© Walther Otto Müller (in: O. W. Thomé, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1885) · Public domain · Commons
Giersch
Ground elder · (Aegopodium podagraria)
Doldenblütler (Apiaceae)
Beschreibung
Giersch (Aegopodium podagraria) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die über kriechende, weiße Rhizome dichte Bestände bildet und 30 bis 100 cm hoch wird. Charakteristisch ist der dreikantige, im Querschnitt dreieckige Blattstiel sowie die doppelt-dreizählig gefiederten Blätter; die kleinen weißen Blüten stehen von Juni bis Juli in zusammengesetzten Dolden. Genutzt werden vor allem die jungen Blätter, die nach Petersilie und Möhre riechen und schmecken. Traditionell dienten Blätter, Stängel und Wurzeln gegen Gicht und Rheuma, worauf der Artname 'podagraria' (von Podagra, Fußgicht) verweist. Als Wildgemüse ist Giersch reich an Vitamin C, Mineralstoffen und Polyacetylenen.
- RohBlattInnerlichTraditionell
Die jungen Blätter sind ein klassisches Frühjahrs-Wildgemüse mit hohem Vitamin-C-Gehalt (rund 200 mg/100 g) und einem würzigen Geschmack nach Petersilie und Möhre.
Anleitung & Dosierung
Junge, noch glänzende Blätter vor der Blüte (März bis Mai) roh in Salat, Kräuterquark oder Pesto verwenden; vor der Ernte sicher von giftigen Doldenblütlern abgrenzen.
- RohBlattInnerlichTraditionell
Gekocht lässt sich Giersch seit der Antike als Spinatersatz verwenden; vor der Blüte geerntete Blätter sind am mildesten.
Anleitung & Dosierung
Ältere Blätter wie Spinat kurz dünsten oder als Suppe und Gemüsegericht zubereiten; nach der Blüte werden Blätter strenger im Geschmack und leicht abführend.
- TeeKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
Volkstümlich wird ein Aufguss des Krauts gegen Gicht und rheumatische Beschwerden getrunken; der Artname verweist auf diese traditionelle Anwendung.
Anleitung & Dosierung
1 bis 2 g getrocknetes Kraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen; bis zu dreimal täglich.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
- TeeKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
Dem Kraut wird in der Volksheilkunde eine leicht harntreibende Wirkung bei Blasen- und Nierenbeschwerden zugeschrieben.
Anleitung & Dosierung
Aufguss aus 1 bis 2 g Kraut auf 250 ml Wasser, 10 Minuten ziehen lassen; bis zu dreimal täglich, dabei auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
- UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin
Äußerlich wurden zerstoßene Blätter als Umschlag bei Gelenkschmerzen, Insektenstichen und kleinen Verletzungen verwendet.
Anleitung & Dosierung
Frische Blätter zerquetschen oder als warmen Brei (Umschlag) auf schmerzende Gelenke, Stiche oder kleine Wunden auflegen.
- RohBlüteInnerlichVolksmedizin
Auch die Blüten sind essbar und eignen sich als dekorative, leicht würzige Garnitur.
Anleitung & Dosierung
Die jungen weißen Doldenblüten (Juni bis August) roh als essbare Dekoration über Salate und Gerichte streuen.
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