Donum ∞ Dei
Foto von Vogelbeere

© Velela · CC BY-SA 2.5 · Commons

Vogelbeere

Vorsicht

Sorbus aucuparia · (Sorbus aucuparia)

Rosengewächse (Rosaceae)

Beschreibung

Leuchtend orangerote Beerentrauben zieren im Herbst diesen anspruchslosen Baum aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der auch in höheren Gebirgslagen noch gedeiht und traditionell erst nach dem ersten Frost geerntet wird. Die Früchte enthalten Vitamin C, Sorbit, Carotine sowie die Flavonoide Isoquercitrin und Quercetin-Glykoside. Volksmedizinisch wird ein Tee aus den verarbeiteten Beeren bei Erkältungsbeschwerden und leichtem Fieber getrunken, als Gurgellösung bei Halsschmerzen genutzt oder zu Mus und Gelee verarbeitet; auch die Rinde findet in Umschlägen Verwendung. WICHTIG: Rohe Früchte der Wildform enthalten Parasorbinsäure, die Übelkeit und Magenreizung auslösen kann — erst durch Kochen, Dörren oder Frosteinwirkung wandelt sie sich vollständig in die unbedenkliche Sorbinsäure um. Die Kerne enthalten cyanogene Glykoside und müssen vor der Verarbeitung stets entfernt werden.

  • TeeFruchtInnerlichVolksmedizin

    In der österreichischen und mitteleuropäischen Volksmedizin wurden Vogelbeeren als Tee, Sirup oder Gelee bei Erkältungen, Grippe, Husten, Bronchitis und Fieber eingesetzt. Voraussetzung ist stets eine ausreichende Hitzebehandlung, die die Parasorbinsäure in ungiftige Sorbinsäure umwandelt.

    Anleitung & Dosierung

    5–10 g getrocknete (oder gefrostete) Vogelbeeren mit 250 ml Wasser 15 Minuten köcheln lassen, abseihen. Niemals rohe Früchte verwenden.

    Trockenmenge
    510 g
    Anwendungen/Tag
    2×

    Quellen: [1] [2] [4]

  • GurgelnFruchtÄußerlichVolksmedizin

    Frisch gepresster oder leicht erwärmter Vogelbeerensaft wurde zur Gurgellösung bei Heiserkeit und Halsschmerzen verwendet. Sänger nutzten ihn traditionell zur Pflege der Stimmbänder.

    Quellen: [1]

  • GewürzFruchtInnerlichVolksmedizin

    Gekochte oder gefrostete Vogelbeeren werden zu Gelee, Marmelade, Kompott, Chutneys oder saurem Sirup verarbeitet und als Beilage zu Wild- und Lammgerichten verwendet. Spezielle Kultursorten ('Moravica', 'Edulis') sind parasorbinsäurearm und für den Rohverzehr geeignet.

    Quellen: [1] [2]

  • TeeFruchtInnerlichVolksmedizin

    Volksmedizinisch wurden Vogelbeerzubereitungen als leichtes Diuretikum und Laxativum sowie bei Hämorrhoiden und Nierenerkrankungen eingesetzt. Der Sorbitgehalt trägt zu einer mild abführenden Wirkung bei.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [2] [4]

  • TeeBlüteInnerlichVolksmedizin

    Blüten und Blätter wurden volksmedizinisch als Teeersatz und bei Rheuma sowie Gicht gebraucht. Achtung: Blätter enthalten cyanogene Glykoside und sollten nur gelegentlich und in kleinen Mengen verwendet werden.

    Quellen: [4]

  • UmschlagRindeÄußerlichVolksmedizin

    Rindenabkochungen wurden äußerlich bei Hauterkrankungen und als adstringierende Waschung (traditionell auch gynäkologisch) genutzt. PFAF dokumentiert die Rinde als Mittel gegen Durchfall und vaginalem Ausfluss.

    Quellen: [4]

  • RohFruchtInnerlichVolksmedizin

    Kultursorten wie 'Konzentra' und 'Rosina' (Sorbaria edulis-Gruppe) sind arm an Parasorbinsäure und können nach dem ersten Frost auch roh verzehrt werden. Diese Züchtungen sind nährstoffreich und enthalten Vitamin C, Carotine, Sorbitol und Flavonoide.

    Quellen: [1] [3]

Verbreitung in Europa

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