© Agnieszka Kwiecień (Nova) · CC BY 2.5 · Commons
Echter Beinwell
VorsichtSymphytum officinale · (Symphytum officinale)
Raublattgewächse (Boraginaceae)
Beschreibung
Der alte deutsche Name „Wallwurz“ – von „wallen“, verbinden – verrät die traditionelle Bestimmung dieser Wurzel aus der Familie der Raublattgewächse: Als Salbe oder Umschlag auf geschlossener Haut wird sie seit Generationen bei Prellungen, Verstauchungen und zur Nachsorge geschlossener Knochenbrüche eingesetzt, eine Anwendung, die auch die EMA als etabliert einstuft. Verantwortlich dafür ist vor allem Allantoin, das die Zellneubildung anregt, unterstützt von Schleimstoffen und Rosmarinsäure mit reizlinderndem, leicht entzündungshemmendem Effekt. Ganz entscheidend: Die Wurzel enthält zugleich Pyrrolizidinalkaloide, die bei innerlicher Aufnahme die Leber schädigen und als krebserregend gelten – deshalb kommt Beinwell ausschliesslich äusserlich und nur auf intakter Haut zum Einsatz, begrenzt auf wenige Wochen im Jahr und mit PA-armen Zuchtsorten. Auf offenen Wunden, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter drei Jahren ist die Anwendung tabu. Die früher übliche Blattsalbe gilt heute wegen des schwankend hohen PA-Gehalts als überholt.
Nur äußerlich anwenden!
Diese Pflanze darf NICHT innerlich eingenommen werden. Nur Umschläge, Salben, Bäder.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
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In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
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Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Kontraindiziert unter 3-4 Jahren; bei aelteren Kindern nur auf intakte Haut, kurzzeitig
Stumpfe Traumata: Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen
Anleitung & Dosierung
Geschlossene Frakturen, Knochenbruch-Nachsorge (Volksname 'Wallwurz' = Wundheiler)
Anleitung & Dosierung
Akute Schwellung nach Sportverletzung (kalter Umschlag)
Anleitung & Dosierung
Muskel- und Gelenkschmerzen (Arthrose-begleitend, extern)
Anleitung & Dosierung
Volksmedizinische Blattsalbe bei Hautirritationen (heute wegen PA umstritten)
Anleitung & Dosierung
⚠ Nur äußerlich anwenden
NUR EXTERN - NIEMALS INNERLICH! Pyrrolizidinalkaloide (Symphytin, Echimidin, Lycopsamin) sind bei oraler Aufnahme hepatotoxisch (Lebervenenverschlusskrankheit/VOD) und karzinogen. NICHT auf offene Wunden, geschaedigte Haut, frische OP-Narben oder Schleimhaeute auftragen - dermale PA-Resorption steigt stark. Maximale Anwendungsdauer 4-6 Wochen pro Jahr; EMA empfiehlt fuer manche Praeparate sogar nur 10 Tage am Stueck. Tagesgrenzwert PA dermal: max. 0,35 µg/Tag (EMA/BfArM); nur PA-arme/PA-reduzierte Praeparate (z.B. Kytta-Sorte) verwenden. Kontraindiziert in Schwangerschaft und Stillzeit (transplazentare/transmammilare PA-Passage moeglich).
⏱ Max. Daueranwendung: 6 Wochen
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Kontraindiziert unter 3-4 Jahren; bei aelteren Kindern nur auf intakte Haut, kurzzeitig
Wechselwirkungen
Hepatotoxic drugs (e.g. paracetamol high-dose, methotrexate, isoniazid, statins)
Theoretisch additive Lebertoxizitaet bei systemischer PA-Resorption; bei sachgerechter externer Anwendung gering, aber bei laengerer/grossflaechiger Anwendung relevant.
CYP3A4 inducers (e.g. rifampicin, phenobarbital, carbamazepine)
Erhoehte metabolische Aktivierung von PA zu toxischen Pyrrol-Metaboliten - Risiko-Erhoehung bei chronischer Anwendung.
Anticoagulants (warfarin, DOACs) - topical near skin lesions
Theoretisch erhoehte PA-Resorption ueber blutreiche/verletzte Areale; sachgerechte externe Anwendung auf intakter Haut weitgehend unproblematisch.
Kontraindikationen
- Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder unter 3-4 Jahren
- Offene Wunden, Hautlaesionen, Schleimhautanwendung
- Bestehende Lebererkrankungen (relativ, auch extern Vorsicht)
- Bekannte Allergie gegen Boraginaceae
Erntet wird: Wurzel (Herbst)
- AllantoinSonstigeAnteil: 0,6-4,7 %
Hauptwirkstoff fuer Wundheilung: zellproliferativ, granulationsfoerdernd, keratolytisch; foerdert Kallusbildung.
- Mucilage (Fructan-Polysaccharide, Glucose/Fructose)SchleimstoffAnteil: ca. 29 % (Wurzel)
Reizmildernd, lokal entzuendungshemmend, hautberuhigend; bildet Schutzfilm.
- Pyrrolizidinalkaloide (Symphytin, Echimidin, Lycopsamin, Intermedin)AlkaloidAnteil: 0,013-1,2 %
RISIKO-WIRKSTOFF! Oral hepatotoxisch (VOD, Leberzirrhose) und karzinogen. Deshalb NUR EXTERN auf intakter Haut und nur PA-arme Sorten/extrahierte Praeparate. BfArM-Tagesgrenzwert dermal: 0,35 µg/Tag.
- Rosmarinic acid (Rosmarinsaeure)PhenolsäureAnteil: ca. 0,2 %
Antioxidativ, antiinflammatorisch; traegt zur abschwellenden Wirkung bei.
- Tannins (Pyrocatechol-Gerbstoffe)GerbstoffAnteil: ca. 2,4 %
Adstringierend, zusammenziehend, antimikrobiell - foerdert Wundverschluss extern.
- Choline (Cholin)SonstigeAnteil: Spuren
Foerdert lokale Durchblutung, traegt zur abschwellenden Wirkung bei.
- Salvianolic / Lithospermic acidsPhenolsäureAnteil: 0,037 % (Lithospermin)
Starke Antioxidantien, schuetzen Gewebe gegen oxidativen Stress bei Verletzungen.
- [1]MonographieEU Herbal Monograph on Symphytum officinale L., radix (HMPC)(abgerufen: 2026-05-19)
- [2]MonographieBfArM Stellungnahme Pyrrolizidinalkaloide in pflanzlichen Arzneimitteln(abgerufen: 2026-05-19)
- [3]MonographiePlants For A Future: Symphytum officinale(abgerufen: 2026-05-19)
- [5]MonographieKommission E Monographie: Symphyti radix (positiv extern) / Symphyti folium (negativ)(abgerufen: 2026-05-19)
- [7]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Symphytum officinale L.: schwach giftig (+) (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [4]BuchHeilkraeuter-Lexikon: Beinwell (Wallwurz)(abgerufen: 2026-05-19)
- [6]WikipediaWikipedia: Symphytum officinale (Echter Beinwell)(abgerufen: 2026-05-19)
Verbreitung in Europa
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