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Teestrauch
VorsichtTea plant · (Camellia sinensis)
Teestrauchgewächse (Theaceae)
Beschreibung
Der Teestrauch ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Teestrauchgewächse, ursprünglich aus dem Grenzgebiet zwischen Südwestchina, Nordostindien und Myanmar. Sich selbst überlassen würde er mehrere Meter hoch werden; auf den Plantagen hält man ihn durch Schnitt auf Hüfthöhe, damit die jungen Triebe von Hand gepflückt werden können. Geerntet wird meist nur die Knospe mit den zwei folgenden Blättern. Aus seinen ledrigen, gesägten Blättern stammen alle echten Teesorten — grüner, weißer, Oolong- und schwarzer Tee. Die Unterschiede entstehen nicht durch verschiedene Pflanzen, sondern allein durch die Verarbeitung: Grüner Tee wird gleich nach der Ernte erhitzt, damit die Blattenzyme abgetötet werden; schwarzer Tee darf vorher durchoxidieren, wovon er Farbe und Malzton bekommt; Oolong liegt dazwischen. Die Blätter enthalten Koffein, die Aminosäure L-Theanin sowie Polyphenole, allen voran die Catechine mit dem viel untersuchten EGCG. Als Getränk gilt Tee für Erwachsene als unbedenklich. Bei konzentrierten Grüntee-Extrakten sieht es anders aus — dazu steht Genaueres im Sicherheits-Abschnitt.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Leberbelastende Arzneimittel und Grüntee-Extrakte
Tee enthält Koffein und wirkt anregend; er wird traditionell als Genuss- und Wachmacher-Getränk getrunken. Das L-Theanin im Blatt dämpft die Koffeinwirkung etwas ab — deshalb wird sie oft als ruhiger empfunden als beim Kaffee. Wie viel Koffein in die Tasse gelangt, hängt stark von Ziehzeit und Wassertemperatur ab.
Anleitung & Dosierung
Grüner Tee verträgt kein kochendes Wasser: 70–80 °C, ein bis drei Minuten. Zu heiß oder zu lange, und die Gerbstoffe machen ihn bitter. Schwarzer Tee dagegen mit kochendem Wasser, drei bis fünf Minuten.
- Anwendungen/Tag
- 4×
Die Blätter sind reich an Catechinen (v. a. EGCG) mit antioxidativen Eigenschaften im Labor. Studien deuten auf eine bescheidene Senkung von Cholesterin hin; ein gesicherter gesundheitlicher Nutzen beim Menschen ist nicht belegt. Das amerikanische NCCIH fasst die Lage so zusammen, dass für keine Erkrankung ein gesicherter Nutzen von Grüntee nachgewiesen ist — was im Labor überzeugt, hält beim Menschen bisher nicht Schritt.
Die Polyphenole im Tee binden pflanzliches Eisen im Darm und verringern dessen Aufnahme erheblich — ein Effekt, der beim Menschen gut gemessen ist. Für die meisten ist das ohne Belang; bei Eisenmangel, in der Schwangerschaft oder bei vegetarischer Ernährung lohnt es sich, Tee mit ein bis zwei Stunden Abstand zur Mahlzeit zu trinken. Vitamin C zum Essen wirkt in die Gegenrichtung.
Quellen: [4]
Tee als Getränk gilt für Erwachsene als unbedenklich. Das Koffein kann Schlaf, Herzschlag und Blutdruck beeinflussen; in Schwangerschaft und Stillzeit Koffein begrenzen. Tee zu den Mahlzeiten hemmt die Aufnahme von pflanzlichem Eisen deutlich — bei Eisenmangel mit Abstand zu eisenreichen Mahlzeiten trinken. Konzentrierte Grüntee-Extrakte (Kapseln) wurden mit seltenen, aber schweren Leberschäden in Verbindung gebracht; die EU begrenzt EGCG auf unter 800 mg pro Tag. Grüntee kann die Wirkung einiger Medikamente verändern.
Als Getränk in Maßen üblich, aber das Koffein zählt zur Tagesmenge dazu. Zusätzlich hemmt Tee die Eisenaufnahme, was in der Schwangerschaft eher ungünstig ist — Abstand zur Mahlzeit halten. Grüntee-Extrakte in Kapselform sind nicht angebracht.
Koffein geht in die Muttermilch über; Säuglinge bauen es deutlich langsamer ab als Erwachsene. Wenige Tassen über den Tag verteilt gelten als vertretbar, größere Mengen können das Kind unruhig machen.
Wegen des Koffeins und der gehemmten Eisenaufnahme für kleine Kinder nicht als Alltagsgetränk geeignet. Grüntee-Extrakte gehören gar nicht in Kinderhand.
Wechselwirkungen
Eisenpräparate
Die Polyphenole binden Eisen im Darm und verringern die Aufnahme deutlich. Eisentabletten und Tee mindestens ein bis zwei Stunden auseinander einnehmen.
Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ (Warfarin, Phenprocoumon)
Grüntee enthält Vitamin K, das die Wirkung dieser Mittel abschwächen kann. Nicht die gelegentliche Tasse ist das Problem, sondern eine plötzliche Änderung der täglichen Menge.
Leberbelastende Arzneimittel und Grüntee-Extrakte
Bei hochdosierten Extrakten ist Leberschaden dokumentiert. Zusammen mit leberbelastenden Medikamenten oder Alkohol ist von solchen Präparaten abzuraten.
Koffeinhaltige Mittel und Stimulanzien
Das Koffein aus dem Tee addiert sich zu anderen Quellen — Herzklopfen, Unruhe und Schlafstörungen können die Folge sein.
Kontraindikationen
- Hochdosierte Grüntee-Extrakte bei bestehender Lebererkrankung. Die Leberschädigung tritt idiosynkratisch auf — sie hängt weniger von der Menge als von der eigenen Veranlagung ab, tritt meist innerhalb von ein bis sechs Monaten auf und verläuft wie eine akute Hepatitis. In einer Untersuchungsreihe waren 35 % der Fälle schwer, 8 % brauchten eine Lebertransplantation. Das reine Teetrinken ist davon nicht betroffen.
- Ausgeprägter Eisenmangel — dann Tee nur mit deutlichem Abstand zu den Mahlzeiten.
Erntet wird: Blätter
- Tageszeit:
- Gepflückt wird die Knospe mit den zwei folgenden Blättern, am frühen Vormittag. Der erste Austrieb im Frühjahr gilt als der feinste; danach treibt der Strauch alle ein bis zwei Wochen nach.
- Trocknung:
- Für grünen Tee die Blätter innerhalb weniger Stunden erhitzen — im Wok gerührt oder kurz gedämpft —, damit die Enzyme abgetötet werden; danach rollen und trocknen. Lässt man sie stattdessen welken und rollt sie erst dann, oxidieren sie und es entsteht schwarzer Tee.
- Lagerung:
- 12 Monate — Luftdicht, dunkel, kühl und weit weg von Gewürzen — Tee nimmt fremde Gerüche an. Grüner Tee verliert schneller als schwarzer.
- KoffeinAlkaloidAnteil: 2–4 %Blatt
In der Knospe am höchsten, in älteren Blättern geringer.
- Catechine (EGCG, EGC, ECG)FlavonoidBlatt
In grünem Tee erhalten, in schwarzem durch die Oxidation weitgehend zu Theaflavinen umgewandelt. EGCG ist zugleich der Stoff, der bei Extrakten die Leber belasten kann.
- L-TheaninSonstigeBlatt
Aminosäure, die für den umami-artigen Geschmack sorgt und die Koffeinwirkung abmildert.
- Theaflavine und ThearubigineGerbstoffBlatt
Entstehen erst bei der Oxidation — sie machen schwarzen Tee dunkel und mild.
- Tannine (Gerbstoffe)GerbstoffBlatt
- FluoridMineralstoffBlatt
- Vitamin KVitaminBlatt
- [1]MonographieA Comprehensive Insight on the Health Benefits and Phytoconstituents of Camellia sinensis (Antioxidants 2019, PMC6826564)(abgerufen: 2026-06-23)
- [2]MonographieGreen Tea — NCCIH (NIH)(abgerufen: 2026-06-23)
- [3]MonographieGreen Tea — LiverTox (NIH, NBK547925)(abgerufen: 2026-08-20)
- [4]MonographieInhibition of non-haem iron absorption in man by polyphenolic-containing beverages (British Journal of Nutrition)(abgerufen: 2026-06-23)
- [5]CommonsFile:Csinensis.jpg — Wikimedia Commons(abgerufen: 2026-06-23)