Donum ∞ Dei
Foto von Weihnachtsstern (Pflanze)

© Frank Vincentz · CC BY-SA 3.0 · Commons

Weihnachtsstern (Pflanze)

Vorsicht🐾

Poinsettia · (Euphorbia pulcherrima)

Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)

Beschreibung

Die leuchtend roten „Blütenblätter“ des Weihnachtssterns sind botanisch gesehen keine Blüten, sondern gefärbte Hochblätter, die winzige unscheinbare Blüten umgeben – ein Trick, der die Pflanze zur meistverkauften Topfpflanze der Adventszeit macht. Genutzt wird traditionell vor allem der milchige Pflanzensaft, dem in der Volksmedizin verschiedener Herkunftsregionen äußerlich Anwendungen bei Hautproblemen und Wunden zugeschrieben werden; belastbare Belege dafür fehlen. Der Latex enthält reizende Diterpenester und Triterpene und kann bei Hautkontakt Rötung, Juckreiz und Brennen auslösen, bei Augenkontakt sollte sofort mit Wasser gespült werden. Anders als der verbreitete Mythos suggeriert, ist der Weihnachtsstern beim Verschlucken kleiner Mengen kein lebensbedrohlicher Fall: Es drohen allenfalls leichte Übelkeit und Mundreizung, auch für Hunde und Katzen gilt die Pflanze nur als schwach toxisch. Bei größeren Mengen ist dennoch der Giftnotruf sinnvoll.

  • RohGanze PflanzeÄußerlichVolksmedizin

    Euphorbia pulcherrima wird weltweit als Adventspflanze und Winterschmuck in Innenräumen gehalten. Außerhalb der gemäßigten Zone ist sie ein Strauch oder kleiner Baum bis 4 m. Als Topfpflanze benötigt sie in der Vorweihnachtszeit helle Standorte (aber kein pralle Sonne), Temperaturen über 15 °C und Schutz vor Zugluft. Die intensiv roten Hochblätter (Brakteen) — nicht Blüten — sind für die Zierwirkung verantwortlich.

    Quellen: [7] [8]

  • UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin

    In der aztekischen Volksmedizin (Nahuatl: Cuetlaxochitl) wurde der Milchsaft der Pflanze auf Brandwunden und entzündliche Hautreizungen aufgetragen. Die Azteken nutzten die Blätter als Verbandmaterial und zur Blutstillung. Diese Anwendung ist durch ethnobotanische Quellen dokumentiert. Aufgrund der Diterpenester im Latex kann der Milchsaft selbst bei empfindlicher Haut Kontaktdermatitis verursachen — daher nur mit Vorsicht und nach Hautverträglichkeitstest.

    Quellen: [3] [4] [6]

  • TinkturBlattÄußerlichVolksmedizin

    Historisch wurde verdünnter Milchsaft des Weihnachtssterns in Mexiko als Mittel gegen Warzen verwendet: einige Tropfen direkt auf die Warze aufgetragen. Die ätzende Wirkung der Diterpenester soll das Warzengewebe zerstören. Vergleichbare Warzenmittel werden auch aus anderen Euphorbia-Arten gewonnen (E. peplus — Petty spurge). Diese Anwendung ist NICHT für selbst zubereitete Extrakte empfohlen; Kontakt mit gesunder Haut und Augen vermeiden.

    Quellen: [5] [6]

  • TeeBlattInnerlichVolksmedizin

    In manchen Regionen Mexikos und Mittelamerikas wurden Blätteraufgüsse des Weihnachtssterns volksmedizinisch bei Fieber eingesetzt. Diese interne Anwendung ist NICHT empfohlen und historisch schlecht belegt. Der Latex kann bei oraler Aufnahme Übelkeit und Schleimhautreizung verursachen. Die toxikologische Untersuchung (Winek et al. 1978, Runyon 1980) zeigt, dass die Pflanze weniger giftig als historisch befürchtet ist, aber interne Anwendung dennoch ohne Nutzen-Risiko-Bewertung nicht vertretbar ist.

    Quellen: [1] [2] [6]

  • BadBlattÄußerlichVolksmedizin

    In der mexikanischen Volksmedizin wurden Blätter des Weihnachtssterns in Badewasser für fiebersenkendes Sitzbad oder Vollbad verwendet. Die Anwendung als Fußbad oder verdünntes Körperbad gilt als weniger problematisch als direkter Milchsaftkontakt, da die wasserlöslichen Bestandteile weniger Diterpenester enthalten als reiner Latex. Dennoch: Bei empfindlicher Haut Verträglichkeit prüfen.

    Quellen: [1] [6]

  • RohBlattÄußerlichVolksmedizin

    TOXIZITÄTS-MYTHOS KORRIGIERT: Der verbreitete Mythos, dass der Weihnachtsstern für Menschen tödlich giftig sei, ist wissenschaftlich widerlegt. Klinische Untersuchungen (Winek et al. 1978, Runyon 1980) zeigen, dass selbst eine Ingestion großer Blatt- und Stängelmengen bei Ratten keine letale Toxizität auslöst. Vergiftungsdaten aus Giftnotrufzentralen belegen, dass Kontaktexposition oder Verschlucken kleiner Mengen meist nur milde Magen-Darm-Reizung und/oder Hautrötung verursacht. Der Latex kann bei Kontakt Kontaktdermatitis und Augenreizung hervorrufen — aber KEINE systemische Vergiftung unter normalen Haushaltsbedingungen.

    Quellen: [1] [2] [3]

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