© H. Zell (Wikimedia Commons user Llez) · CC BY-SA 3.0 · Commons
Afrikanische Teufelskralle
Devil's claw · (Harpagophytum procumbens)
Sesamgewächse (Pedaliaceae)
Beschreibung
Die Afrikanische Teufelskralle ist eine niederliegende, mehrjährige Pflanze aus den Halbwüsten und Savannen des südlichen Afrika, vor allem der Kalahari in Namibia, Botswana und Südafrika. Ihren Namen verdankt sie den verholzten Früchten mit krallenartigen, hakenbewehrten Auswüchsen, die sich im Fell vorbeiziehender Tiere verfangen und so die Samen verbreiten. Arzneilich genutzt werden nicht die Früchte, sondern die fleischigen sekundären Speicherknollen (Nebenwurzeln), die seitlich von der tief reichenden Primärwurzel abzweigen. Sie enthalten als charakteristischen Inhaltsstoff das bitter schmeckende Iridoidglykosid Harpagosid. Indigene San- und Khoi-Völker nutzen die Knolle seit Jahrhunderten gegen Schmerzen und Verdauungsbeschwerden.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
In der Schwangerschaft nicht anwenden; die Sicherheit ist mangels Daten nicht belegt und eine wehenfördernde (oxytocinartige) Wirkung wird diskutiert.
Traditionelle Anwendung zur Linderung leichter Gelenkschmerzen. Die EMA stuft diese Indikation als 'traditional use' ein - die Wirksamkeit beruht auf langjähriger Erfahrung, nicht auf bestätigten klinischen Studien.
Anleitung & Dosierung
Standardisierter Trockenextrakt der sekundären Speicherknolle, eingestellt auf Harpagosid (üblich etwa 50-100 mg Harpagosid pro Tag), verteilt auf mehrere Einzelgaben. Die Wirkung baut sich über Tage bis Wochen auf. Bei länger als 4 Wochen anhaltenden oder sich verschlimmernden Schmerzen einen Arzt aufsuchen. Anstelle des Extrakts kann auch ein Aufguss/Abkochung der zerkleinerten Knolle verwendet werden.
- Trockenmenge
- 1–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Laut EMA-Monographie wegen fehlender Daten nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfohlen.
Traditionelle Anwendung bei Appetitlosigkeit sowie leichten Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen. Von der EMA als 'traditional use' eingestuft.
Anleitung & Dosierung
Etwa 1-2 g zerkleinerte, getrocknete Speicherknolle mit 250 ml kaltem Wasser ansetzen oder mit kochendem Wasser übergiessen, abgedeckt ziehen lassen und abseihen. Vor den Mahlzeiten trinken. Der ausgeprägte Bittergeschmack regt Speichel- und Magensaftbildung an.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Wegen fehlender Daten nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfohlen.
Häufigste Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen. Wegen der bitterstoffbedingten Anregung der Magensäureproduktion ist Vorsicht bei aktivem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür und bei Gastritis geboten. Bei Gallensteinen nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden. Vorsicht bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Mögliche Wechselwirkungen mit Blutgerinnungshemmern (z. B. Warfarin) und Antiarrhythmika. Wegen fehlender Daten nicht in Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Kindern anwenden.
In der Schwangerschaft nicht anwenden; die Sicherheit ist mangels Daten nicht belegt und eine wehenfördernde (oxytocinartige) Wirkung wird diskutiert.
In der Stillzeit mangels Daten nicht empfohlen.
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mangels Daten nicht empfohlen.
Wechselwirkungen
Anticoagulants (e.g. warfarin)
Berichte über eine mögliche Verstärkung der gerinnungshemmenden Wirkung; eine erhöhte Blutungsneigung kann nicht ausgeschlossen werden.
Magensäure-bezogene/Antazida & Ulkusmittel
Die bitterstoffbedingte Anregung der Magensäureproduktion kann der Wirkung von Antazida und säurehemmenden Ulkusmitteln entgegenwirken.
Kontraindikationen
- Aktives Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür
- Gallensteine ohne ärztliche Rücksprache
- Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe
Erntet wird: Sekundäre Speicherknollen (Nebenwurzeln)
- Trocknung:
- Speicherknollen in Scheiben schneiden und an der Luft trocknen. Nachhaltigkeitshinweis: Die Droge stammt überwiegend aus Wildsammlung in Namibia, Botswana und Südafrika; Übernutzung gefährdet die Bestände. Schonende Ernte (Primärwurzel belassen, mehrjährige Sammelintervalle) und zertifizierte Lieferketten sind zum Schutz der Wildbestände wichtig.
- HarpagosidGlykosidAnteil: 0.5-3 %Wurzel
Bitter schmeckendes Leit-Iridoidglykosid; auf diesen Gehalt werden Extrakte standardisiert.
- Harpagid und ProcumbidGlykosidWurzel
Weitere Iridoidglykoside der Speicherknolle.
- Acteosid (Verbascosid)GlykosidWurzel
Phenylethanoidglykosid mit antioxidativen Eigenschaften.
- FlavonoideFlavonoidWurzel
Unter anderem Kaempferol- und Luteolin-Glykoside.
- PhytosteroleSonstigeWurzel
Unter anderem beta-Sitosterol.
- StachyoseSonstigeAnteil: bis ca. 46 %Wurzel
Tetrasaccharid als Hauptzucker der Speicherknolle.
- [1]MonographieEMA - European Union herbal monograph on Harpagophytum procumbens DC. and/or Harpagophytum zeyheri Decne., radix (Rev. 1, adopted 14 Nov 2016)(abgerufen: 2026-06-12)
- [2]MonographieEMA - Final European Union herbal monograph (PDF), Harpagophyti radix(abgerufen: 2026-06-12)
- [6]MonographieOltean H. et al., Herbal medicine for low-back pain, Cochrane Database Syst Rev 2014 (Harpagophytum / devil's claw)(abgerufen: 2026-06-12)
- [3]WikipediaAfrikanische Teufelskralle - Wikipedia (DE)(abgerufen: 2026-06-12)
- [4]WikipediaHarpagophytum - Wikipedia (EN)(abgerufen: 2026-06-12)
- [7]CommonsFile:Harpagophytum procumbens 001.JPG - Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-06-12)
- [5]WikidataHarpagophytum procumbens (Q161525) - Wikidata(abgerufen: 2026-06-12)
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