© Carl Axel Magnus Lindman (1856–1928) · Public domain · Commons
Vogelmiere
VorsichtCommon chickweed · (Stellaria media)
Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Beschreibung
Die Vogelmiere ist eine einjährige, niederliegende krautige Pflanze mit 3 bis 40 cm langen, runden Stängeln, die eine charakteristische einreihige Haarlinie tragen, welche an jedem Knoten die Seite wechselt. Die gegenständigen, eiförmigen Blätter sind kahl, und die kleinen weißen Blüten besitzen fünf tief gespaltene Kronblätter, sodass sie wie zehn wirken. Bei mildem Wetter blüht die Pflanze fast das ganze Jahr über. Verwendet werden vor allem die frischen oberirdischen Teile (Kraut) roh als Wildgemüse sowie äußerlich für Hautanwendungen.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Vor Verwechslung mit dem giftigen Acker-Gauchheil (Lysimachia/Anagallis arvensis) ist zu warnen — dieser hat einen markigen, kantigen Stängel ohne die typische einreihige Haarlinie der Vogelmiere.
- RohKrautige TeileInnerlichTraditionell
Die Vogelmiere ist ein nahrhaftes Wildgemüse mit einem Geschmack, der an jungen rohen Mais erinnert; etwa 50 g Salat decken in etwa den täglichen Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen.
Anleitung & Dosierung
Junge frische Triebe gewaschen roh in Salate geben oder wie Spinat kurz dünsten. Wegen des Saponingehalts keine sehr großen Mengen auf einmal verzehren.
- SalbeKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin
Die klassische volksheilkundliche Anwendung: eine kühlende, reizlindernde Salbe bei Juckreiz, Wundsein und verschiedenen Hautleiden.
Anleitung & Dosierung
Frisches Kraut zerstoßen und in ungesalzenes Schweinefett (oder ein pflanzliches Fett) einarbeiten; als kühlende Salbe auf juckende, gereizte oder entzündete Hautstellen auftragen.
- UmschlagKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin
Frische zerquetschte Blätter wurden traditionell als kühlender, wundheilungsfördernder Umschlag verwendet.
Anleitung & Dosierung
Frisches Kraut zerquetschen und als Auflage (Umschlag) auf schlecht heilende Wunden, kleine Geschwüre oder rheumatisch schmerzende Stellen legen; mehrmals täglich erneuern.
- TeeKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
Volksheilkundlich als Tee bei Erkrankungen der Atemwege und als reizmilderndes (demulzentes) Mittel genutzt; wissenschaftlich nicht belegt.
Anleitung & Dosierung
1 bis 2 g getrocknetes (oder eine Handvoll frisches) Kraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, etwa 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
- TeeKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
Innerlich als Tee bei Rheuma und Gelenkschmerzen verwendet; die Wirksamkeit ist nicht wissenschaftlich gesichert.
Anleitung & Dosierung
Wie der Atemwegstee zubereiten. Traditionell bei rheumatischen Beschwerden und Gelenkschmerzen getrunken, oft begleitend zur äußeren Auflage.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
- TinkturKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
In der eklektischen Tradition wurde eine Tinktur bei wechselnden, vorübergehenden rheumatischen Schmerzen empfohlen.
Anleitung & Dosierung
Frisches Kraut in Alkohol ansetzen; 2 bis 4 ml der fertigen Tinktur in etwas Wasser bis zu dreimal täglich einnehmen.
- Flüssigkeit
- 2–4 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
- BadKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin
Als hautberuhigendes Bad bei Juckreiz und Hautirritationen überliefert.
Anleitung & Dosierung
Eine größere Menge frisches Kraut mit kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen, abseihen und dem Badewasser zugeben; bei juckender oder gereizter Haut als Voll- oder Teilbad nutzen.
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