© Franz Eugen Köhler, in Köhler's Medizinal-Pflanzen (1887), Plate 264 · Public domain · Commons
Alexandriner Senna
Vorsicht🐾Senna · (Senna alexandrina)
Hülsenfrüchtler (Fabaceae (Caesalpinioideae))
Beschreibung
Die Alexandrinische Senna (Senna alexandrina, syn. Cassia senna, Cassia angustifolia, Cassia acutifolia) ist ein sommergrüner Halbstrauch oder Strauch von 0,5 bis 3 Metern Höhe aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Die Pflanze ist im nordöstlichen Afrika, auf der Arabischen Halbinsel und in Indien heimisch und wird vor allem im oberen Niltal sowie in Südindien (Tinnevelly) angebaut. Arzneilich genutzt werden die getrockneten Fiederblättchen (Sennesblätter, Sennae folium) und die flachen, braunen Hülsenfrüchte (Sennesfrüchte, Sennae fructus). Beide Drogen enthalten Sennoside (Dianthron-Glykoside, vor allem Sennosid A und B), die als stimulierendes Abführmittel auf den Dickdarm wirken.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Herzglykoside (z. B. Digoxin)
Kurzfristige gelegentliche Verstopfung
Anleitung & Dosierung
0,5 bis 2 g zerkleinerte getrocknete Sennesblätter mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Einmal täglich, vorzugsweise abends, einnehmen. Die Dosis ist auf 15 bis 30 mg Hydroxyanthracen-Derivate (berechnet als Sennosid B) pro Tag standardisiert; stets die niedrigste Dosis verwenden, die einen weichen geformten Stuhl bewirkt. Die Wirkung tritt erst nach 8 bis 12 Stunden ein, daher abendliche Einnahme. Nicht länger als ein bis zwei Wochen ohne ärztlichen Rat anwenden.
- Trockenmenge
- 0.5–2 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Nur für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren.
Kurzfristige gelegentliche Verstopfung
Anleitung & Dosierung
Ein Aufguss aus zerkleinerten getrockneten Sennesfrüchten (Hülsen) wird so dosiert, dass 15 bis 30 mg Hydroxyanthracen-Derivate (berechnet als Sennosid B) pro Tag erreicht werden. Einmal täglich abends einnehmen, immer die niedrigste wirksame Dosis. Die Wirkung setzt nach 8 bis 12 Stunden ein. Nur kurzfristig, maximal ein bis zwei Wochen. Standardisierte Fertigpräparate sind zuverlässiger dosierbar als selbst angesetzter Tee.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Nur für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren.
Darmentleerung vor medizinischen Eingriffen
Anleitung & Dosierung
Zur Darmentleerung vor diagnostischen Eingriffen oder Operationen werden Sennesfrüchte als Einzeldosis eingesetzt, dosiert auf 15 bis 30 mg Hydroxyanthracen-Derivate (als Sennosid B). Anwendung nur nach ärztlicher Anweisung und nicht zur Daueranwendung. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Nur für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren.
Senna (Sennesblätter und Sennesfrüchte) ist ein anthranoidhaltiges, stimulierendes Abführmittel und darf nur kurzfristig (höchstens ein bis zwei Wochen) und nicht ohne ärztlichen Rat dauerhaft angewendet werden. In der Schwangerschaft nur nach ärztlichem Rat, in der Stillzeit zu meiden; nicht bei Kindern unter 12 Jahren. Bei Darmverschluss (Ileus), chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Blinddarmentzündung und Bauchschmerzen unbekannter Ursache darf Senna nicht verwendet werden. Längerer oder übermäßiger Gebrauch führt zu Kaliumverlust, der die Wirkung von Herzglykosiden gefährlich verstärken kann, sowie zu Gewöhnung, einer harmlosen dunklen Pigmentierung der Darmschleimhaut (Melanosis coli) und langfristig zu einem trägen, atonischen Dickdarm. Für isolierte Anthranoide werden mögliche genotoxische Wirkungen diskutiert; daher keine Daueranwendung. Eine harmlose Rot- bis Braunverfärbung des Urins kann auftreten. Bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen.
In der Schwangerschaft nur nach ärztlichem Rat anwenden; stimulierende Anthranoid-Abführmittel werden in der Schwangerschaft nicht empfohlen.
In der Stillzeit zu meiden, da kleine Mengen aktiver Metaboliten (Rhein) in die Muttermilch übergehen können.
Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden.
Wechselwirkungen
Herzglykoside (z. B. Digoxin)
Durch Kaliumverlust bei längerem Gebrauch kann die Wirkung und Toxizität von Herzglykosiden gefährlich verstärkt werden.
Diuretika (z. B. Thiazide)
Gemeinsame Anwendung kann den Kaliumverlust verstärken und das Elektrolytungleichgewicht vergrößern.
Kortikosteroide
Verstärkter Kaliumverlust bei gleichzeitiger Anwendung mit Nebennierenrinden-Steroiden.
Süßholzwurzel (Liquiritiae radix)
Süßholz fördert ebenfalls den Kaliumverlust; die gemeinsame Anwendung kann das Elektrolytungleichgewicht verstärken.
Antiarrhythmika
Ein durch Kaliumverlust verursachtes Elektrolytungleichgewicht kann die Wirkung von Antiarrhythmika beeinflussen.
Kontraindikationen
- Darmverschluss (Ileus) und Darmverengung (Stenose)
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
- Blinddarmentzündung (Appendizitis)
- Bauchschmerzen unbekannter Ursache
- Schwere Dehydratation mit Wasser- und Salzverlust
- Kinder unter 12 Jahren
Erntet wird: Fiederblättchen und reife Hülsenfrüchte
- Tageszeit:
- An trockenen Tagen im Spätsommer, wenn die Fiederblättchen voll entwickelt sind.
- Trocknung:
- Die Fiederblättchen im Schatten luftig trocknen, bis sie brüchig sind; Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen vermeiden, um die Sennoside zu schonen.
- Lagerung:
- 24 Monate — Trocken, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt in dicht schließenden Gefäßen aufbewahren.
- Tageszeit:
- Im Herbst, wenn die flachen Hülsen ausgereift und braun verfärbt sind.
- Trocknung:
- Die Hülsen luftig nachtrocknen, bis sie hart und gut lagerfähig sind.
- Lagerung:
- 24 Monate — Trocken, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.
- Sennosid AGlykosidAnteil: Blätter ca. 1,5-3%, Früchte 2,5-5%Blatt
Dianthron-Glykosid und arzneilich bestimmende Leitsubstanz; wird im Dickdarm von Bakterien zu wirksamen Anthronen umgewandelt, die Sekretion und Peristaltik anregen.
- Sennosid BGlykosidAnteil: Blätter ca. 1,5-3%, Früchte 2,5-5%Frucht
Dianthron-Glykosid; die Bezugssubstanz, auf die der Hydroxyanthracen-Gehalt der Drogen berechnet wird (Sennesfrüchte mind. 3,4%).
- RheinGlykosidBlatt
Anthrachinon-Aglykon und aktiver Metabolit; geht in geringen Mengen in die Muttermilch über.
- Aloe-EmodinGlykosidBlatt
Anthrachinon-Aglykon, das gemeinsam mit Rhein zur abführenden Wirkung beiträgt.
- Naphthalinglykoside (z. B. Tinnevellin-Glykosid)GlykosidBlatt
Charakteristische Begleitglykoside, die zur Unterscheidung der Senna-Drogen herangezogen werden.
- Schleimstoffe (Mucilage)PolysaccharidBlatt
Quellende Polysaccharide, die die Drogen begleiten und mild reizmildernd wirken.
- FlavonoideFlavonoidBlatt
Sekundäre Pflanzenstoffe (u. a. Kaempferol-Derivate) in geringerer Menge.
- [1]MonographieSenna leaf (Sennae folium) - herbal medicinal product - European Medicines Agency(abgerufen: 2026-06-12)
- [2]MonographieEuropean Union herbal monograph on Senna alexandrina Mill. (Cassia senna L.; Cassia angustifolia Vahl), folium(abgerufen: 2026-06-12)
- [3]MonographieSenna pods (Sennae fructus) - herbal medicinal product - European Medicines Agency(abgerufen: 2026-06-12)
- [4]MonographieFinal European Union herbal monograph on Senna alexandrina Mill. (Cassia senna L.; Cassia angustifolia Vahl), fructus (Revision 1)(abgerufen: 2026-06-12)
- [5]WikipediaAlexandrinische Senna - Wikipedia (deutsch)(abgerufen: 2026-06-12)
- [6]WikipediaSenna alexandrina - Wikipedia(abgerufen: 2026-06-12)
- [8]CommonsFile:Senna alexandrina - Köhler's Medizinal-Pflanzen-264.jpg - Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-06-12)
- [7]WikidataSenna alexandrina (Q925211) - Wikidata(abgerufen: 2026-06-12)
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