Donum ∞ Dei
Weiße Lippenblüten und graugrüne Blätter des Andorns

© H. Zell · CC BY-SA 3.0 · Commons

Andorn

Vorsicht

White Horehound · (Marrubium vulgare)

Lippenblütler (Lamiaceae)

Beschreibung

Der Gewöhnliche Andorn ist eine wollig behaarte, ausdauernde Staude mit graugrünen Blättern und kleinen weißen Lippenblüten in dichten Scheinquirlen. Er war 2018 Arzneipflanze des Jahres in Deutschland. Sein bitter-aromatisches Kraut wird traditionell bei Atemwegsbeschwerden und Verdauungsproblemen verwendet.

  • TeeKrautige TeileInnerlichTraditionell

    Traditioneller Andornkräutertee als Expektorans bei Erkältungshusten und Reizhusten sowie als Bittermittel bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden — Hauptindikation der EMA-Monographie.

    Anleitung & Dosierung

    AUFGUSS (EMA Traditional Use): 1,5–2,5 g getrocknetes, zerkleinertes Andornkraut (Herba Marrubii) mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Tagesdosis 4,5–7,5 g Droge (3 Einzelgaben). Warm, mäßig gesüßt mit Honig trinken. Indikation (EMA Traditional Use): Linderung von Husten bei Erkältungen und Reizhusten, Schleimlösung (Expektorans) sowie Unterstützung bei dyspeptischen Beschwerden und vorübergehendem Appetitmangel. Wirkungsweise: Marrubiin (Bitterlacton) stimuliert reflektorisch die Bronchialsekretbildung (sekretomotorisch) und reizt die Magenschleimhaut zur Gallensäuresekretion (choleretisch). Anwendungsdauer ohne ärztlichen Rat max. 4 Wochen. Bei Husten mit Fieber, eitrigem Auswurf, Atemnot oder anhaltenden Beschwerden über 1 Woche Arzt aufsuchen.

    Trockenmenge
    1.52.5 g
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    4 Wochen

    Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Laut EMA nur für Erwachsene und Jugendliche ab 18 Jahren — keine ausreichenden Daten für Kinder unter 18.

    [#src_ema_marrubii_herba] [#src_escop_marrubii_herba] [#src_kommission_e_marrubium]

  • TinkturKrautige TeileInnerlichTraditionell

    Alkoholische Andorntinktur als Alternative zum Tee — praktisch vor Mahlzeiten als Bittermittel und Expektorans bei Erkältungshusten.

    Anleitung & Dosierung

    TINKTUR (Droge-Auszug-Verhältnis 1:5, Auszugsmittel Ethanol 25–45 %): 1–2 ml (~20–40 Tropfen) in etwas Wasser verdünnt 3× täglich, vorzugsweise vor den Mahlzeiten (für die bittervermittelte Wirkung auf Galle und Verdauung). Tagesdosis entspricht ca. 4,5–7,5 g Droge. Traditionelle Anwendung wie Tee — Expektorans und Bittermittel. Ethanolgehalt beachten: nicht geeignet bei Alkoholabhängigkeit, schwerer Lebererkrankung, Epilepsie. Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit.

    Flüssigkeit
    12 ml
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    4 Wochen

    Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für Erwachsene ab 18 Jahren wegen Ethanolgehalt und fehlender Kinderdaten.

    [#src_ema_marrubii_herba] [#src_escop_marrubii_herba]

  • TeeKrautige TeileInnerlichKommission E

    Bitterstofftee aus Andornkraut zur Anregung der Verdauung, Gallenproduktion und Gallenfluss — Kommission-E-positiv-Bewertung für Appetitlosigkeit und Dyspepsie.

    Anleitung & Dosierung

    BITTERMITTEL-TEE (Kommission-E-Indikation): 2–4 g getrocknetes Andornkraut mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Ungesüßt oder minimal gesüßt vor den Mahlzeiten trinken — Bitterstoffe wirken am stärksten, wenn sie die Geschmacksrezeptoren ungehindert erreichen. 3× täglich vor den Mahlzeiten. Tagesdosis 6–12 g Droge gemäß Kommission E. Indikation: Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden, Gallen- und Leberstoffwechselanregung (Cholagogum, Choleretikum). Marrubiin und seine Abbauprodukte (Marrubiinsäure) stimulieren hepatisch die Gallensekretion messbar.

    Trockenmenge
    24 g
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    4 Wochen

    [#src_kommission_e_marrubium] [#src_wichtl_marrubium] [#src_escop_marrubii_herba]

  • TinkturKrautige TeileInnerlichVolksmedizin

    Volksheilkundliche Anwendung als Bitterbitter-Tonikum und alternativ-entschlackendes Mittel bei rheumatischen Beschwerden — ohne klinische Belege, nur historisch dokumentiert.

    Anleitung & Dosierung

    ANDORN-BITTERMITTEL-TINKTUR (Volksheilkunde): 1–1,5 ml (~20–30 Tropfen) Andorntinktur in Wasser 2× täglich. Volksheilkundlich wurde Andorn auch als blutreigendes (alteratives) Mittel zur Entschlackung und bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Klinische Belege fehlen für diese Indikation. NICHT mit herzwirksamen Medikamenten kombinieren (potenzielle Herzrhythmuswirkung von Marrubiin in hohen Dosen). Nur für Erwachsene.

    Flüssigkeit
    11.5 ml
    Anwendungen/Tag
    2×
    Max. Anwendungsdauer
    6 Wochen

    [#src_madaus_1938_marrubium] [#src_pfaf_marrubium]

  • GurgelnKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin

    Volksmedizinischer Andorn-Gurgeltee bei Halsschmerzen, Heiserkeit und Rachenentzündung — adstringierende Gerbstoffe wirken lokal beruhigend.

    Anleitung & Dosierung

    GURGELTEE: 2–3 g Andornkraut mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen, auf handwarm abkühlen. Mehrmals täglich (3–4×) damit 30–60 Sekunden gurgeln — nicht schlucken. Volksheilkundlich bei Halsschmerzen, Heiserkeit und Rachenentzündung. Adstringierende Gerbstoffe und antimikrobielle Lamiaceengerbstoffe wirken lokal beruhigend auf die Rachenschleimhaut. Begleitend zum Kräutertee einsetzbar.

    Trockenmenge
    23 g
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    2 Wochen

    [#src_madaus_1938_marrubium] [#src_pfaf_marrubium] [#src_wp_de_andorn]

  • GewürzKrautige TeileInnerlichVolksmedizin

    Kulinarische Nutzung junger Andornblätter als intensiver Bitterwürzstoff in Digestifs, Kräuterlikören und traditionellen Andorn-Bonbons (angelsächsische Volksküche).

    Anleitung & Dosierung

    KULINARIK & LIKÖR: Junge, frische Andornblätter in sehr kleinen Mengen als aromatisch-bitterer Würzzusatz in Kräuteressig, Kräuterbutter oder herzhaften Speisen. Andorn ist Bestandteil traditioneller Kräuterliköre und Digestifs (z. B. historischer Marrubium-Bitters). Für Andorn-Bonbons (Horehound candy — traditionell angelsächsisch): frischen Pflanzenextrakt mit Zucker einkochen. Sehr intensiv bitter — sparsam verwenden. Kulinarische Dosen (wenige Gramm frisches Kraut täglich) gelten als unbedenklich.

    [#src_pfaf_marrubium] [#src_wp_en_horehound]

  • TeeKrautige TeileInnerlichVolksmedizin

    Historisch-volksmedizinischer Andorntee bei fieberhaften Erkältungen als schweißtreibendes Mittel — in-vitro-Belege für Entzündungshemmung, klinische Daten fehlen.

    Anleitung & Dosierung

    FIEBERTEE (historisch-volksheilkundlich): 1,5–2 g Andornkraut mit 200 ml heißem Wasser übergießen, 8 Minuten ziehen lassen, abseihen, warm trinken. 3× täglich bei fieberhaften Erkältungen. Historisch wurde Andorn als schweißtreibendes (diaphoretisches) und fiebersenkendes (antipyretisches) Mittel eingesetzt. Klinische Belege für diese Wirkungen liegen nicht vor; mäßige Entzündungshemmung durch Phenylpropanoide und Flavonoide in-vitro dokumentiert. Bei Fieber über 39 °C, starker Beeinträchtigung oder Fieber über 3 Tage: Arzt aufsuchen.

    Trockenmenge
    1.52 g
    Anwendungen/Tag
    3×
    Max. Anwendungsdauer
    2 Wochen

    [#src_madaus_1938_marrubium] [#src_who_marrubium] [#src_wp_de_andorn]

Klassische Zitate

"Der Andorn ist eines der ältesten und bewährtesten Mittel bei Erkrankungen der Atmungswege."

— Madaus, 1938 Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band III · Marrubium vulgare — Andorn

Verbreitung in Europa

Mehr aus dieser Familie · Lippenblütler

DEENFRESBG