© Cliff (Flickr) · CC BY 2.0 · Commons
Ashwagandha (Schlafbeere)
VorsichtAshwagandha · (Withania somnifera)
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Beschreibung
Withania somnifera ist ein niedrig wachsender, immergrüner Strauch, der in Indien, Teilen Afrikas und im Nahen Osten heimisch ist. Verwendet wird vor allem die Wurzel, die seit Jahrhunderten in der ayurvedischen Medizin genutzt wird. Als wirksamkeitsbestimmend gelten Inhaltsstoffe aus der Gruppe der Withanolide. In der modernen Anwendung werden standardisierte Wurzelextrakte vor allem bei Stress und Schlafstörungen beworben. Die Studienlage ist gemischt: für Stress und Schlaf gibt es Hinweise, für andere Anwendungen ist die Evidenz unklar.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Es gibt Fallberichte über teils schwere Leberschäden (cholestatischer Typ, Beginn meist 2–12 Wochen nach Einnahme; meist reversibel, einzelne tödliche Verläufe beschrieben).
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
In der Schwangerschaft zu meiden. In höheren Mengen wird ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko beschrieben; in der ayurvedischen Überlieferung galt die Wurzel als abtreibend.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Beruhigungs- und Schlafmittel, Antiepileptika (Benzodiazepine, Barbiturate)
Standardisierte Wurzelextrakte werden bei stressbedingten Beschwerden eingesetzt; Meta-Analysen zeigen einen messbaren Effekt auf wahrgenommenen Stress. Die Aussagekraft ist durch kleine Stichproben und kurze Laufzeiten begrenzt.
Eine Meta-Analyse randomisierter Studien fand einen kleinen, aber signifikanten Effekt auf den Schlaf, stärker bei diagnostizierter Insomnie und Anwendung über mindestens 8 Wochen.
Traditionell wird die Wurzel in der ayurvedischen Medizin seit Jahrhunderten als kräftigendes Mittel verwendet. Diese Anwendung beruht auf Erfahrungswissen, nicht auf belastbaren klinischen Belegen.
Kein Heilmittel. Bei hormonabhängigem Prostatakrebs zu meiden, weil Ashwagandha den Testosteronspiegel anheben kann. Häufigste Nebenwirkungen sind vorübergehende Schläfrigkeit, Magendrücken und weicher Stuhl. Es gibt Fallberichte über teils schwere Leberschäden (cholestatischer Typ, Beginn meist 2–12 Wochen nach Einnahme; meist reversibel, einzelne tödliche Verläufe beschrieben). Während Schwangerschaft und Stillzeit meiden. Nicht empfohlen bei Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen. Mögliche Wechselwirkungen mit Sedativa, Immunsuppressiva, Schilddrüsenhormonen sowie Blutdruck-, Diabetes- und Antiepileptika-Medikamenten. Vor Anwendung ärztlich abklären.
In der Schwangerschaft zu meiden. In höheren Mengen wird ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko beschrieben; in der ayurvedischen Überlieferung galt die Wurzel als abtreibend.
Es gibt keine Daten zu Übergang in die Muttermilch oder zu Wirkungen auf gestillte Kinder.
Bei Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend untersucht.
Wechselwirkungen
Beruhigungs- und Schlafmittel, Antiepileptika (Benzodiazepine, Barbiturate)
Ashwagandha wirkt in vorklinischen Untersuchungen beruhigend und greift am GABA-System an. Zusammen mit solchen Medikamenten sind sich verstärkende Effekte zu erwarten; wer sie einnimmt, sollte Ashwagandha meiden.
Schilddrüsenhormone
Nach Einnahme von Ashwagandha-Präparaten sind Fälle einer Schilddrüsenüberfunktion beschrieben; die Beschwerden bildeten sich nach dem Absetzen zurück. Bei Schilddrüsenerkrankung oder laufender Hormonbehandlung ärztlich abklären.
Immunsuppressiva
Ashwagandha wird eine immunstimulierende Wirkung zugeschrieben und kann damit einer gewollten Unterdrückung des Immunsystems entgegenwirken.
Arzneimittel mit Abbau über Cytochrom P450 (CYP3A4, CYP2B6)
Im Laborversuch wirkte Ashwagandha als mäßiger Induktor von CYP3A4 und hemmte CYP2B6. Der Spiegel entsprechender Medikamente könnte sich dadurch verändern; die klinische Bedeutung ist nicht geklärt.
Erntet wird: Wurzel
- Tageszeit:
- Die Wurzel wird im Herbst ausgegraben, wenn das Kraut abstirbt und die Beeren rot sind — in den Anbaugebieten etwa 150 bis 180 Tage nach der Aussaat. Zu diesem Zeitpunkt ist der Withanolid-Gehalt am höchsten. Die Pflanze wird dazu vollständig entnommen; sie ist einjährig kultiviert.
- Trocknung:
- Wurzeln waschen, die feinen Seitenwurzeln entfernen und in Stücke von zwei bis drei Zentimetern schneiden. Im Schatten trocknen, nicht in der Sonne — die Withanolide sind lichtempfindlich.
- Lagerung:
- 24 Monate — Trocken, dunkel und luftdicht. Erst kurz vor Gebrauch pulverisieren.
- WithanolideSonstige
- Withaferin ASonstige
- AlkaloideAlkaloid
- [1]MonographieAshwagandha: Usefulness and Safety — NCCIH (NIH)(abgerufen: 2026-06-23)
- [2]MonographieAshwagandha — LiverTox, NCBI Bookshelf (NIH)(abgerufen: 2026-06-23)
- [4]MonographieEffects of Ashwagandha on stress and anxiety: A systematic review and meta-analysis (PubMed)(abgerufen: 2026-06-23)
- [5]MonographieEffect of Ashwagandha extract on sleep: A systematic review and meta-analysis (PMC8462692)(abgerufen: 2026-06-23)
- [7]MonographieAshwagandha — About Herbs, Memorial Sloan Kettering Cancer Center(abgerufen: 2026-08-22)
- [3]WikipediaWithania somnifera — Wikipedia(abgerufen: 2026-06-23)
- [6]CommonsFile:Ashwagandha (Withania somnifera).jpg — Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-06-23)