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Kapland-Pelargonie (Umckaloabo)
Vorsicht🐾South African geranium (Umckaloabo) · (Pelargonium sidoides)
Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
Beschreibung
Die Kapland-Pelargonie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus dem südlichen Afrika (Südafrika, Eswatini, Lesotho). Sie bildet eine bodenständige Rosette aus herzförmigen, samtig behaarten Blättern und trägt fast ganzjährig auffällige dunkelrote bis nahezu schwarze Blüten mit fünf Kronblättern. Arzneilich genutzt wird die knollig verdickte Wurzel (Pelargonii radix), aus der der standardisierte ethanolische Spezialextrakt EPs 7630 (Handelsname Umckaloabo) gewonnen wird. Anders als der Name 'Umckaloabo' nahelegt, stammt die Pflanze nicht aus der europäischen Kräutertradition, sondern aus der südafrikanischen Heilkunde.
Der Wurzelextrakt wird traditionell zur Linderung von Erkältungsbeschwerden eingesetzt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC) stuft diese Anwendung als 'traditional use' (traditionelle Anwendung) ein – die Wirksamkeit ist plausibel und die sichere Anwendung seit über 30 Jahren belegt, beruht jedoch auf langjähriger Erfahrung, nicht auf belastbaren klinischen Studien.
Anleitung & Dosierung
Standardisiert wird der ethanolische Wurzel-Spezialextrakt EPs 7630 (Umckaloabo) verwendet. Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: dreimal täglich 30 Tropfen (entspricht ca. 1,5 ml flüssigem Wurzelextrakt). Anwendung bis zum Abklingen der Beschwerden, in der Regel nicht länger als 3 Wochen. Selbst angesetzte Tinkturen erreichen nicht die definierte Wirkstoffzusammensetzung des Fertigarzneimittels; für Kinder gelten altersgestaffelte, niedrigere Dosierungen laut Packungsbeilage.
- Flüssigkeit
- 1.5–1.5 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 3 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 6 Jahre — Nicht für Kinder unter 6 Jahren; Erwachsenendosierung ab 12 Jahren (EMA HMPC). Flüssige Formen können Ethanol enthalten.
Eine Cochrane-Übersichtsarbeit (Timmer et al. 2013) wertete kontrollierte Studien zu EPs 7630 bei akuten Atemwegsinfekten aus und fand bei akuter Bronchitis einen insgesamt positiven, aber inkonsistenten Effekt auf Symptome wie Husten und Auswurf. Die Gesamtqualität der Evidenz wurde als niedrig eingestuft, viele Studien stammten vom Hersteller. Die EMA erkennt Bronchitis daher nicht als zugelassene Indikation an.
Anleitung & Dosierung
Bei akuter Bronchitis wurde der Spezialextrakt EPs 7630 in klinischen Studien meist als dreimal täglich 30 Tropfen über etwa 7 Tage geprüft. Anwendung nur nach ärztlicher Abklärung; keine Selbstbehandlung bei anhaltendem Fieber, Atemnot oder blutigem Auswurf.
- Flüssigkeit
- 1.5–1.5 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 3 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 6 Jahre — Nicht für Kinder unter 6 Jahren; Erwachsenendosierung ab 12 Jahren (EMA HMPC). Flüssige Formen können Ethanol enthalten.
In seltenen Fällen wurden Lebererkrankungen (Hepatotoxizität) im Zusammenhang mit Pelargonium-Wurzelpräparaten berichtet; seit 2014 ist ein entsprechender Warnhinweis in der Packungsbeilage vorgeschrieben. Bei Anzeichen einer Leberschädigung (Gelbsucht, dunkler Urin, Oberbauchschmerzen) ist die Anwendung sofort zu beenden und ärztlicher Rat einzuholen. Wegen des Cumarin-Gehalts wurden selten leichte Blutungen beobachtet; Vorsicht bei erhöhter Blutungsneigung und gleichzeitiger Einnahme gerinnungshemmender Mittel. Möglich sind Magen-Darm-Beschwerden und allergische Überempfindlichkeitsreaktionen. Flüssige Zubereitungen enthalten Ethanol. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen giftig. Die ASPCA stuft die ganze Gattung so ein.
Wegen fehlender Daten zur Sicherheit wird die Anwendung in der Schwangerschaft nicht empfohlen (EMA).
Wegen fehlender Daten zur Sicherheit wird die Anwendung in der Stillzeit nicht empfohlen (EMA).
Nicht für Kinder unter 6 Jahren (EMA HMPC). Bei Kindern ab 6 Jahren altersgestaffelte Dosierung laut Packungsbeilage; flüssige Formen enthalten Ethanol.
Wechselwirkungen
Anticoagulants/antiplatelets
Der Cumarin-Gehalt der Wurzel kann die Blutgerinnung beeinflussen und die Wirkung gerinnungshemmender oder thrombozytenaggregationshemmender Arzneimittel theoretisch verstärken; erhöhtes Blutungsrisiko.
Kontraindikationen
- Schwere Lebererkrankungen.
- Schwere Nierenerkrankungen.
- Erhöhte Blutungsneigung bzw. Blutgerinnungsstörungen.
- Überempfindlichkeit gegenüber Pelargonium sidoides.
Erntet wird: Wurzel (Knolle)
- Umckalin (highly oxygenated coumarin)SonstigeWurzel
Charakteristisches, stark oxygeniertes Cumarin der Pelargonium-Wurzel; gilt als Leitsubstanz.
- Scopoletin (coumarin)SonstigeWurzel
Weiteres Cumarin der Wurzel.
- Gallic acidPhenolsäureWurzel
Phenolsäure, mitbestimmend für die antimikrobielle Wirkung des Extrakts.
- Methyl gallatePhenolsäureWurzel
Methylester der Gallussäure.
- Prodelphinidins (condensed tannins)GerbstoffAnteil: ca. 6-10%Wurzel
Kondensierte Gerbstoffe; tragen zur adstringierenden und antimikrobiellen Wirkung bei.
- FlavonoidsFlavonoidWurzel
Begleitende Polyphenole in der Wurzel.
- [1]MonographieEuropean Union herbal monograph on Pelargonium sidoides DC and/or Pelargonium reniforme Curt., radix (Pelargonii radix) — EMA/HMPC, Revision 2, traditional use(abgerufen: 2026-06-12)
- [2]MonographieTimmer A, Günther J, Motschall E, Rücker G, Antes G, Kern WV. Pelargonium sidoides extract for treating acute respiratory tract infections. Cochrane Database of Systematic Reviews 2013, Issue 10: CD006323(abgerufen: 2026-06-12)
- [3]MonographiePubMed entry PMID 24146345 — Pelargonium sidoides extract for treating acute respiratory tract infections (Cochrane 2013)(abgerufen: 2026-06-12)
- [8]MonographieASPCA Animal Poison Control — Geranium (Pelargonium species)(abgerufen: 2026-08-10)
- [4]WikipediaPelargonium sidoides — Wikipedia (English)(abgerufen: 2026-06-12)
- [5]WikipediaUmckaloabo — Wikipedia (Deutsch)(abgerufen: 2026-06-12)
- [7]CommonsFile:Pelargonium sidoides 1DS-II 2-0714.jpg — Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-06-12)
- [6]WikidataPelargonium sidoides (Q163234) — Wikidata(abgerufen: 2026-06-12)
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