© Unknown · CC BY-SA 3.0 · Commons
Gummibaum
Vorsicht🐾Ficus elastica · (Ficus elastica)
Maulbeergewächse (Moraceae)
Beschreibung
Große, ledrig glänzende, ovale Blätter mit einer markanten roten Blattscheide an der Triebspitze verraten den Gummibaum sofort – als robuste Zimmerpflanze verträgt er auch schattigere Standorte und unregelmäßige Pflege. Sein Name geht auf den milchigen Latex zurück, der historisch zur Kautschukgewinnung aus der Rinde diente und volksheilkundlich äußerlich bei Wunden Anwendung fand. In Untersuchungen zur Raumluft zeigten die Blätter eine Aufnahme von Formaldehyd und weiteren flüchtigen organischen Verbindungen, weshalb der Gummibaum gern als natürlicher Luftverbesserer gehalten wird. Der Latex kann Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen – beim Rückschnitt sind Handschuhe ratsam –, zudem enthält er Furocumarine, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen können. Für Katzen und Hunde gilt die Pflanze als leicht giftig und kann Magen-Darm- sowie Hautreizungen verursachen.
Nur äußerlich anwenden!
Diese Pflanze darf NICHT innerlich eingenommen werden. Nur Umschläge, Salben, Bäder.
Als lebende Zimmerpflanze aufgestellt absorbiert Ficus elastica nachweislich Formaldehyd aus der Innenraumluft. Die NASA-Studie von Wolverton (1989) listet ihn als wirksame Pflanze zur Luftreinigung.
Die großen, glänzenden Blätter geben durch Transpiration Feuchtigkeit ab und verbessern so das Raumklima in trockenen Innenräumen.
In Südostasien wird der Milchsaft des Gummibaums traditionell äußerlich auf Hautwunden und entzündliche Hautstellen aufgetragen. Aufgrund des Reizpotentials der Furocumarine ist Vorsicht geboten.
Historisch (19. Jh. bis frühe Plantagenwirtschaft) wurde der Latex von Ficus elastica in Indien und Myanmar zur Kautschukgewinnung geerntet, bevor Hevea brasiliensis wirtschaftlich dominant wurde. Noch heute wird er gelegentlich für kleine Handwerksobjekte genutzt.
Neben Formaldehyd reduzieren Ficus-Arten laut ergänzenden Studien auch Trichlorethen und weitere flüchtige organische Verbindungen (VOC) in Innenräumen.
⚠ Nur äußerlich anwenden
Milchsaft (Latex) kann Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen — Handschuhe beim Beschneiden tragen. Furocumarine im Latex erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut. Für Katzen und Hunde leicht giftig (Magen-Darm-Reizung, Hautreizung). ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen giftig. Die ASPCA stuft die ganze Gattung so ein.
Kontakt mit Latex meiden; Innere Anwendung nicht indiziert.
Kontakt mit Latex meiden; Innere Anwendung nicht indiziert.
Reichweite für Kleinkinder meiden — Latex bei Hautkontakt oder Verschlucken reizend.
Kontraindikationen
- Bekannte Latex-Allergie (Kreuzreaktion mit Hevea-Latex möglich)
- Empfindliche Haut ohne Schutzhandschuhe bei Pflegearbeiten
Erntet wird: ganze Pflanze (dekorativ)
- Tageszeit:
- Morgens (Turgordruck am höchsten)
- Trocknung:
- Für Dekorationszwecke — nicht getrocknet; für Extraktion bei 30–40 °C im Schatten.
- Tageszeit:
- Früh morgens (Latex-Fluss am stärksten vor der Mittagshitze)
- Trocknung:
- Latex frisch verwenden; Koagulation durch Essigsäure oder Wärme möglich.
- Caoutchouc (Naturkautschuk / Natural rubber)SonstigeAnteil: ca. 5-10 % (Latex-Anteil)Rinde
Hauptbestandteil des Milchsafts; Grundlage der historischen Kautschukgewinnung aus Ficus elastica.
- Furocumarine (Psoralen, Bergapten)SonstigeBlatt
Phototoxische Verbindungen im Latex; können bei Hautkontakt mit anschließender UV-Exposition Verbrennungen verursachen.
- Triterpenoide (Friedelan-Typ)SonstigeBlatt
Typische Triterpene der Moraceae; entzündungshemmende Eigenschaften werden diskutiert.
- Flavonoide (Rutin, Quercetin-Derivate)FlavonoidBlatt
Antioxidative Verbindungen in den Blättern; typisch für Moraceae-Arten.
- Alkaloide (spp.-typisch, geringfügig)AlkaloidGanze Pflanze
Geringe Alkaloidanteile, wie für Moraceae charakteristisch; Toxikologisch wenig relevant bei normaler Zimmerpflanzen-Nutzung.
- Calciumoxalat-KristalleMineralstoffBlatt
Mikrokristalle in Blättern und Saft; mechanisch reizend für Mundschleimhaut — mitverantwortlich für die leichte Giftigkeit bei Haustieren.
- [1]MonographieWolverton BC (1989): Interior Landscape Plants for Indoor Air Pollution Abatement — NASA Technical Report(abgerufen: 2026-05-24)
- [4]MonographiePlants for a Future (PFAF): Ficus elastica(abgerufen: 2026-05-24)
- [5]MonographieRoyal Horticultural Society (RHS): Ficus elastica(abgerufen: 2026-05-24)
- [6]MonographieASPCA Animal Poison Control — Weeping Fig (Ficus sp.)(abgerufen: 2026-08-10)
- [7]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Ficus elastica Roxb.: schwach giftig (+) (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [2]WikipediaFicus elastica (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-24)
- [3]WikipediaGummibaum (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-24)
Verbreitung in Europa
🪴 Zuhause anbauen
- ☀ Licht
- hell, indirekt
- 💧 Wasser
- wöchentlich
- 🌱 Erde
- Standard-Blumenerde, durchlässig
- 🪴 Topf
- 25 cm
- ⭐ Schwierigkeit
- ★☆☆ einfach
- 🐾 Haustiere
- für Haustiere giftig
Tipps:
- Blätter regelmäßig abstauben — sonst leidet die Photosynthese.
- Drehen für gleichmäßigen Wuchs, nicht ständig umstellen.
- Milchsaft beim Schneiden — Hände waschen.
Pflege-Tipps sind allgemeine Empfehlungen aus Indoor-Gardening-Praxis, keine wissenschaftlichen Quellen.