© Das Mousumi · CC BY-SA 4.0 · Commons
Flamingoblume
Vorsicht🐾Flamingo flower · (Anthurium andraeanum)
Aronstabgewächse (Araceae)
Beschreibung
Das glänzend rote, wachsartige Hochblatt mit dem aufrechten, säulenförmigen Blütenkolben macht diese aus den Andenregionen Kolumbiens und Ecuadors stammende Pflanze zu einer der beliebtesten tropischen Zimmer- und Schnittblumen weltweit. Der belgische Botaniker Édouard André brachte sie 1876 in den westlichen Pflanzenhandel und gab ihr seinen Namen. Als pflegeleichte Zimmerpflanze toleriert sie mittlere Lichtverhältnisse und blüht bei guter Pflege nahezu ganzjährig, einzelne Blüten halten sechs bis acht Wochen an der Pflanze. In Anbauländern wie Hawaii, Mauritius und den Niederlanden zählt sie zu den wichtigsten Schnittblumen des internationalen Handels. WARNHINWEIS: Alle Pflanzenteile enthalten Calciumoxalat-Kristalle und Saponine. Beim Verzehr kommt es zu sofortigem Brennen und Schwellung von Lippen, Zunge und Rachen sowie vermehrtem Speichelfluss; Hautkontakt mit dem Pflanzensaft kann Dermatitis auslösen. Die Pflanze ist ausschließlich zur Zierde bestimmt und darf niemals innerlich angewendet werden.
Nur äußerlich anwenden!
Diese Pflanze darf NICHT innerlich eingenommen werden. Nur Umschläge, Salben, Bäder.
Die Flamingoblume wird weltweit als beliebte Zimmerpflanze und Schnittblume kultiviert. Ihr leuchtend rotes, gelegentlich rosa, weißes oder grünes Hochblatt (Spatha) mit dem säulenförmigen Blütenkolben (Spadix) bringt tropisches Flair in Innenräume und gilt in der Pflanzenpsychologie als stimmungsaufhellendes Element urbaner Wohnumgebungen.
Als pflegeleichte Zimmerpflanze toleriert Anthurium andraeanum mittlere Lichtverhältnisse, gleichmäßige Raumtemperaturen über 18 Grad Celsius und mäßige Bewässerung. Die Blüten halten an der Pflanze sechs bis acht Wochen und ergeben damit eine langanhaltende Dekoration für Wohn- und Büroräume.
In der internationalen Schnittblumenindustrie zählt die Flamingoblume zu den wichtigsten tropischen Schnittblumen. Hawaii, Mauritius und die Niederlande sind führende Produzenten; in der Vase hält die Blüte vier bis sechs Wochen und überdauert damit nahezu alle anderen Schnittblumen-Standards.
Anthurium-Arten wurden in einer NASA-Studie zur Innenraumluft auf ihre Fähigkeit untersucht, flüchtige organische Verbindungen wie Ammoniak, Formaldehyd, Toluol und Xylol aus der Luft aufzunehmen. Der Beitrag einzelner Pflanzen unter realen Wohnbedingungen ist gering, sie unterstützen jedoch ein angenehmes Raumklima durch erhöhte Luftfeuchtigkeit.
Vorsichtshinweis: Der Pflanzensaft enthält Calciumoxalat-Raphiden und kann bei Hautkontakt Reizungen, Rötungen und juckende Ausschläge hervorrufen. Bei Schnittblumen-Verarbeitung sollten Handschuhe getragen werden — eine ethnobotanische Hinweis-Anwendung, keine therapeutische Indikation.
In den Herkunftsländern Kolumbien und Ecuador (Anden-Westflanke, Choco-Region) ist die Flamingoblume Teil indigener Floristiktraditionen. Sie wurde von dem belgischen Botaniker Édouard André 1876 in den westlichen Pflanzenhandel eingeführt und nach ihm benannt — der Artname 'andraeanum' ehrt seinen Sammler.
⚠ Nur äußerlich anwenden
Alle Pflanzenteile enthalten unlösliche Calciumoxalat-Raphiden (nadelförmige Kristalle in spezialisierten Idioblast-Zellen) sowie Aroideae-typische Saponine. Bei Verzehr kommt es zu sofortigem Brennen und Schwellung von Lippen, Zunge und Rachen, vermehrtem Speichelfluss sowie Schluckbeschwerden. Hautkontakt mit dem Pflanzensaft kann Dermatitis auslösen. Niemals innerlich anwenden.
Keine Daten zur inneren Anwendung in der Schwangerschaft — Anthurium andraeanum ist keine Heilpflanze. Beim Umgang mit Schnittblumen Handschuhe tragen.
Keine Daten zur Stillzeit; nicht als Heilpflanze verwenden.
Außerhalb der Reichweite von Kleinkindern aufstellen. Verzehr von Spatha oder Spadix verursacht starkes Brennen im Mund, Speichelfluss und Schluckbeschwerden. Bei versehentlicher Aufnahme Mund mit kalter Milch oder Wasser spülen und Giftnotrufzentrale kontaktieren.
Kontraindikationen
- Nicht innerlich anwenden — alle Pflanzenteile sind durch Calciumoxalat-Raphiden und Aroideae-Saponine toxisch.
- Bei bekannter Empfindlichkeit gegenüber Aronstabgewächsen (Araceae) jeglichen Hautkontakt mit dem Saft vermeiden.
- Haushalte mit Katzen, Hunden oder Nagetieren: laut ASPCA gilt Anthurium als für Haustiere giftig; gegebenenfalls außer Reichweite halten oder ganz darauf verzichten.
Erntet wird: ganze Pflanze (dekorativ)
- Tageszeit:
- In der kommerziellen Schnittblumenproduktion (Hawaii, Mauritius, Niederlande) werden die Blütenstände ganzjährig in beheizten Gewächshäusern geerntet, sobald die Spatha voll ausgefärbt und der Spadix zu zwei Dritteln seines Stielstadiums entwickelt ist.
- Trocknung:
- Schnittblumen werden nicht getrocknet, sondern frisch in Wasser geliefert. Vasenhaltbarkeit vier bis sechs Wochen bei Raumtemperatur und täglichem Wasserwechsel; Stiel-Anschnitt diagonal mit scharfer Klinge.
- Tageszeit:
- Umtopfen und Teilung der Mutterpflanze erfolgen am besten im Frühjahr (März bis Mai), wenn die Pflanze in die aktive Wachstumsphase eintritt. Tagsüber bei Zimmertemperatur arbeiten, Wurzelballen vorsichtig lösen.
- Trocknung:
- Nicht getrocknet verwenden — ausschließlich als lebende Zier- oder Schnittblume. Beim Umtopfen Handschuhe tragen, da Pflanzensaft die Haut reizen kann.
- Calciumoxalat-RaphidenSonstigeGanze Pflanze
Unlösliche, nadelförmige Calciumoxalat-Kristalle in spezialisierten Idioblast-Zellen aller Pflanzenteile. Beim Anbeißen werden die Raphiden unter Druck herausgeschossen und bohren sich in die Mundschleimhaut — Hauptursache der akuten Reizsymptome.
- Anthurin (Aroideae-Saponine)SaponinGanze Pflanze
Steroidale und triterpene Saponine, die für Araceae charakteristisch sind. Sie tragen sekundär zur Schleimhautreizung bei und wirken vermutlich synergistisch mit den Calciumoxalat-Raphiden.
- FlavonoideFlavonoidBlatt
Quercetin- und Kaempferol-Glykoside in den Blättern; tragen zur antioxidativen Grundkapazität bei, ohne pharmakologische Bedeutung in der Anwendung.
- AnthocyaneFlavonoidBlüte
Pelargonidin- und Cyanidin-Glykoside in der Spatha sind verantwortlich für die roten und rosa Farbtöne. In den Niederlanden gezüchtete Sorten zeigen die ganze Bandbreite von tiefrot bis weiß je nach Anthocyan-Profil.
- Phenolische SäurenPhenolsäureBlatt
Kaffeesäure- und Chlorogensäure-Derivate als sekundäre Stoffwechselprodukte; tragen zur Pflanzenabwehr gegen pilzliche und bakterielle Pathogene bei.
- Proanthocyanidine (Tannine)GerbstoffBlatt
Kondensierte Tannine in geringen Mengen, vorwiegend in den ledrigen Blättern — adstringierend, aber für interne Anwendung ohne Bedeutung wegen der dominanten Raphiden-Toxizität.
- Ätherisches Öl (Spuren)Ätherisches ÖlBlüte
Spuren leicht flüchtiger Verbindungen im Spadix; verantwortlich für den schwachen, leicht süßlichen Eigengeruch der Blüte, der Bestäuber-Insekten in der natürlichen Tropenregenwald-Umgebung anlockt.
- [4]MonographieAnthurium andraeanum Linden ex André — Plants of the World Online (Kew)(abgerufen: 2026-05-27)
- [5]MonographieFlamingo Lily (Anthurium scherzeranum / andraeanum) — ASPCA Toxic Plants Database(abgerufen: 2026-05-27)
- [6]MonographieAnthurium andraeanum — Royal Horticultural Society Plant Finder(abgerufen: 2026-05-27)
- [7]MonographieInterior Landscape Plants for Indoor Air Pollution Abatement (NASA TM-101766)(abgerufen: 2026-05-27)
- [1]WikipediaAnthurium andraeanum (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-27)
- [2]WikipediaGroße Flamingoblume (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-27)
- [3]WikipediaAnthurium (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-27)
🪴 Zuhause anbauen
- ☀ Licht
- hell, indirekt
- 💧 Wasser
- wöchentlich
- 🌱 Erde
- Orchideen- oder Aroidenerde mit hohem Anteil grober Strukturmaterialien (Perlite, Rindenhumus)
- 🪴 Topf
- 15 cm
- ⭐ Schwierigkeit
- ★★☆ mittel
- 🐾 Haustiere
- für Haustiere giftig
Tipps:
- Die Flamingoblume ist nicht winterhart und kann in Mitteleuropa und Bulgarien ausschließlich als Zimmerpflanze gehalten werden — Temperaturen unter 15 °C hemmen das Wachstum und schädigen die Pflanze.
- Hohe Luftfeuchtigkeit (60–80 %) fördert Blüte und Wachstum — regelmäßiges Besprühen oder ein Luftbefeuchter in der Nähe sind empfehlenswert.
- Nur mit kalkarmem Wasser gießen; Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule.
- Indirektes, helles Licht ist ideal — direktes Sonnenlicht verbrennt die Hochblätter.
- Alle 6–8 Wochen in der Wachstumsperiode mit Flüssigdünger für Blühpflanzen düngen.
Pflege-Tipps sind allgemeine Empfehlungen aus Indoor-Gardening-Praxis, keine wissenschaftlichen Quellen.