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Steinpilz
Porcini · (Boletus edulis)
Dickröhrlingsverwandte (Boletaceae)
Beschreibung
Der Steinpilz gilt als einer der begehrtesten Speisepilze Europas. Sein fester, kräftig-nussiger Fruchtkörper trägt einen braunen, im Alter semmelfarbenen Hut und einen bauchigen Stiel mit feinem hellem Netz auf hellem Grund — dieses Netz ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Statt Lamellen sitzt unter dem Hut eine Röhrenschicht, die jung weiß ist und mit dem Alter gelb bis olivgrün wird; auf Druck verfärbt sie sich nicht blau. Der Steinpilz lebt in Lebensgemeinschaft mit Bäumen — Fichte, Kiefer, Buche und Eiche —, weshalb er sich nicht züchten lässt und jede Ware aus dem Handel gesammelt ist. Gesucht wird er von Sommer bis Spätherbst, frisch wie getrocknet geschätzt. Er liefert Eiweiß, Beta-Glucane, das Antioxidans Ergothionein und Ergosterol, eine Vorstufe von Vitamin D. Vor dem Verzehr sollte er stets durchgegart werden. Beim Sammeln besteht Verwechslungsgefahr mit dem ungiftigen, aber bitteren Gallenröhrling, der ein ganzes Gericht ungenießbar macht.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Verwechslungsgefahr beim Sammeln mit dem bitteren Gallenröhrling (Tylopilus felleus: rosa Poren im Alter, dunkles Stielnetz, bitterer Geschmack).
Junge, feste Fruchtkörper werden gebraten, gedünstet oder geschmort und sind eine eiweißreiche Zutat für Risotto, Pasta und Suppen. Vor dem Verzehr stets durchgaren. Nicht waschen, sondern mit Pinsel und Messer putzen — der Pilz saugt sich sonst voll und lässt sich nicht mehr braten.
Getrocknete und gemahlene Steinpilze ergeben ein intensiv-aromatisches Würzpulver für Saucen, Brühen und Eintöpfe; das Aroma verstärkt sich beim Trocknen. Das Einweichwasser nicht wegschütten — darin steckt ein großer Teil des Geschmacks; nur den Bodensatz zurücklassen.
Pilze enthalten Ergosterol, das unter UV-Licht in Vitamin D2 übergeht. Getrocknete Pilze, die in der Sonne gelegen haben, enthalten dadurch mehr davon als frische aus dem dunklen Wald. Wie viel davon beim Menschen ankommt, ist nicht abschließend geklärt — als alleinige Vitamin-D-Quelle taugt der Pilz nicht.
Quellen: [1]
Guter Speisepilz; vor dem Verzehr durchgaren. Verwechslungsgefahr beim Sammeln mit dem bitteren Gallenröhrling (Tylopilus felleus: rosa Poren im Alter, dunkles Stielnetz, bitterer Geschmack). Rohe oder überalterte Exemplare können Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Pilze können Schwermetalle und radioaktives Cäsium aus dem Boden anreichern. Das Bundesamt für Strahlenschutz misst in einzelnen Gebieten Süddeutschlands — Bayerischer Wald, Donaumoos, Mittenwald, Berchtesgaden — bei manchen Arten noch immer Werte über dem Handelsgrenzwert von 600 Becquerel Cäsium-137 je Kilogramm; für selbst gesammelte Pilze gilt dieser Grenzwert nicht. Der Steinpilz gehört nicht zu den am stärksten belasteten Arten, ist aber nicht frei davon. Maßvoller Verzehr gilt laut BfS als unbedenklich.
Als durchgegarter Speisepilz unbedenklich. Roh nicht essen — das gilt in der Schwangerschaft besonders.
Als Speisepilz unbedenklich.
Pilzgerichte sind für kleine Kinder schwer verdaulich; kleine Mengen und gut durchgegart. Sammeln nur unter Aufsicht — die Unterscheidung von Doppelgängern ist nichts für Kinder.
Kontraindikationen
- Roher Verzehr — auch essbare Röhrlinge können roh Magen-Darm-Beschwerden auslösen.
- Sammeln an Straßenrändern, Industrieflächen und in bekannten Cäsium-Gebieten.
Erntet wird: Fruchtkörper
- Tageszeit:
- Am frühen Morgen, ein bis zwei Wochen nach einem ausgiebigen Regen bei noch warmem Boden. Den Pilz herausdrehen oder am Grund abschneiden und das Loch zudecken. Nur junge, feste Exemplare mitnehmen — alte sind oft madig, und der Hut zerfällt beim Braten.
- Trocknung:
- In gleichmäßig dünne Scheiben schneiden und bei 40–50 °C trocknen, bis sie brechen statt sich zu biegen. Nicht waschen. Höhere Temperatur macht sie zäh und nimmt das Aroma.
- Lagerung:
- 12 Monate — Getrocknet luftdicht und dunkel; ein Glas mit Schraubdeckel hält Feuchtigkeit und Motten fern. Frische Pilze gehören in einen Korb oder eine Papiertüte, nie in Plastik — darin verderben sie innerhalb eines Tages.
- ErgothioneinSonstige
Schwefelhaltige Aminosäure mit antioxidativer Wirkung, in Boletus-Arten besonders reichlich vorhanden.
- Beta-GlucanePolysaccharid
Zellwand-Polysaccharide, die zur Ballaststoffwirkung beitragen und immunmodulierend untersucht werden.
- Eiweiß / AminosäurenSonstige
Hochwertiges Eiweiß mit einem der höchsten Aminosäuregehalte unter den Wildpilzen (rund 7 g pro 100 g frisch).
- Ergosterol (Provitamin D2)Sonstige
Pilzsterol (Provitamin D2), das unter UV-Licht in Vitamin D2 umgewandelt werden kann.
- ChitinSonstige
Baustoff der Zellwände; für den Menschen unverdaulich und der Grund, warum Pilze gut gekaut und durchgegart werden sollten.
- Mineralstoffe (Kalium, Selen, Phosphor)Mineralstoff
- [4]MonographieBundesamt für Strahlenschutz — Radioaktives Cäsium in Wildpilzen: maßvoller Verzehr unbedenklich (Pressemitteilung)(abgerufen: 2026-08-20)
- [1]WikipediaBoletus edulis – Wikipedia(abgerufen: 2026-06-24)
- [2]WikipediaGemeiner Steinpilz – Wikipedia(abgerufen: 2026-06-24)
- [3]WikidataBoletus edulis (Q165356) – Wikidata(abgerufen: 2026-06-24)