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Foto von Ricinus communis

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Ricinus communis

Giftig🐾

Ricinus · (Ricinus communis)

Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)

Beschreibung

Grossflächige, handförmig gelappte Blätter und stachelige Fruchtkapseln mit bunt gemusterten, bohnenähnlichen Samen machen diese aus wärmeren Regionen stammende Pflanze der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) unverkennbar. Aus den geernteten Samen wird durch Kaltpressung reines Rizinusöl gewonnen, das reich an Ricinolsäure ist und traditionell sowohl innerlich als auch äusserlich genutzt wurde. WICHTIG: Die ganzen, unverarbeiteten Samen enthalten das hochgiftige Lektin Rizin und sind lebensgefährlich giftig — bereits wenige zerkaute Samen können für Menschen und Tiere tödlich sein. Kaltgepresstes, pharmazeutisches Rizinusöl gilt dagegen als rizinfrei, da das Toxin wasserlöslich im Presskuchen verbleibt. Samen und unzerkleinerte Pflanzenteile müssen unbedingt von Kindern und Haustieren ferngehalten werden; bei Verdacht auf Verzehr sofort den Giftnotruf kontaktieren.

  • SalbeSamenÄußerlichVolksmedizin

    Äusserliche Anwendung von Rizinusöl bei trockener Haut, Hautekzemen, Schuppenflechte und Schuppenbildung der Kopfhaut. Der historische Beiname Palma Christi ('Hand Christi') verweist auf die volksmedizinische Reputation, Wunden zu heilen und Beschwerden zu lindern. Modern: kosmetische Hautpflege, Augenbrauen- und Wimpernpflege; in der dermatologischen Volksmedizin auch bei Berufsekzemen.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [2] [3]

  • UmschlagSamenÄußerlichVolksmedizin

    Volksmedizinische Anwendung von Rizinusöl-Packungen ('Castor Oil Packs') auf Bauch und Leber als naturheilkundliche Entgiftungs- und Entzündungsanwendung, populär gemacht durch den US-Heiler Edgar Cayce. Wissenschaftliche Evidenz fehlt; Anwendung gilt als allgemein hautverträglich. Auch Samenpulver wurde lokal auf Abszesse und Hautinfektionen aufgelegt.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [3]

  • SalbeSamenÄußerlichVolksmedizin

    Volksmedizinische Einreibung mit Rizinusöl bei Gelenkschmerzen, Arthrose und rheumatischen Beschwerden. In der ayurvedischen Tradition wird Eranda-Öl warm massiert; Rizinolsäure wirkt mild reizend und durchblutungsfördernd auf die Haut. Antimikrobielle Begleitwirkung gegen Bakterien und Pilze ist plausibel, klinische Evidenz für die rheumatologische Indikation jedoch schwach.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [2] [3]

  • RohSamenÄußerlichVolksmedizin

    Industrielle und technische Verwendung des Rizinusöls (kein medizinischer Gebrauch): hochwertiger Schmierstoff für Hochleistungsmotoren (Rotationsmotoren der WWI-Flugzeuge, klassische Rennwagen — 'Castrol R'), Komponente in Biodiesel, Ausgangsstoff für Sebacinsäure und Nylon-11, sulfoniertes 'Türkischrotöl' als historischer Detergens. Polyglycerol-Polyricinoleat (PGPR, E476) ist ein in Schokoladenherstellung zugelassener Emulgator.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [2]

Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden

Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.

  • RohSamenInnerlichTraditionell

    Rizinusöl (Oleum ricini), durch Kaltpressung aus den Samen gewonnen, ist seit dem altägyptischen Papyrus Ebers (ca. 1550 v. Chr.) als Abführmittel dokumentiert und gilt heute als das am längsten ununterbrochen verwendete Laxans der Menschheitsgeschichte. Wirkmechanismus: Im Dünndarm wird Rizinolsäure aus den Triglyceriden freigesetzt; sie reizt die Darmschleimhaut und steigert die Peristaltik. Wirkungseintritt nach 2–6 Stunden. Wichtig: Das gepresste Öl ist FREI von Rizin — das wasserlösliche Lectin verbleibt im Presskuchen; zusätzlich wird das Öl auf über 80 °C erhitzt, was Rizin denaturiert.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [2] [3]

  • RohSamenInnerlichVolksmedizin

    Historische volksgeburtshilfliche Verwendung von Rizinusöl zur Geburtseinleitung am Termin — der sogenannte 'Wehencocktail' aus Rizinusöl, Aprikosensaft, Sekt oder warmem Bad ist in deutsch-sprachigen Hebammenkreisen bis heute gelegentlich gebräuchlich. Wirkmechanismus pharmakologisch nicht eindeutig geklärt; ein Cochrane-Review-Update 2024 kommt zum Schluss, dass keine hochwertige Evidenz für Zervixreifung oder Geburtsinduktion existiert, dass aber regelmässig Übelkeit und Durchfall auftreten. Anwendung nur unter geburtshilflicher Aufsicht.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [2] [3]

  • TeeBlattInnerlichVolksmedizin

    Volksmedizinische Verwendung von Rizinus-Blattabsuden bei Husten und Atemwegsbeschwerden in Indien und Westafrika. Blätter gelten als nur mild toxisch (der Hauptgiftstoff Rizin ist in den Samen lokalisiert), dennoch ist die Anwendung wegen unklarem Wirkstoffprofil heute nicht empfohlen. In der ayurvedischen Medizin ('Eranda') traditioneller Bestandteil polyherbaler Rezepturen.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [3]

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