Donum ∞ Dei
Foto von Dach-Hauswurz

© Bouba · CC BY-SA 3.0 · Commons

Dach-Hauswurz

Sempervivum tectorum · (Sempervivum tectorum)

Dickblattgewächse (Crassulaceae)

Beschreibung

Auf Reet- und Ziegeldächern angesiedelt, um Blitzschlag und Brand abzuwehren, bildet diese genügsame Sukkulente aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) dicht gedrängte, fleischige Blattrosetten, die praller Sonne und Trockenheit trotzen. Die frischen, saftreichen Blätter enthalten unter anderem Apfelsäure, Gerbstoffe, die Flavonoide Quercetin und Kaempferol sowie Schleimstoffe. Traditionell wird der ausgepresste Blattsaft oder ein halbiertes Blatt direkt auf kleine Wunden, Insektenstiche oder gereizte Haut aufgelegt; volksmedizinisch dient ein Aufguss auch bei leichten Verdauungsbeschwerden. Bei äusserlicher Anwendung gilt die Hauswurz als gut verträglich, während die innerliche Einnahme grösserer Mengen Übelkeit und Erbrechen auslösen kann und daher nur in kleinen Mengen und kurzzeitig erfolgen sollte.

  • RohBlattÄußerlichTraditionell

    Frischer Blattsaft oder aufgeschnittene Sukkulentenblätter werden direkt auf Wunden, kleine Verbrennungen, Insektenstiche und Sonnenbrände aufgelegt. Die kühlende, adstringierende Wirkung (Gerbstoffe, Schleimstoffe) lindert Brennen und unterstützt die Wundheilung.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [5] [7]

  • UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin

    Breiumschlag aus zerstoßenen Blättern bei Verbrennungen, Schürfwunden und entzündeten Hautstellen. Dioscorides und Galen überliefern die Anwendung bei Hautkrankheiten und Augenentzündungen; Marcellus Empiricus erwähnt Umschläge bei Quetschungen.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [3] [4] [7]

  • SalbeBlattÄußerlichVolksmedizin

    Hauswurz-Salbe aus Blattsaft und Bienenwachs oder -fett wird volksmedizinisch bei Ekzem, Warzen, Schwielen und gereizter Haut eingesetzt. PFAF nennt die Pflanze als Warzenmittel; die Adstringenz der Gerbstoffe verkleinert überschüssiges Gewebe.

    Quellen: [5] [6]

  • RohBlattÄußerlichVolksmedizin

    Saft aus frischen Blättern historisch zur Hautpflege und zur Reduktion von Sommersprossen verwendet (belegt durch mittelalterliche Hausbücher). Auch als kühlende Auflage bei Sonnenbrand und Insektenstichen bekannt.

    Quellen: [3] [6]

  • TeeBlattInnerlichVolksmedizin

    Volksheilkundlich wurde ein Tee aus den Blättern selten bei Durchfall eingesetzt. Auch eine Mischung aus Saft und Honig gegen Mundfäule (Soor) ist überliefert. Die innerliche Anwendung ist ungewöhnlich und historisch wenig belegt; bei Überdosierung emetisch.

    Anleitung & Dosierung

    1–2 g getrocknete Blätter mit 200 ml heißem Wasser übergießen, 8 Minuten ziehen lassen, abseihen. Nur kurzfristig und in kleinen Mengen verwenden.

    Trockenmenge
    12 g
    Anwendungen/Tag
    2×

    Quellen: [5] [7]

  • RohBlattInnerlichVolksmedizin

    Die jungen Blätter der Dach-Hauswurz sind essbar (säuerlich, leicht herb durch Apfelsäure) und wurden in Notzeiten als Nahrungsergänzung verwendet; heute gelegentlich als ornamentale Sukkulente in Steingärten kultiviert.

    Quellen: [2] [5]

  • RohBlattÄußerlichTraditionell

    Hildegard von Bingen empfahl den Saft der Hauswurz für verschiedene Anwendungen, darunter zur Stimulation und äußerlich. Die Polyphenole (Quercetin, Kaempferol-Glykoside, Kämpferol) wurden 1999 in J. Agric. Food Chem. identifiziert und zeigen antimikrobielle Aktivität gegen Staphylococcus aureus.

    Quellen: [1] [6]

Verbreitung in Europa

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