© Franz Eugen Köhler (Köhler's Medizinal-Pflanzen) · Public domain · Commons
Myrrhe (Echte Myrrhe)
VorsichtMyrrh · (Commiphora myrrha)
Balsambaumgewächse (Burseraceae)
Beschreibung
Die Myrrhe ist ein dorniger, kleiner Baum bzw. Strauch aus dem nordöstlichen Afrika und der Arabischen Halbinsel (Somalia, Äthiopien, Jemen, Oman). Verletzt man die Rinde, tritt ein aromatisches Öl-Gummiharz aus, das an der Luft zu rötlich-braunen, harten Tränen erstarrt. Dieses Harz (Myrrha) wird seit dem Altertum als Räucherwerk, zur Einbalsamierung und als Heilmittel genutzt. Die Rinde ist zweischichtig, außen silbrig-grau und papierartig, innen grün.
Nur äußerlich anwenden!
Diese Pflanze darf NICHT innerlich eingenommen werden. Nur Umschläge, Salben, Bäder.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
In der Schwangerschaft nicht anwenden. Myrrhe wird traditionell als wehen- und gebärmutteranregend (Emmenagogum) angesehen; die Sicherheit ist nicht belegt.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden (EMA-Monographie).
Traditionelle Anwendung bei leichten Entzündungen und kleinen Geschwüren (Aphthen) der Mund- und Rachenschleimhaut.
Anleitung & Dosierung
Myrrhentinktur (aus dem Harz der Rinde) unverdünnt mit einem Wattestäbchen 2-3× täglich auf die betroffene Mund- oder Rachenschleimhaut tupfen, oder 5-10 Tropfen in ein Glas Wasser geben und als Mundspülung/Gurgellösung verwenden. Nicht in größeren Mengen schlucken.
- Anwendungen/Tag
- 3×
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Laut EMA-Monographie nur bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren anwenden.
Traditionelle äußerliche Anwendung bei kleinen Wunden und kleinen Furunkeln (Hautgeschwüren).
Anleitung & Dosierung
Myrrhentinktur oder eine harzhaltige Salbe dünn auf kleine Wunden und kleine Furunkel auftragen. Bei Anwendung auf der Haut kann der Alkohol der Tinktur kurzzeitig brennen.
- Anwendungen/Tag
- 3×
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Laut EMA-Monographie nur bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren anwenden.
⚠ Nur äußerlich anwenden
Nur zur örtlichen Anwendung im Mund-/Rachenraum und auf der Haut. Nicht in größeren Mengen schlucken. Tinkturen enthalten Alkohol, der beim Auftragen kurzzeitig brennen oder reizen kann. Allergische Hautreaktionen sind möglich (Häufigkeit unbekannt). Bei Überempfindlichkeit nicht anwenden. In der Schwangerschaft meiden, da Myrrhe traditionell als wehen- bzw. gebärmutteranregend gilt. Bei Beschwerden, die länger als 1 Woche anhalten oder sich verschlimmern, ärztlichen Rat einholen.
In der Schwangerschaft nicht anwenden. Myrrhe wird traditionell als wehen- und gebärmutteranregend (Emmenagogum) angesehen; die Sicherheit ist nicht belegt.
Sicherheit während der Stillzeit ist nicht belegt; eine Anwendung wird nicht empfohlen.
Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden (EMA-Monographie).
Wechselwirkungen
Antidiabetika / blutzuckersenkende Mittel
Möglicherweise additive blutzuckersenkende Wirkung; bei systemischer Aufnahme Blutzucker beobachten. Für die örtliche Anwendung gering.
Antikoagulanzien / gerinnungshemmende Mittel
Theoretisch additive gerinnungshemmende Wirkung; bei gleichzeitiger Einnahme beobachten. Für die örtliche Anwendung gering.
Kontraindikationen
- Schwangerschaft
- Überempfindlichkeit gegenüber Myrrhe
Erntet wird: Öl-Gummiharz aus der Rinde (Myrrha)
- Tageszeit:
- tagsüber während der Trockenzeit
- Trocknung:
- Das ausgetretene Harz an der Luft erhärten lassen, bis es zu rötlich-braunen Tränen wird; anschließend ablesen und trocken lagern.
- Ätherisches Öl (2,5-10 %)Ätherisches ÖlAnteil: 2.5-10%Rinde
Trägt maßgeblich zum charakteristischen Duft bei; enthält vor allem Furanosesquiterpene.
- Furanoeudesma-1,3-dienSesquiterpen
Leit-Furanosesquiterpen des ätherischen Öls; mit schmerzstillenden Eigenschaften in Verbindung gebracht.
- CurzerenSesquiterpen
Furanosesquiterpen des Myrrhenöls.
- LindestrenSesquiterpen
Weiteres charakteristisches Furanosesquiterpen der Myrrhe.
- Harz (Commiphorasäuren, 25-40 %)SonstigeAnteil: 25-40%Rinde
Harzanteil mit Commiphorasäuren und triterpenoiden Verbindungen.
- Gummi (Polysaccharide)Polysaccharid
Wasserlöslicher Gummianteil aus Polysacchariden; macht das Harz zu einem Öl-Gummiharz.
- BitterstoffBitterstoff
Verleiht der Myrrhe ihren typisch bitteren Geschmack.
- [1]MonographieEuropean Medicines Agency (HMPC): Myrrha - Herbal medicine for potential use(abgerufen: 2026-07-02)
- [6]MonographieESCOP Monographs: Myrrha (Myrrh)(abgerufen: 2026-07-02)
- [7]MonographieChemistry, pharmacology and medicinal properties of Commiphora myrrha resin (PubMed review)(abgerufen: 2026-07-02)
- [2]WikipediaMyrrhe - Wikipedia (DE)(abgerufen: 2026-07-02)
- [3]WikipediaCommiphora myrrha - Wikipedia (EN)(abgerufen: 2026-07-02)
- [5]CommonsCommiphora myrrha - Köhler's Medizinal-Pflanzen, plate 019 (1897)(abgerufen: 2026-07-02)
- [4]WikidataCommiphora myrrha (Q311830) - Wikidata(abgerufen: 2026-07-02)
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