© Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen (1887) · Public domain · Commons
Mutterkorn
Giftig🐾Ergot · (Claviceps purpurea)
Mutterkornpilzartige (Clavicipitaceae)
Beschreibung
Als schwarzviolettes, hornförmiges Sklerotium ersetzt der Mutterkornpilz einzelne Körner reifender Roggenähren, meist zwischen Juni und August sichtbar, und zählt zu den Mutterkornpilzartigen. Die Sklerotien enthalten Ergotamin, Ergometrin und Lysergsäure – Alkaloide, die in der Medizingeschichte kontrolliert zur Blutstillung nach der Geburt, zur Geburtseinleitung und später bei Migräne eingesetzt wurden, allerdings ausschließlich als standardisierte Arzneistoffe unter ärztlicher Aufsicht. Der Verzehr von mit Mutterkorn verunreinigtem Getreide dagegen löst Ergotismus (Antoniusfeuer) aus: eine Form mit starker Gefäßverengung, brennenden Schmerzen und Absterben von Gliedmaßen sowie eine Form mit Krämpfen, Halluzinationen und Nervenschäden. Historische Epidemien forderten zahlreiche Todesopfer. Mutterkorn ist hochgiftig, eine Selbstanwendung des Pilzes oder seiner Sklerotien ist lebensgefährlich und wird hier ausschließlich botanisch-historisch dargestellt.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Mutterkorn und seine Alkaloide sind hochgiftig; eine Selbstanwendung ist lebensgefährlich.
Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden
Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.
Mutterkornpräparate wurden traditionell zur Auslösung von Wehen und zur Kontrolle von Blutungen nach der Geburt eingesetzt; das 1935 isolierte Ergometrin wird wegen seiner die Gebärmutter zusammenziehenden Wirkung bei Nachblutungen verwendet. Nur als geprüftes Arzneimittel unter ärztlicher Kontrolle.
Ergotamin und Dihydroergotamin werden wegen ihrer gefäßverengenden Wirkung gegen akute Migräneanfälle eingesetzt — als verschreibungspflichtige Arzneimittel.
Der Verzehr von mit Mutterkorn verunreinigtem Getreide verursacht Ergotismus (Antoniusfeuer): eine gangränöse Form mit starker Gefäßverengung, brennenden Schmerzen und Absterben von Gliedmaßen sowie eine konvulsive Form mit Krämpfen, Halluzinationen und Nervenschäden. Historische Epidemien forderten viele Todesfälle. Mutterkorn und seine Alkaloide sind hochgiftig; eine Selbstanwendung ist lebensgefährlich.
Erntet wird: Sklerotien am Roggen (nicht zur Selbstverwendung)
- ErgotaminAlkaloid
- Ergometrin (Ergonovin)Alkaloid
- LysergsäureAlkaloid
- [2]MonographieFrom Poisoning to Pharmacy: A Tale of Two Ergots — American Society for Microbiology(abgerufen: 2026-06-23)
- [3]MonographieThe Usage of Ergot (Claviceps purpurea) in Obstetrics and Gynecology: A Historical Perspective (PMC8309974)(abgerufen: 2026-06-23)
- [1]WikipediaErgot — Wikipedia(abgerufen: 2026-06-23)
- [4]CommonsFile:Claviceps purpurea - Köhler's Medizinal-Pflanzen-185.jpg — Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-06-23)