© Carl Axel Magnus Lindman · Public domain · Commons
Wildes Stiefmütterchen
VorsichtViola tricolor · (Viola tricolor)
Veilchengewächse (Violaceae)
Beschreibung
Das Wilde Stiefmütterchen, im Volksmund auch Ackerveilchen, Muttergottesschuh, Mädchenaugen, Schöngesicht oder Liebesgesichtli sowie Christusauge und kurz auch einfach Stiefmütterchen, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Veilchengewächse (Violaceae).
- TeeKrautige TeileInnerlichTraditionell
Traditioneller innerlicher Kräutertee aus dem blühenden Stiefmütterchenkraut bei seborrhoischen Hauterkrankungen und Gneiss (Kopfschuppenflechte bei Kindern) — EMA-Monographie listet diese als traditionelle Indikation.
Anleitung & Dosierung
AUFGUSS (innerlich, traditionelle Anwendung EMA): 1,5–3 g getrocknetes Stiefmütterchenkraut (Violae tricoloris herba) mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 3× täglich trinken. Traditionell bei seborrhoischen Hauterkrankungen und milden Hautausschlägen (z. B. seborrhoische Dermatitis, Gneiss bei Kindern) als begleitende innerliche Kur angewendet. Anwendungsdauer nicht über 4 Wochen ohne ärztliche Abklärung verlängern; bei Verschlechterung oder ausbleibender Verbesserung Arzt aufsuchen.
- Trockenmenge
- 1.5–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
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- BadKrautige TeileÄußerlichTraditionell
Äußerliche Waschung und Umschlag mit Stiefmütterchen-Aufguss bei seborrhoischer Haut, Gneiss und milden Hautausschlägen — traditionelle EMA-Indikation für externe Anwendung.
Anleitung & Dosierung
ÄUSSERER AUFGUSS / WASCHUNG: 5–10 g getrocknetes Stiefmütterchenkraut mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und auf Körperwärme abkühlen. Als Waschung, Umschlag oder Teilbad auf die betroffene Hautpartie auftragen, 10–15 Minuten einwirken lassen, 2–3× täglich. Traditionell bei seborrhoischer Dermatitis, Gneiss (Säuglings-Kopfschuppenflechte), milden Hautausschlägen und schuppiger, juckender Haut. Für empfindliche Kinderhaut stets Konzentration halbieren und zuerst kleine Testfläche prüfen.
- Trockenmenge
- 5–10 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
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- UmschlagKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin
Volksheilkundlicher Umschlag mit Stiefmütterchenkraut-Aufguss bei Juckreiz, leichten Hautentzündungen und schuppigen Ekzemen.
Anleitung & Dosierung
UMSCHLAG: 3–5 g Kraut mit 200 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen, abseihen. Ein sauberes Tuch in den abgekühlten Aufguss tauchen, gut auswringen und auf die betroffene Stelle (z. B. juckende Hautpartie, leichte Entzündung, Kratzer) legen. 15–20 Minuten einwirken lassen, ggf. 2× täglich wiederholen. Volksheilkundliche Anwendung gegen Juckreiz, leichte Hautentzündungen, schuppige Ekzeme und als Wundhilfe bei kleinen Verletzungen. Bei offenen oder infizierten Wunden kein Kräuterumschlag — ärztliche Behandlung.
- Trockenmenge
- 3–5 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
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- TeeKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
Volksheilkundlicher Erkältungs- und Hustentee — schleimstoffhaltig, mild schweißtreibend, traditionell bei Katarrhen der oberen Atemwege.
Anleitung & Dosierung
HUSTEN- UND ERKÄLTUNGSTEE: 1,5–2,5 g getrocknetes Stiefmütterchenkraut mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. 3× täglich, ggf. mit etwas Honig gesüßt. Volksheilkundlich bei Erkältungshusten, katarrhalischen Atemwegsbeschwerden und als leicht schweißtreibendes Mittel bei leichtem Fieber eingesetzt. Die Schleimstoffgehalt-bedingte Wirkung soll Reizhusten lindern. Kein Ersatz für ärztliche Behandlung bei anhaltenden oder starken Atemwegsbeschwerden.
- Trockenmenge
- 1.5–2.5 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
- TeeKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
Traditioneller "Blutreinigungstee" bei chronischen Hautleiden, Ekzemen, Gicht und Gelenkbeschwerden — salicylathaltig, mild diuretisch; kein modernes medizinisches Äquivalent für "Blutreinigung".
Anleitung & Dosierung
REINIGUNGSTEE (Volksmedizin): 1,5–3 g Kraut in 200 ml heißem Wasser, 10 Minuten ziehen, abseihen. 3× täglich. In der europäischen Volksmedizin wurde das Stiefmütterchen über Jahrhunderte als mildes "Blutreinigungsmittel" bei Hautproblemen, chronischem Ekzem, Gicht und Arthritis eingesetzt — v. a. der Salicylat-Gehalt galt als harntreibend und stoffwechselanregend. Dieser traditionelle Begriff "Blutreinigung" entspricht keinem modernen medizinischen Konzept; gemeint ist eine milde diuretische und metabolische Unterstützung. Moderne Belege beschränkt.
- Trockenmenge
- 1.5–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
- TinkturKrautige TeileInnerlichTraditionell
Traditionelle Tinktur bei seborrhoischen Hauterkrankungen — innerlich und äußerlich anwendbar; enthält Ethanol, daher nicht für Kinder unter 12.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR (1:5 in 25–40 % Ethanol): 1–2 ml (~20–40 Tropfen) 3× täglich in etwas Wasser innerlich, oder unverdünnt äußerlich auf betroffene Hautstellen tupfen (verdünnt 1:3 mit Wasser für empfindliche Haut). Traditionell bei seborrhoischen Hauterkrankungen eingesetzt — Schleimstoffgehalt wirkt hüllend, Flavonoide antioxidativ, Salicylate mild entzündungshemmend. Wegen Ethanolgehalt nicht bei Kindern unter 12 Jahren, Schwangeren oder bei bekannter Alkoholproblematik.
- Flüssigkeit
- 1–2 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
- SalbeKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin
Volksheilkundliche Öl-Salbe aus Stiefmütterchenkraut bei trockener, schuppiger Haut, Ekzemen und kleinen Wunden — wohltuend-hüllende Wirkung durch Schleimstoffe.
Anleitung & Dosierung
SALBE / MAZERAT: Frisches oder getrocknetes Stiefmütterchenkraut (1 Teil Droge) in erwärmtem Olivenöl oder Mandelöl (5 Teile Öl) 2–3 Stunden bei ca. 50 °C im Wasserbad mazerieren, abseihen, gut ausdrücken. Für Salbe: auf 100 g Ölauszug ca. 5–10 g Bienenwachs schmelzen und einrühren, bei Bedarf mit wenigen Tropfen Lavendelöl duften. In dunkle Tiegel abfüllen, kühl lagern (Haltbarkeit 3–6 Monate). Volksheilkundlich bei trockener, schuppiger Haut, leichten Ekzemen, Hautentzündungen und kleinen Wunden.
- RohBlüteInnerlichVolksmedizin
Essbare Wildblüten — dekorativ und mild aromatisch; Verwendung in Blütensirup, Kristallblüten, Frühlingsquark und als Salat-Topping.
Anleitung & Dosierung
ESSBARE BLÜTEN / SALAT: Die farbenprächtigen Blüten des wilden Stiefmütterchens (vor der Vollreife geerntet) sind essbar und werden in der Naturküche als Salat-Dekoration, in Blütensirup (Blüten mit Zucker und Wasser aufkochen), kristallisiert mit Eiweiß und Zucker als Dekor oder frisch in Frühlingsquark und Kräuterbutter verwendet. Mild aromatisch, leicht süßlich. Enthalten Rutin und Anthocyane, die als antioxidative Begleitstoffe gelten. Nur Blüten von ungespritzten, nicht gedüngten Standorten sammeln.