© Sven Teschke · CC BY-SA 3.0 de · Commons
Brombeeren
Rubus fruticosus · (Rubus fruticosus)
Rosengewächse (Rosaceae)
Beschreibung
Dornige, weit ausladende Ranken und im Spätsommer reifende, tiefschwarze Sammelsteinfrüchte prägen diesen verbreiteten Wildstrauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Genutzt werden vor allem die jungen, vor der Fruchtreife gesammelten Blätter, die reich an Ellagitanninen und Gallotanninen sind, sowie die Vitamin-C-haltigen Früchte mit ihrem hohen Anteil an Cyanidin-3-O-glucosid. Die Kommission E führt Blättertee als anerkannte Anwendung bei leichten, unspezifischen Durchfallbeschwerden sowie als Gurgellösung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Volksmedizinisch wird der gerbstoffreiche Tee auch äusserlich bei Hautreizungen und innerlich bei Blasenbeschwerden eingesetzt. Brombeerblättertee gilt als sehr gut verträglich und kann laut Kommission E auch dauerhaft als gewöhnlicher Haustee getrunken werden.
Brombeerblättertee bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen. Die deutsche Kommission E hat eine Positivmonographie für Rubi fruticosi folium ausgestellt: Tagesdosis 4,5 g Droge als Aufguss.
Anleitung & Dosierung
3–4,5 g getrocknete junge Blätter (erste Maihälfte geerntet) mit 200 ml kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Täglich bis zu 3 Tassen.
- Trockenmenge
- 3–4.5 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Abgekühlter Blätteraufguss als Mundspülung oder Gargelwasser bei leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Kommission-E-Indikation (äußerliche Anwendung).
Anleitung & Dosierung
Aufguss wie beim Tee bereiten, auf Körpertemperatur abkühlen und mehrmals täglich gurgeln.
- Trockenmenge
- 3–5 g
Äußerlich bei chronischen Hauterkrankungen und schlecht heilenden Wunden. Der hohe Ellagitanningehalt (bis 25 mg/g Trockengewicht) gilt als Grundlage der wundzusammenziehenden Wirkung.
Frische Brombeeren als Lebensmittel reich an Cyanidin-3-O-glucosid (> 90 % der Anthocyane), Ellagsäure, Quercetin und Vitamin C. Traditionell bei Erschöpfungszuständen und als natürliches Stärkungsmittel gegessen.
Auflage aus frischen oder gequetschten Brombeerblättern auf Ekzemen, Schürfwunden und Abszessen. Volksheilkundlich überliefert; adstringierende Gerbstoffe und antimikrobielle Flavonoide wirken zusammen.
Blättertee volksheilkundlich als mildes Diuretikum und bei Blasenbeschwerden eingesetzt. PFAF dokumentiert diuretische und depurative Eigenschaften der Blätter und Wurzelrinde.
Quellen: [4]
Bei üblicher Anwendung sehr gut verträglich. Brombeertee kann laut Kommission E auch als Haustee dauerhaft getrunken werden.
Keine ausreichenden Daten für medizinische Blätteranwendung in der Schwangerschaft. Früchte als Lebensmittel unbedenklich.
Keine systematischen Daten zur Sicherheit in der Stillzeit.
Früchte und Blättertee in lebensmittelüblichen Mengen auch für Kinder unbedenklich.
Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Rosaceae.
Erntet wird: junge Blätter
- Tageszeit:
- Morgens nach dem Abtrocknen des Taus; junge Triebblätter bevorzugt.
- Trocknung:
- Dünn ausgebreitet bei max. 40 °C im Schatten trocknen; Farbe bleibt grün, keine Bräunung.
- Lagerung:
- 12 Monate — In dunklen, luftdichten Gläsern kühl lagern.
- Tageszeit:
- Vorzugsweise am Morgen; vollreife, dunkelblauschwarze Früchte einzeln pflücken.
- Trocknung:
- Frischverzehr oder Einfrieren empfohlen; zum Trocknen bei 50 °C im Dörrgerät bis zur Lederigkeit.
- Lagerung:
- 18 Monate
- Ellagitannine (Sanguiin H-6, Lambertianin C)GerbstoffAnteil: 5-25 %Blatt
Dominante Polyphenole der Blätter; hydrolysierbare Gerbstoffe mit adstringierender und antimikrobieller Wirkung.
- GallotannineGerbstoffAnteil: 5-14 %Blatt
Klassische hydrolysierbare Gerbstoffe; maßgeblich für die Wirkung bei Durchfall und Mundschleimhautentzündung verantwortlich.
- Cyanidin-3-O-glucosidFlavonoidAnteil: 90 % der Gesamt-AnthocyaneFrucht
Dominantes Anthocyan der reifen Früchte; verantwortlich für die blauschwarze Farbe und antioxidative Aktivität.
- Quercetin-3-O-glucuronidFlavonoidBlatt
Bedeutendstes Flavonol der Blätter; antioxidativ, antientzündlich und antimikrobiell.
- EllagsäurePhenolsäureFrucht
Phenolsäure in Früchten und Blättern; Hydrolyseprodukt der Ellagitannine; antimikrobiell und antioxidativ.
- Ascorbinsäure (Vitamin C)VitaminAnteil: 0.013-0.044 %Frucht
Vitamin C in den Früchten; weniger konzentriert als in Schwarzen Johannisbeeren, aber wirksam bei kombinierter Polyphenolaufnahme.
- Kaffeesäure / p-CumarsäurePhenolsäureBlatt
Phenolcarbonsäuren mit antioxidativem Potenzial; in Blättern und Früchten nachgewiesen.
- [1]MonographieKommission E Monographie – Rubi fruticosi folium (Brombeerblätter) – Altmeyers Enzyklopädie(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]MonographieRubus fruticosus: Constituents, Biological Activities and Health Related Uses – PMC6271759(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographieRubi fruticosi folium – Altmeyers Enzyklopädie Phytotherapie (Kommission-E-Angaben)(abgerufen: 2026-05-21)
- [4]BuchPlants For A Future – Rubus fruticosus(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]WikipediaBrombeeren (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-16)
- [3]WikipediaRubus fruticosus (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)