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Efeutute
Vorsicht🐾Epipremnum aureum · (Epipremnum aureum)
Aronstabgewächse (Araceae)
Beschreibung
Mit ihren herzförmigen, gelb-grün marmorierten Blättern rankt die Efeutute meterlang an Ampeln oder Rankgittern und zählt zu den anspruchslosesten Zimmerpflanzen überhaupt – sie gedeiht ganzjährig bei wenig Licht und unregelmäßigem Gießen. In Studien zur Innenraumluft zeigte die ganze Pflanze eine messbare Aufnahme von Formaldehyd, Benzol und Xylol, weshalb sie gern als natürlicher Luftverbesserer aufgestellt wird; belastbare Wirkung im normalen Wohnraum ist damit aber nicht gleichzusetzen. Alle Pflanzenteile enthalten nadelförmige Calciumoxalat-Kristalle, die beim Kauen sofortiges Brennen in Mund und Rachen, vermehrten Speichelfluss und Schluckbeschwerden auslösen; der Pflanzensaft kann zudem die Haut reizen. Die Efeutute ist ausschließlich zur Zierde bestimmt, nicht für Tee oder andere innerliche Anwendungen, und sollte außerhalb der Reichweite von Kleinkindern und besonders von Katzen und Hunden stehen.
Nur äußerlich anwenden!
Diese Pflanze darf NICHT innerlich eingenommen werden. Nur Umschläge, Salben, Bäder.
Die Goldene Efeutute zählt zu den Pflanzen, die in der NASA-Clean-Air-Studie (Wolverton et al. 1989, TM-101766) auf den Abbau gasförmiger Schadstoffe in geschlossenen Kammern getestet wurden. In versiegelten Versuchskammern entfernte sie messbare Mengen an Formaldehyd, Benzol und Xylol mit moderater Effizienz. Folgestudien (Cummings & Waring 2020) zeigen jedoch, dass die in realen Wohnräumen erreichbare Reinigungsleistung im Vergleich zum Luftwechsel durch Lüftung praktisch vernachlässigbar ist.
Epipremnum aureum ist eine der weltweit beliebtesten Zimmerpflanzen und gilt als nahezu unverwüstlich. Sie wird als Hängepflanze in Ampeln, als Kletterer an Moosstäben oder als Bodendecker in Innenräumen gezogen. Wegen ihrer Toleranz gegenüber niedrigem Licht, unregelmäßiger Bewässerung und Trockenperioden ist sie eine klassische Anfängerpflanze.
Wie viele begrünte Innenräume kann auch die Goldene Efeutute das Wohlbefinden steigern: kontrollierte Studien zur Innenraumbegrünung zeigen Effekte auf wahrgenommenen Stress, Konzentration und Aufenthaltsqualität. Diese Effekte sind allgemein für Zimmerpflanzen belegt und nicht spezifisch für die Art.
In tropischen und subtropischen Außenanlagen wird Epipremnum aureum als bodendeckende oder kletternde Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet. In Florida, Hawaii, Australien, Südostasien und auf vielen pazifischen Inseln gilt sie jedoch als invasiv: sie überwächst einheimische Vegetation, klettert hoch in Bäume und verändert ganze Waldökosysteme. Eine Auspflanzung in tropischen Regionen ist daher kritisch zu sehen.
Epipremnum aureum lässt sich extrem einfach vegetativ vermehren: Stängelstücke mit einem Knoten und einer Luftwurzel bewurzeln innerhalb von zwei bis drei Wochen in einem Wasserglas und können danach in Substrat umgepflanzt werden. Dadurch ist die Pflanze ein klassisches Tausch- und Geschenkobjekt in der Zimmerpflanzen-Community.
⚠ Nur äußerlich anwenden
Alle Pflanzenteile enthalten unlösliche Calciumoxalat-Raphiden (Araceae-typische Nadelkristalle). Beim Kauen oder Verschlucken kommt es zu sofortigem Brennen in Mund und Rachen, Speichelfluss, Schwellung der Zunge und Schluckbeschwerden. Pflanzensaft kann bei empfindlichen Personen Hautreizungen auslösen. Außerhalb der Reichweite von Kleinkindern und Haustieren (insbesondere Katzen und Hunden) aufstellen. Keine innerliche Anwendung; nicht für Tee, Tinkturen oder Speisen verwenden. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen giftig.
Keine spezifischen Sicherheitsdaten für die Schwangerschaft. Da keine innerliche Anwendung erfolgt, ergibt sich aus der reinen Zimmerpflanzenhaltung kein bekanntes Risiko. Verzehr vermeiden.
Keine spezifischen Daten für die Stillzeit. Aus der reinen Haltung als Zimmerpflanze ergibt sich kein bekanntes Risiko; Verzehr ist auszuschließen.
Calciumoxalat-Raphiden können bei Kindern starke Mundreizung, Speichelfluss und Schwellung verursachen. Pflanze für Kleinkinder unzugänglich aufstellen; Blätter und Stängel nicht in Reichweite hängender Ranken belassen.
Kontraindikationen
- Keine innerliche Anwendung — alle Pflanzenteile sind durch Calciumoxalate reizend und potenziell giftig.
- Bei bekannter Empfindlichkeit gegenüber Aronstabgewächsen (Araceae) Hautkontakt mit dem Pflanzensaft vermeiden; beim Umtopfen Handschuhe tragen.
- Nicht in Haushalten mit knabbernden Haustieren (Katzen, Hunde, Nagetiere, Vögel) in deren Reichweite halten — Vergiftungssymptome bei Tieren umfassen Speichelfluss, Erbrechen und Schluckbeschwerden.
- In tropischen und subtropischen Regionen (z. B. Florida, Hawaii, Australien) nicht im Freien auspflanzen — die Art ist dort invasiv und schädigt einheimische Ökosysteme.
- Kein medizinischer Einsatz: Es gibt keine EMA-HMPC-Monographie, keine Kommission-E-Monographie und keine traditionelle medizinische Verwendung dieser Pflanze. Beworbene Heilanwendungen sind nicht belegt.
Erntet wird: ganze Pflanze (dekorativ)
- Tageszeit:
- Ganzjährig als Zimmerpflanze geeignet — kein saisonaler Erntezeitpunkt. Stecklinge bevorzugt im Frühjahr und Sommer (März bis September) schneiden, wenn die Pflanze aktiv wächst.
- Trocknung:
- Nicht zur Trocknung oder Verarbeitung geeignet — ausschließlich als lebende Zimmerpflanze verwenden. Keine innerliche oder volksmedizinische Anwendung.
- Calciumoxalat-RaphidenSonstigeGanze Pflanze
Unlösliche, nadelförmige Calciumoxalat-Kristalle (Raphiden) in spezialisierten Idioblasten — Araceae-typischer Reizstoff. Verursachen mechanische Verletzung von Schleimhäuten und sofortiges Brennen bei Kontakt.
- Proteolytische EnzymeSonstigeGanze Pflanze
In Araceae-Pflanzen begleiten proteolytische Enzyme die Calciumoxalat-Raphiden und verstärken die Reizwirkung an Schleimhäuten — sie tragen zum brennenden Effekt beim Verschlucken bei.
- FlavonoideFlavonoidBlatt
Geringe Mengen an Flavonoiden in den Blättern; schwach antioxidativ, jedoch ohne nachgewiesene pharmakologische Relevanz beim Menschen.
- Phenolische SäurenPhenolsäureBlatt
Geringe Anteile an phenolischen Säuren in Blättern und Stängeln, typisch für Araceae; tragen nicht erkennbar zur Toxizität bei.
- ChlorophyllSonstigeBlatt
Hoher Chlorophyllgehalt — interessant: die buntblättrigen (variegaten) Sorten 'Golden Pothos', 'Marble Queen' und 'N'Joy' besitzen Bereiche mit weniger Chlorophyll und benötigen daher mehr Licht als rein grüne Pflanzen.
- Formaldehyd (aufgenommen)SonstigeGanze Pflanze
Kein Pflanzeninhaltsstoff, sondern aufgenommener Luftschadstoff: in der NASA-Studie (Wolverton 1989) baute Epipremnum aureum Formaldehyd in versiegelten Kammern messbar ab. Praktischer Effekt in realen Räumen ist laut Cummings & Waring 2020 vernachlässigbar.
- Benzol und Xylol (aufgenommen)SonstigeGanze Pflanze
In den NASA-Kammertests entfernte die Goldene Efeutute auch Benzol und Xylol aus der Luft. Die Wirkung ist auf das geschlossene Kammer-Setup beschränkt und in normal belüfteten Wohnräumen praktisch nicht messbar.
- [1]MonographieInterior Landscape Plants for Indoor Air Pollution Abatement (NASA TM-101766)(abgerufen: 2026-05-27)
- [2]MonographieCummings & Waring (2020): Potted plants do not improve indoor air quality — a review and analysis of reported VOC removal efficiencies. Journal of Exposure Science and Environmental Epidemiology 30(2): 253-261(abgerufen: 2026-05-27)
- [5]MonographieEpipremnum aureum (devil's ivy) — Royal Horticultural Society plant profile(abgerufen: 2026-05-27)
- [6]MonographieEpipremnum aureum (pothos) — CABI Invasive Species Compendium(abgerufen: 2026-05-27)
- [7]MonographieASPCA Animal Poison Control — Devils Ivy (Epipremnum aureum)(abgerufen: 2026-08-10)
- [8]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Epipremnum aureum (Linden & Andre) G.S.Bunting: giftig + (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [3]WikipediaEpipremnum aureum (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-27)
- [4]WikipediaEfeutute (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-27)
Verbreitung in Europa
🪴 Zuhause anbauen
- ☀ Licht
- wenig Licht
- 💧 Wasser
- wöchentlich
- 🌱 Erde
- Standard-Blumenerde
- 🪴 Topf
- 18 cm
- ⭐ Schwierigkeit
- ★☆☆ einfach
- 🐾 Haustiere
- für Haustiere giftig
Tipps:
- Praktisch unkaputtbar — auch im Bad-Halbschatten.
- Ranken können bis 2m lang werden — als Hängepflanze oder an Stab leiten.
- Stecklinge wurzeln in Wasserglas in 2-3 Wochen.
Pflege-Tipps sind allgemeine Empfehlungen aus Indoor-Gardening-Praxis, keine wissenschaftlichen Quellen.