisch wird roher Wirsing in der DACH-Region zur Anregung der Verdauung empfohlen — fester Bestandteil winterlicher Vitamin-C-Versorgung vor der Treibhaus-Ära.
Kohlwickel mit Wirsingblättern bei Brustdrüsenstauung und Mastitis in der Stillzeit: Frische, kühle Wirsingblätter (äußere robuste Blätter bevorzugt, gewaschen, harter Mittelstrunk flach geklopft) werden auf die geschwollene oder schmerzhafte Brust gelegt und für 20–30 Minuten oder bis zur Erwärmung belassen, 2–3× täglich zwischen den Stillzeiten. Wirsing wird traditionell dem Weißkohl vorgezogen, weil die kraus-welligen Blätter sich besser an die Brustform anpassen und nicht so schnell schlapp werden. Mehrere systematische Reviews (Cochrane 2020 — Mangesi und Zakarija-Grkovic) konnten zwar keine überlegene Wirkung gegenüber anderen Maßnahmen belegen, fanden aber ein günstiges Sicherheitsprofil und subjektive Schmerzlinderung. Wirkmechanismus unklar — Hypothesen: kühlender Effekt, Druckentlastung, entzündungshemmende Isothiocyanate und Sinapinsäure.
Wirsingblätter-Wickel bei Gelenkschmerzen, Arthrose, Rheuma und Blutergüssen: Traditionelle DACH-Volksheilkunde — frische Wirsingblätter werden vom harten Strunk befreit, mit einem Nudelholz oder einer Glasflasche flach geklopft, bis Pflanzensaft austritt, dann (kalt oder leicht angewärmt) direkt auf das schmerzende Gelenk (Knie, Knöchel, Handgelenk) oder den Bluterguss gelegt, mit Tuch oder Mullbinde fixiert und mehrere Stunden bzw. über Nacht belassen. Auch bei Krampfadern, Venenentzündungen und Unterschenkelgeschwüren volksmedizinisch verwendet. Klinische Evidenz für die Gelenkindikation ist schwächer als für Mastitis; eine randomisierte Studie (Lauche et al. 2016, Universität Duisburg-Essen) zeigte Schmerzlinderung bei Kniearthrose vergleichbar mit topischem Diclofenac-Gel. Risikoarme ergänzende Maßnahme; ersetzt keine rheumatologische Behandlung.
Frischer Wirsingsaft (ca. 100–250 ml täglich) — volksheilkundliche Anwendung bei Magenbeschwerden, Sodbrennen und ergänzend bei Magenschleimhautentzündung: Roher Wirsing wird durch Saftpresse oder Hochleistungsmixer (anschließend abgeseiht) verarbeitet, der grüne Saft frisch getrunken. Enthält — wie andere Brassica-Cultivare — Spuren von S-Methylmethionin (früher 'Vitamin U' genannt), dem in frühen Studien (Cheney, Stanford 1940er Jahre) eine schleimhautschützende Wirkung zugeschrieben wurde. Moderne Evidenz ist begrenzt; volksmedizinische Tradition besonders in Osteuropa und im Alpenraum. Keine Empfehlung als Ersatz für ärztlich verordnete Ulkustherapie (Protonenpumpenhemmer, H.-pylori-Eradikation) — nur als ergänzende Maßnahme nach ärztlicher Abklärung.
WICHTIG: Wirsing ist ein sicheres Nahrungsmittel in normalen Küchenmengen. Roher Wirsing in großen Mengen kann — wie alle Kreuzblütler — Blähungen und Flatulenz verursachen, ist aber im Vergleich zu Weißkohl meist bekömmlicher. Glucosinolate im rohen Kohl zeigen in extrem hohen Mengen eine goitrogene Wirkung (Hemmung der Schilddrüsen-Jodaufnahme) — klinisch nur relevant bei sehr einseitiger Ernährung mit großen Mengen rohem Kohl bei gleichzeitigem Jodmangel. Bei Kohlwickel-Anwendung in der Stillzeit (Mastitis): ergänzende Maßnahme, ersetzt keine ärztliche Behandlung; bei Fieber, starker Rötung, eitrigem Sekret sofort Arzt aufsuchen. Wirsingsaft ist keine Therapie für Magengeschwüre — ärztliche Diagnose und Therapie (H.-pylori-Test, Protonenpumpenhemmer) haben Vorrang.
Wirsing als Lebensmittel ist in der Schwangerschaft sicher und empfehlenswert — wertvolle Folat-, Vitamin-C- und Ballaststoff-Quelle (Folat unterstützt die Prävention von Neuralrohrdefekten). Sehr große Mengen an rohem Wirsing-Saft (Saft-Kuren) sollten in der Schwangerschaft gemieden werden, da zur Sicherheit hoher Glucosinolat-Dosen in der Schwangerschaft keine ausreichenden Daten vorliegen.
Wirsing als Nahrungsmittel ist in der Stillzeit sicher. Kohlwickel mit Wirsingblättern zur Linderung von Milchstau und Mastitis sind eine traditionell weit verbreitete und gut tolerierte Maßnahme; Wirsing wird in vielen DACH-Geburtshilfe-Empfehlungen sogar bevorzugt vor Weißkohl genannt (bessere Blattform). Manche stillende Frauen berichten, dass eine sehr kohl-reiche Ernährung beim Säugling Blähungen verursachen kann — anekdotisch, nicht konsistent belegt.
Als gegartes Gemüse ab dem Beikostalter (ca. 7–8 Monate) in kleinen, gut weich gekochten Mengen geeignet — Wirsing ist wegen der zarteren Blätter für Kinderernährung besser geeignet als Weißkohl. Rohkost erst ab ca. 2 Jahren empfohlen (Blähungspotenzial). Keine besonderen Risiken für ältere Kinder.
Wechselwirkungen
Vitamin-K-Antagonisten (Warfarin, Phenprocoumon, Acenocoumarol)
Wirsing enthält nennenswerte Mengen Vitamin K1 (Phylloquinon, ca. 60–90 µg/100 g). Vitamin K antagonisiert direkt die Wirkung von Cumarinen. Bei Patienten unter oraler Antikoagulation (INR-gesteuert) kann eine plötzliche, deutliche Erhöhung des Wirsing- bzw. Kreuzblütler-Konsums den INR-Wert absenken (Thromboserisiko). Konsistente Ernährung — keine drastischen Änderungen des Kohlkonsums — empfohlen; bei Änderungen INR engmaschig kontrollieren.
Schilddrüsenhormone (Levothyroxin, Liothyronin)
Sehr hohe Mengen an rohem Wirsing (Kur mit großen Mengen Wirsingsaft) können die Jodaufnahme in die Schilddrüse hemmen (goitrogene Glucosinolate). Theoretisch kann dies den Schilddrüsenhormonspiegel bei gleichzeitiger Levothyroxin-Einnahme und bestehendem Jodmangel beeinflussen. Klinisch nur bei extremem Konsum und Jodmangel relevant; normaler Küchenkonsum ist unproblematisch — Kochen reduziert die Glucosinolat-Aktivität zusätzlich.
Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Kreuzblütler (Brassicaceae) — selten, aber beschrieben.
- Schwere entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) im akuten Schub — faserreicher und potenziell blähender Wirsing kann Beschwerden verstärken; mit behandelndem Arzt abklären.
- Kohlwickel bei infektiöser Mastitis mit Fieber, starker Rötung, eitrigem Ausfluss — hier ist ärztliche Behandlung (ggf. Antibiotika) erforderlich; Kohlwickel allein unzureichend.
- Manifeste Schilddrüsenunterfunktion mit gleichzeitigem Jodmangel — sehr hohe Mengen rohem Kohl/Wirsing sollten gemieden werden (goitrogene Wirkung der Glucosinolate). Normaler Küchenkonsum unproblematisch.
- Bei Heimtieren (Hund, Katze): Wirsing in größeren rohen Mengen kann zu Blähungen und Verdauungsbeschwerden führen; bei sehr hohen Dosen wurden bei Hunden in Einzelfällen hämolytische Effekte beschrieben. Kleine Mengen gegart sind unbedenklich; rohe Verfütterung in größeren Mengen ist nicht empfohlen.
Erntet wird: reife Köpfe
- Tageszeit:
- Ernte der Wirsingköpfe vorzugsweise morgens oder bei kühler Witterung. Köpfe sind reif, wenn sie sich bei leichtem Druck fest anfühlen und der Kopfdurchmesser sortenabhängig 15–30 cm erreicht hat. Wirsing ist besonders frosthart bis ca. −10 °C (frosthärter als Weißkohl) und kann bei mildem Herbst bis Dezember im Feld belassen werden — leichter Frost intensiviert den Geschmack durch Umwandlung von Stärke in Zucker. Ernte mit scharfem Messer, Strunk dicht über dem Boden abschneiden, 2–3 Außenblätter als Schutz belassen.
- Trocknung:
- Keine Trocknung erforderlich. Geerntete Köpfe für die Einlagerung: äußere beschädigte Blätter entfernen, aber 2–3 Schutzblätter belassen. Kühl (0–4 °C) und feucht (90–95 % relative Luftfeuchte) lagern — Kühlhaus, Keller oder Erdmiete. Wirsing ist nicht so lange lagerfähig wie Weißkohl (typisch 1–3 Monate); frühere Verarbeitung empfohlen. Alternativ kann Wirsing blanchiert und eingefroren werden (Haltbarkeit 8–10 Monate bei −18 °C).
- Lagerung:
- 3 Monate — Kühler (0–4 °C), feuchter Keller oder Kühlhaus. Bei sehr mildem Klima Überwinterung im Feld möglich (Wirsing ist frosthärter als andere Kopfkohle). Angeschnittene Köpfe im Kühlschrank 3–5 Tage haltbar. Blanchiert und tiefgefroren: 8–10 Monate.
- Tageszeit:
- Frühwirsing (Früh- und Mittelfrühsorten): Aussaat im Gewächshaus Januar–Februar, Pflanzung April–Mai, Ernte Juni–August. Frühjahrs-Wirsingköpfe sind kleiner und zarter als Herbstwirsing, weniger lagerfähig. Direkt nach Ernte verarbeiten oder kühlen. Frühwirsing eignet sich besonders für Rohkost und kurze Garzeiten, da die Blätter zart und mild sind.
- Trocknung:
- Keine Trocknung. Frühwirsing-Köpfe sind zarter und deutlich empfindlicher als Herbstwirsing; Lagerung im Kühlschrank maximal 1–2 Wochen. Für Rohkost, Wirsing-Salat und kurze Kochzeiten besonders geeignet — Textur und Geschmack sind feiner.
- Lagerung:
- 1 Monate — Kühlschrank, 0–4 °C, 1–2 Wochen. Nicht lagerfähig wie Herbstwirsing.
- Glucosinolate (Glucobrassicin, Sinigrin, Glucoraphanin)GlykosidAnteil: 0,2–0,8 %Blatt
Schwefelhaltige Thioglycoside, charakteristisches Leitstoff-Muster der Kreuzblütler. Wirsing enthält ähnliche Glucosinolat-Profile wie Weißkohl, mit Glucobrassicin als dominantem Indol-Glucosinolat, Sinigrin (aliphatisch) und Spuren von Glucoraphanin (Sulforaphan-Vorläufer). Beim Kauen oder Zerschneiden wird das Enzym Myrosinase freigesetzt und hydrolysiert die Glucosinolate zu Isothiocyanaten, Indolen (Indol-3-Carbinol aus Glucobrassicin) und Nitrilen. Diese Abbauprodukte zeigen in Zell- und Tierstudien chemoprotektive, antientzündliche und antimikrobielle Eigenschaften. Epidemiologische Studien (EPIC, Nurses' Health Study) assoziieren regelmäßigen Brassica-Konsum mit reduziertem Risiko für kolorektales Karzinom, Lungen- und Prostatakrebs.
- Vitamin C (Ascorbinsäure)VitaminAnteil: 50–70 mg/100 g frischBlatt
Wirsing zählt zu den vitaminreichsten Kohlsorten — der Vitamin-C-Gehalt liegt mit ca. 50–70 mg/100 g höher als bei Weißkohl (36–54 mg/100 g) und macht Wirsing zu einer wichtigen Wintergemüse-Vitamin-C-Quelle. Wasserlöslich, hitze- und oxidationsempfindlich; durch länger als 10 Min. Kochen werden 30–60 % zerstört. Kurzes Dämpfen oder Blanchieren erhält deutlich mehr Vitamin C. Cofaktor für Kollagensynthese, antioxidativ, immunsupportiv, fördert die Eisenresorption aus pflanzlichen Quellen.
- Vitamin K1 (Phylloquinon)VitaminAnteil: ca. 60–90 µg/100 gBlatt
Fettlösliches Vitamin, essenziell für die Blutgerinnung (Gerinnungsfaktoren II, VII, IX, X) und die Knochenmineralisation (Osteocalcin). Wirsing enthält relevante Mengen Vitamin K1 — etwas weniger als Grünkohl, mehr als Weißkohl. Bei Patienten unter Vitamin-K-Antagonisten (Warfarin, Phenprocoumon, Acenocoumarol) kann eine plötzliche Änderung des Wirsing-Konsums den INR-Wert verschieben; konsistente Zufuhr empfohlen — keine drastische Änderung ohne INR-Kontrolle.
- Carotinoide (Beta-Carotin, Lutein, Zeaxanthin)SonstigeAnteil: Beta-Carotin ca. 0,6 mg/100 g; Lutein+Zeaxanthin ca. 1,5–2,5 mg/100 gBlatt
Carotinoide sind die fettlöslichen gelben bis orangenen Farbstoffe, die in den grün-gelben Innenblättern des Wirsings deutlich konzentriert sind und ihm seine charakteristische Farbe verleihen. Beta-Carotin ist Provitamin A (Vorläufer von Retinol — wichtig für Sehen, Hautgesundheit, Immunfunktion). Lutein und Zeaxanthin sind nicht-Provitamin-A-Carotinoide, die sich in der Makula des Auges anreichern und mit reduziertem Risiko für altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und Katarakt assoziiert werden (AREDS2-Studie). Wirsing ist eine wichtige Quelle für diese Augen-protektiven Carotinoide — insbesondere die äußeren, grünen Blätter.
- Folat (Folsäure-Äquivalente)VitaminAnteil: ca. 80–90 µg/100 gBlatt
Wasserlösliches B-Vitamin (B9), essenziell für DNA-Synthese, Zellteilung und Homocystein-Stoffwechsel. Wirsing enthält deutlich mehr Folat als Weißkohl (43–57 µg/100 g) — etwa 80–90 µg/100 g — und ist eine bedeutende pflanzliche Folatquelle im Winter. Besonders wichtig in der Schwangerschaft zur Prävention von Neuralrohrdefekten. Folat wird durch langes Kochen erheblich abgebaut — kurze Garzeiten und Dämpfen bevorzugen.
- Ballaststoffe (Zellulose, Pektin, Hemicellulose)PolysaccharidAnteil: ca. 3,0–3,5 g/100 gBlatt
Wirsing enthält mehr Ballaststoffe als Weißkohl (2,0–2,5 g/100 g) — ca. 3,0–3,5 g/100 g, überwiegend unlösliche Zellulose der Blattadern, daneben lösliches Pektin. Fördert die Darmperistaltik und dient als Präbiotikum für Darmbakterien (Bildung kurzkettiger Fettsäuren, insbesondere Butyrat). Hoher Zellulosegehalt erklärt das längere Sättigungsgefühl und unterstützt eine gesunde Stuhlkonsistenz. Die kraus-welligen Blätter enthalten mehr Strukturmaterial als glatte Kohlsorten.
- CalciumMineralstoffAnteil: ca. 35–50 mg/100 gBlatt
Mineralstoff, essenziell für Knochen- und Zahnaufbau, neuromuskuläre Funktion und Blutgerinnung. Wirsing enthält nennenswerte Mengen Calcium für ein Blattgemüse; die Bioverfügbarkeit ist gut, da Wirsing — anders als Spinat oder Mangold — kaum Oxalsäure enthält, die Calcium binden würde. Damit ist Wirsing eine sinnvolle pflanzliche Calcium-Quelle, insbesondere für Personen mit reduziertem Milchprodukt-Konsum.
- Sinapinsäure und PhenolcarbonsäurenPhenolsäureAnteil: Spuren (ca. 10–50 mg/100 g)Blatt
Phenolische Verbindungen mit antioxidativer Aktivität. Sinapinsäure ist eine Hydroxyzimtsäure, die in Kreuzblütlern weit verbreitet ist; sie wird mit den entzündungshemmenden Effekten der Kohlwickel-Anwendungen (Mastitis, Gelenke) in Verbindung gebracht. Tragen zur antioxidativen Gesamtkapazität des Wirsings bei und werden im Darm teilweise zu wirksameren Metaboliten umgesetzt. Hitze- und lichtempfindlich.
- [3]MonographieUSDA FoodData Central — Cabbage, savoy, raw (FDC ID 170400)(abgerufen: 2026-05-27)
- [4]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Brassica oleracea (cabbage group)(abgerufen: 2026-05-27)
- [5]MonographieMangesi L, Zakarija-Grkovic I. Treatments for breast engorgement during lactation. Cochrane Database of Systematic Reviews 2020, Issue 9. Art. No.: CD006946.(abgerufen: 2026-05-27)
- [6]MonographieLauche R et al. Efficacy of cabbage leaf wraps in the treatment of symptomatic osteoarthritis of the knee — a randomized controlled trial. Clin J Pain. 2016;32(11):961-971.(abgerufen: 2026-05-27)
- [7]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Brassica oleracea L.: schwach giftig (+) (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [1]WikipediaWirsing (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-27)
- [2]WikipediaSavoy cabbage (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-27)
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Quelle: Helga und Margarete Langerhorst, Mein gesunder Naturgarten (eigene Kuration)