© Christian Fischer · CC BY-SA 3.0 · Commons
Echtes Mädesüß
VorsichtFilipendula ulmaria · (Filipendula ulmaria)
Rosengewächse (Rosaceae)
Beschreibung
Der intensiv süßlich-würzige Duft der cremeweißen, dichten Blütenrispen hat dem Mädesüß seinen Namen gegeben und lockt es zur Blütezeit von Juni bis August an feuchte Wiesen und Bachränder. Geerntet wird das blühende Kraut, das reich an Flavonoiden, Gerbstoffen und salicylatähnlichen Verbindungen wie Spiraein ist. Die Kommission E beschreibt Zubereitungen aus den Blüten bei fiebrigen Erkältungskrankheiten, traditionell wird das Kraut zudem bei Verdauungsbeschwerden sowie äußerlich bei Gelenkbeschwerden eingesetzt. Wegen der natürlichen Salicylate ist bei bekannter Aspirin- oder NSAR-Unverträglichkeit von jeder Anwendung abzuraten, ebenso bei Magengeschwüren. Bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren mit fieberhaften Virusinfektionen wie Grippe oder Windpocken sollten salicylathaltige Zubereitungen wegen des Reye-Syndrom-Risikos nicht verwendet werden.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Mädesüß ist in der Schwangerschaft kontraindiziert. Salicylate können die Plazenta passieren und sind mit erhöhtem Risiko für fetale Herzfehler (Ductus arteriosus-Verschluss), Wachstumsretardierung, verlängerte Geburts- und Blutungszeit sowie postpartale Blutungskomplikationen verbunden. Auch externe Anwendung (Bad, Kompresse) sollte in der Schwangerschaft gemieden werden. EMA und ESCOP empfehlen ausdrücklich, Mädesüßzubereitungen während der gesamten Schwangerschaft zu vermeiden.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Mädesüß ist in der Stillzeit kontraindiziert. Salicylate treten in die Muttermilch über und können beim Säugling zu Blutungsneigung, Reye-Syndrom-Risiko und Magenirritationen führen. EMA/ESCOP empfehlen, Mädesüßpräparate während der Stillzeit vollständig zu meiden.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Mädesüßzubereitungen (Tee, Tinktur, Bad) sind bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren mit fieberhaften Virusinfekten (Erkältung, Grippe, Windpocken) KONTRAINDIZIERT — Reye-Syndrom-Risiko durch Salicylate. Bei Kindern über 12 und Jugendlichen ohne akute Virusinfektion kann Mädesüß-Tee vorsichtig angewendet werden; Kommission E-Monographie gilt ab 12 Jahren. Eltern sollten vor der Anwendung bei Kindern immer einen Arzt oder Apotheker befragen.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer (Warfarin, Phenprocoumon, Heparin, Clopidogrel, ASS) · Nichtsteroidale Antirheumatika / NSAIDs (Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Indometacin) · Methotrexat
Blütenaufguss bei Erkältungsfieber und grippalen Infekten — Kommission E-positive Monographie auf Basis natürlicher Salicylat-Verbindungen.
Anleitung & Dosierung
BLÜTENAUFGUSS (Kommission E): 2–3 g getrocknete Mädesüßblüten (Flos Spiraeae ulmariae / Flos Filipendulae ulmariae) mit 250 ml siedendem Wasser übergießen, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. 3–4× täglich je 1 Tasse, bevorzugt warm, bei Erkältungsfieber begleitend zur ausreichenden Flüssigkeitszufuhr. Tagesdosis: 6–9 g Droge. Kommission E bewertet Einsatz bei Erkältungskrankheiten als positiv. Wirkung auf natürliche Salicylat-Verbindungen (Spiraein, Salicylaldehyd) zurückgeführt — schwächer als synthetische Acetylsalicylsäure, jedoch milder verträglich. NICHT bei bekannter Salicylat-Überempfindlichkeit, Asthma durch ASS oder anderen NSAIDs. Keine Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren mit Fieber (Reye-Syndrom-Risiko). Dauer: max. 2 Wochen ohne ärztliche Rücksprache.
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Nicht bei Kindern unter 12 Jahren mit Fieber — Reye-Syndrom-Risiko durch Salicylate. Kommission E-Monographie gilt für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren.
Traditioneller Krauttee aus blühendem Mädesüßkraut bei Verdauungsbeschwerden und leichten Gelenkbeschwerden — EMA traditional use.
Anleitung & Dosierung
KRAUTTEE (Herba Filipendulae ulmariae): 4–6 g getrocknetes blühendes Mädesüßkraut (Blätter + Blüten) auf 500 ml kochendes Wasser geben, zugedeckt 12–15 Minuten ziehen lassen, abseihen. Tagesdosis auf 3 Portionen aufteilen — je 1 Tasse nach den Mahlzeiten. Traditionelle Anwendung (EMA traditional use) bei Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, leichte Krämpfe, saures Aufstoßen) sowie adjuvant bei leichten Gelenkbeschwerden. Die adstringierenden Gerbstoffe (Ellagitannine) wirken beruhigend auf die Magenschleimhaut; Salicylate tragen zur antiphlogistischen Wirkung bei. ACHTUNG: Mädesüß enthält Salicylate — nicht bei Magengeschwüren oder erosiver Gastritis einsetzen, da Salicylate die Schleimhaut reizen können. Nicht gleichzeitig mit Warfarin oder anderen Antikoagulanzien. Max. 4 Wochen ohne Arzt.
- Trockenmenge
- 4–6 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Ab 12 Jahren. Bei Kindern unter 12 wegen Reye-Syndrom-Risiko kontraindiziert.
Traditionelle Tinktur aus Mädesüßkraut als mildes Analgetikum und Antipyretikum — Alternative zum Tee bei akzeptiertem Ethanol-Anteil.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR (DAC, 1:5 in 25–45 % Ethanol): 2–4 ml (~40–80 Tropfen) 3× täglich, jeweils in etwas Wasser einrühren und nach den Mahlzeiten einnehmen. Tagesdosis 6–12 ml Tinktur. Traditionell als antirheumatisches und analgetisches Mittel bei leichten Gelenk- und Muskelschmerzen sowie zur Fiebersenkung. Ethanol-basierte Zubereitung extrahiert sowohl polare Salicylat-Glycoside als auch phenolische Verbindungen (Spiraeosid, Rutin) effizienter als reines Wasser. Nicht für Kinder, nicht in Schwangerschaft/Stillzeit. Gleichzeitige Einnahme mit Antikoagulanzien (Warfarin, Phenprocoumon) vermeiden.
- Flüssigkeit
- 2–4 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 3 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für Erwachsene. Ethanol-Anteil und Salicylate schließen Kinder aus.
Volksheilkundliches Mädesüß-Kräuterbad bei rheumatischen Beschwerden und Muskelkater — aromatisch und wärmend.
Anleitung & Dosierung
KRÄUTERBAD / TEILBAD: 100–150 g getrocknetes Mädesüßkraut (oder frische Blüten und Blätter) mit 3 Litern kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 20 Minuten ziehen lassen, abseihen, Sud dem Badewasser (36–38 °C) zufügen. Vollbad 15–20 Minuten, Teilbad (Hände, Füße, Knie) 10–15 Minuten. Volksheilkundlich bei rheumatischen Gelenkbeschwerden, Muskelkater, Gicht und als entspannendes Wohlfühlbad. Aromatischer Blütenduft (Salicylaldehyd, Methylsalicylat) trägt zum Wohlbefinden bei. ACHTUNG: Salicylate können perkutan resorbiert werden — nicht bei bekannter Salicylat-Überempfindlichkeit oder offenen Hautwunden. Nicht bei Hochdruck-Vollbädern, Herzinsuffizienz oder Krampfadern (Arzt fragen).
- Trockenmenge
- 100–150 g
Leichter Blütenaufguss volksheilkundlich als Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten, Sodbrennen und als schweißtreibendes Mittel.
Anleitung & Dosierung
LEICHTER BLÜTENAUFGUSS (volksheilkundlich): 1–2 TL getrocknete Mädesüßblüten in 200 ml heißem (nicht kochendem, ~85 °C) Wasser 6–8 Minuten ziehen lassen — kürzere Ziehzeit für milden, aromatisch-mandeligen Geschmack. Abseihen, leicht süßen möglich (Honig). 1–2 Tassen täglich. Volkstümlich als harntreibendes Mittel bei leichten Harnwegsinfekten begleitend (Durchspülungstherapie mit viel Wasser), bei Sodbrennen und als leicht diaphoretisches (schweißtreibendes) Mittel. Der Salicylaldehyd-Duft der Blüten ist das charakteristischste Erkennungsmerkmal. Keine Langzeitanwendung ohne ärztliche Abklärung bei Harnwegsinfekten.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Volksheilkundliche Umschläge aus Mädesüßkraut bei Gicht, Rheuma, Prellungen und Insektenstichen.
Anleitung & Dosierung
UMSCHLAG / KOMPRESSE: 10–15 g getrocknetes Mädesüßkraut (Blätter + Blüten) mit 300 ml kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Abkühlen auf Körpertemperatur (ca. 37 °C). Sauberes Leinentuch oder Baumwolltuch in den Aufguss tauchen, gut ausdrücken, auf die schmerzende Stelle (Gelenk, Muskeln) legen, 20–30 Minuten einwirken lassen. Volksheilkundlich bei Gicht, Rheuma, Prellungen und leichten Wunden. Kühl angewendet auch bei Insektenstichen und leichten Sonnenbränden. Gerbstoffe wirken adstringierend und mild desinfizierend; Salicylate tragen zur lokalen Linderung bei. Nicht auf offene Wunden oder entzündete, nässende Haut.
- Trockenmenge
- 10–15 g
Kulinarische Anwendung der Mädesüßblüten als Aromapflanze — Getränke, Desserts, Marmeladen; historisch für Met- und Bieraromatisierung.
Anleitung & Dosierung
KÜCHE UND GETRÄNKE: Frische Mädesüßblüten duften intensiv nach Mandeln und Salicylaldehyd — ideal zum Aromatisieren. Verwendung: (1) Frisch gezupfte Blüten zu Weißwein oder Apfelsaft geben, 2–4 Stunden kalt ziehen lassen → aromatisierter Sommerdrink; (2) Blüten in Sahne kurz erhitzen (nicht kochen), abseihen → Panna-cotta-Basis; (3) getrocknete Blüten als Gewürz in Marmeladen, Gelees und Kompotten mitkochen; (4) frische Blüten als essbare Dekoration auf Desserts und Salaten; (5) Blüten mit Zucker im Glas schichten → Mädesüßzucker (1–2 Wochen im Kühlschrank); (6) historisch zum Aromatisieren von Met ("meadowsweet" = englischer Name = Meadmead-sweet) und Bier verwendet. Alle Zubereitungen sparsam verwenden — intensiver Eigengeschmack. Personen mit Salicylat-Sensitivität meiden.
SALICYLAT-WARNUNG: Mädesüß enthält natürliche Salicylat-Verbindungen (Spiraein/Spiraeosid, Salicylaldehyd, Methylsalicylat, Salicylsäure). Diese sind schwächer als synthetische Acetylsalicylsäure (Aspirin), können aber bei sensiblen Personen ähnliche Unverträglichkeiten auslösen. Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Aspirin, andere NSAIDs oder Salicylate MÜSSEN Mädesüß in jeder Form (Tee, Tinktur, Bad) meiden. Besonderes Risiko: Aspirin-induziertes Asthma (Analgetika-Asthma) — auch bei nicht-steroidalen Antirheumatika kontraindiziert. REYE-SYNDROM: Salicylat-haltige Präparate, auch pflanzliche, NICHT bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren mit fieberhaften Virusinfektionen (Influenza, Windpocken) anwenden — Risiko einer schweren Leberschädigung (Reye-Syndrom). Magenempfindliche Personen: Mädesüß kann trotz Gerbstoffanteils die Magenschleimhaut durch Salicylate reizen — nicht bei Magengeschwür, Gastritis oder Sodbrennen-Anamnese ohne ärztliche Abklärung.
⏱ Max. Daueranwendung: 4 Wochen
Mädesüß ist in der Schwangerschaft kontraindiziert. Salicylate können die Plazenta passieren und sind mit erhöhtem Risiko für fetale Herzfehler (Ductus arteriosus-Verschluss), Wachstumsretardierung, verlängerte Geburts- und Blutungszeit sowie postpartale Blutungskomplikationen verbunden. Auch externe Anwendung (Bad, Kompresse) sollte in der Schwangerschaft gemieden werden. EMA und ESCOP empfehlen ausdrücklich, Mädesüßzubereitungen während der gesamten Schwangerschaft zu vermeiden.
Mädesüß ist in der Stillzeit kontraindiziert. Salicylate treten in die Muttermilch über und können beim Säugling zu Blutungsneigung, Reye-Syndrom-Risiko und Magenirritationen führen. EMA/ESCOP empfehlen, Mädesüßpräparate während der Stillzeit vollständig zu meiden.
Mädesüßzubereitungen (Tee, Tinktur, Bad) sind bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren mit fieberhaften Virusinfekten (Erkältung, Grippe, Windpocken) KONTRAINDIZIERT — Reye-Syndrom-Risiko durch Salicylate. Bei Kindern über 12 und Jugendlichen ohne akute Virusinfektion kann Mädesüß-Tee vorsichtig angewendet werden; Kommission E-Monographie gilt ab 12 Jahren. Eltern sollten vor der Anwendung bei Kindern immer einen Arzt oder Apotheker befragen.
Wechselwirkungen
Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer (Warfarin, Phenprocoumon, Heparin, Clopidogrel, ASS)
Mädesüß-Salicylate hemmen reversibel die Thrombozytenaggregation und können die Wirkung von Antikoagulanzien additiv verstärken — erhöhtes Blutungsrisiko (Magen-Darm-Blutungen, verlängerte Blutungszeit, Hämatome). Gleichzeitige Anwendung mit Cumarinen (Warfarin, Phenprocoumon) erfordert engmaschige INR-Kontrolle oder sollte gemieden werden. Kombination mit Thrombozytenaggregationshemmern vermeiden.
Nichtsteroidale Antirheumatika / NSAIDs (Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Indometacin)
Additive Hemmung der Cyclooxygenase (COX-1 und COX-2) durch Mädesüß-Salicylate und NSAIDs — erhöhtes Risiko für gastrointestinale Reizungen, Ulzerationen und Blutungen. Keine Kombination empfohlen.
Antidiabetika (orale Antidiabetika, Insulin)
Salicylate können in höheren Dosen die Insulinsekretion beeinflussen und den Blutzucker leicht senken — additive Wirkung mit Antidiabetika möglich. Bei therapeutischer Mädesüß-Dosis klinisch wenig relevant, dennoch Blutzucker bei Diabetikern regelmäßig kontrollieren.
Methotrexat
Salicylate können die renale Ausscheidung von Methotrexat hemmen und dessen Plasmakonzentration erhöhen — Toxizitätsrisiko (Knochenmark, Niere). Mädesüß bei Methotrexat-Therapie kontraindiziert.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Salicylate, Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder andere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs).
- Aspirin-induziertes Asthma (Analgetika-Asthma, Analgetika-Intoleranz-Syndrom).
- Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren mit fieberhaften Virusinfektionen (Influenza, Windpocken) — Reye-Syndrom-Risiko.
- Schwangerschaft und Stillzeit — Salicylate schädigen den Fetus bzw. treten in die Muttermilch über.
- Aktives Magengeschwür (Ulcus ventriculi et duodeni) oder erosive Gastritis — Salicylate verstärken Schleimhautschäden.
- Überempfindlichkeit gegen Mädesüß oder andere Rosengewächse (Rosaceae).
Erntet wird: blühendes Kraut
- Tageszeit:
- An trockenem, sonnigem Vormittag (9–12 Uhr), nachdem der Tau vollständig abgetrocknet ist. Mädesüß blüht typischerweise von Juni bis August, Hauptblüte in Mitteleuropa: Juni–Juli. Den richtigen Zeitpunkt erkennt man am intensiven Mandelblüten-Duft der frisch aufgeblühten Rispen. Blüten vor dem vollständigen Aufblühen (Knospen halb offen) haben den höchsten Spiraeosid- und Flavonoidgehalt.
- Trocknung:
- Einzelne Blütenrispen (Cymboide Doldenrispen) abschneiden — nicht die gesamte Pflanze entwurzeln. Blütenstände mit kurzem Stiel abnehmen. Mädesüß wächst auf Feuchtstandorten (Bachufer, Nasswiesen) — auf Verschmutzung durch Schlamm und Wasserspritzer achten, wenn nötig vorsichtig waschen und gut abtropfen lassen vor der Trocknung. Einlagig auf Sieben oder Tüchern im Schatten an luftigem Ort bei max. 35–40 °C trocknen. Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden — Salicylaldehyd verdunstet rasch und aromatische Verbindungen werden durch UV-Licht abgebaut. Trocknungsdauer 3–5 Tage bei guter Luftzirkulation. Richtig getrocknet: Blüten verbleiben cremeweiß bis leicht gelblich und behalten den charakteristischen Duft.
- Lagerung:
- 12 Monate — Luftdicht in dunklen Gläsern oder Blechdosen, trocken, kühl (unter 20 °C). Innerhalb 12 Monate aufbrauchen — Salicylaldehyd und Flavonoide bauen sich ab. Bei Braunfärbung, muffigem Geruch oder deutlich nachlassendem Duft entsorgen. Nicht mit stark riechenden Kräutern lagern (Aromavermischung).
- Tageszeit:
- Blühendes Kraut (Herba Filipendulae ulmariae) in der Vollblüte ernten — Juni bis August. Trockenem, sonnigem Vormittag bevorzugen. Die oberen 20–30 cm der blühenden Triebe (Blätter + Blüten + Stängelanteile) mit Gartenschere oder Messer abschneiden — nicht ausreißen, da die Staude aus dem Rhizom wieder austreibt. Feuchtstandort beachten: Spritzwasser und Erde von Blättern vermeiden.
- Trocknung:
- Erntegut locker bündeln (nicht zu dicht — Schimmelgefahr bei Feuchtigkeit) oder auf Trockengestellen ausbreiten. Im Schatten an gut belüftetem Ort bei 35–40 °C trocknen, täglich wenden. Stängel sind dicker und trocknen langsamer als Blüten — ggf. Blüten und Blätter separat vom Stängelholz trocknen und dann mischen. Trocknungsdauer 4–7 Tage. Kraut ist fertig, wenn Blätter trocken-knusprig brechen und Blüten sich leicht von den Rispen lösen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Luftdicht in dunklen Gläsern oder Kartons, trocken, kühl. Blätter und Kraut sind weniger flüchtig als die Blüten, behalten aber ebenfalls nicht länger als 12 Monate ihre volle Wirksamkeit. Bei Schimmelspuren oder Ungeziefer sofort entsorgen.
- Flavonoide (Spiraeosid / Quercetin-4'-glucosid, Rutin, Hyperosid, Avicularin)FlavonoidAnteil: 0.5-2 %Blüte
Spiraeosid (Quercetin-4'-glucosid) ist die Leitsubstanz der Blüten und für die Standardisierung von Arzneibuchqualität relevant. Flavonoide wirken antioxidativ, kapillarprotektiv und antiphlogistisch; sie ergänzen die analgetische Wirkung der Salicylat-Verbindungen. Rutin stärkt die Gefäßwandintegrität (Vitamin-P-Wirkung).
- Salicylat-Verbindungen (Spiraein / Spiraeosid-Salicylat, Isosalicin, Salicylaldehyd)GlykosidAnteil: 0.1-0.5 %Blüte
Verantwortlich für die analgetische und antipyretische Hauptwirkung. Spiraein ist das Salicylat-Glycosid der Blüten; Hydrolyse im Verdauungstrakt liefert freie Salicylsäure und Salicylaldehyd. Wichtig: Im Gegensatz zur Weidenbaumrinde (Salix) wird der Magen durch Mädesüß-Salicylate ebenfalls gereizt (keine isolierte, magenfreundliche Wirkung wie lange fälschlicherweise geglaubt). Salicylaldehyd verdunstet leicht → charakteristischer Mandelblüten-Duft der Pflanze.
- Methylsalicylat (ätherisches Öl, Blüten und Blätter)Ätherisches ÖlAnteil: 0.05-0.2 %Blüte
Hauptbestandteil des ätherischen Öls; trägt zum Wintergrün-artigen Aroma und zur reizlinderenden Wirkung bei topischer Anwendung (Bad, Kompresse) bei. Kann perkutan resorbiert werden — bei Salicylat-Überempfindlichkeit auch externe Anwendung meiden. Verantwortlich für den typischen Duft getrockneter Mädesüßblüten.
- Ellagitannine und kondensierte Tannine (Agrimoniin, Rugosinin)GerbstoffAnteil: 10-15 %Krautige Teile
Hoher Gerbstoffgehalt, besonders in den Blättern. Ellagitannine (hydrolysierbare Tannine) wirken stark adstringierend, antimikrobiell und antioxidativ. Schützen die Magenschleimhaut bei niedrigen Dosen, können bei hohen Dosen jedoch die Schleimhaut reizen. Agrimoniin wurde in präklinischen Studien auf immunmodulatorische Eigenschaften untersucht. Gerbstoffe binden Proteine und Schwermetallionen.
- Phenolcarbonsäuren (Chlorogensäure, Kaffeesäure, Ellagsäure)PhenolsäureAnteil: 0.5-1.5 %Krautige Teile
Ellagsäure entsteht bei der Hydrolyse der Ellagitannine. Chlorogen- und Kaffeesäure wirken antioxidativ und mild antiphlogistisch. Ellagsäure zeigt in vitro antiproliferative Effekte (rein deskriptiv — keine klinische Relevanz für Heilanwendungen des Mädesüß). Beitragen zur Gesamtantioxidanzkapazität der Pflanze.
- Schleimstoffe / Polysaccharide (neutrale und saure Polysaccharide)PolysaccharidBlüte
In den Blüten vorhandene Schleimpolysaccharide tragen zur reizlinderenden Wirkung auf Schleimhäute bei — relevant bei Einsatz als Tee gegen Husten und Halsschmerzen. Schleimanteil deutlich geringer als bei echten Schleimpflanzen (Malve, Eibisch). Wirken filmbildend und protektiv auf Magen- und Rachenschleimhaut.
- Vitamin C (Ascorbinsäure)VitaminAnteil: 0.2-0.5 %Blüte
Mädesüßblüten enthalten eine nennenswerte Menge Ascorbinsäure, was ihren traditionellen Ruf als diaphoretisches und immunstärkendes Mittel bei Erkältungskrankheiten stützt. Vitamin C unterstützt die Immunabwehr und wirkt antioxidativ. Beim Erhitzen wird ein Teil der Ascorbinsäure abgebaut — frische Blüten oder schonend bei niedrigen Temperaturen bereitete Infusionen sind günstiger.
- Sterole und Triterpenalkohole (beta-Sitosterol, Oleanolsäure)SonstigeAnteil: 0.1-0.3 %Krautige Teile
Beta-Sitosterol wirkt mild antiphlogistisch und ist Grundkörper pflanzlicher Steroid-Vorstufen. Oleanolsäure ist ein pentacyclisches Triterpen mit antiphlogistischen und mild antimikrobiellen Eigenschaften in vitro. Beide Verbindungen tragen zur Gesamtwirkung des Pflanzenextrakts bei, ihr klinischer Beitrag beim Mädesüß ist jedoch wenig erforscht.
- [1]MonographieKommission E — Spiraeae flos (Mädesüßblüten), Monographie (positiv), Bundesanzeiger Nr. 193, 1988(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]MonographieEMA/HMPC — Community herbal monograph on Filipendula ulmaria (L.) Maxim., flos (EMA/HMPC/560092/2008)(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieESCOP Monographs — Filipendulae Ulmariae Flos (Meadowsweet Flower), 2nd edition(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Filipendula ulmaria database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [4]BuchWichtl, Max (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka, 5. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009: Filipendulae ulmariae flos, S. 228–230(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]BuchMadaus, Gerhard — Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band I: Spiraea ulmaria (Mädesüß), 1938 (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]WikipediaEchtes Mädesüß (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]WikipediaFilipendula ulmaria — Meadowsweet (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)