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Dach-Hauswurz
Sempervivum tectorum · (Sempervivum tectorum)
Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Beschreibung
Die Dach-Hauswurz, auch Echte Hauswurz, Gewöhnliche Hauswurz, Donnerwurz, Alpen-Hauswurz genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Hauswurzen (Sempervivum) innerhalb der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) gehört. Das Artepitheton tectorum stammt aus dem Lateinischen und leitet sich von der Mehrzahl von ‚Dach‘ ab.
- RohBlattÄußerlichTraditionell
Frischer Blattsaft oder aufgeschnittene Sukkulentenblätter werden direkt auf Wunden, kleine Verbrennungen, Insektenstiche und Sonnenbrände aufgelegt. Die kühlende, adstringierende Wirkung (Gerbstoffe, Schleimstoffe) lindert Brennen und unterstützt die Wundheilung.
Anleitung & Dosierung
[#src_pfaf_semperv] [#src_wiki_en_semperv] [#src_abram_1999]
- UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin
Breiumschlag aus zerstoßenen Blättern bei Verbrennungen, Schürfwunden und entzündeten Hautstellen. Dioscorides und Galen überliefern die Anwendung bei Hautkrankheiten und Augenentzündungen; Marcellus Empiricus erwähnt Umschläge bei Quetschungen.
Anleitung & Dosierung
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- SalbeBlattÄußerlichVolksmedizin
Hauswurz-Salbe aus Blattsaft und Bienenwachs oder -fett wird volksmedizinisch bei Ekzem, Warzen, Schwielen und gereizter Haut eingesetzt. PFAF nennt die Pflanze als Warzenmittel; die Adstringenz der Gerbstoffe verkleinert überschüssiges Gewebe.
- RohBlattÄußerlichVolksmedizin
Saft aus frischen Blättern historisch zur Hautpflege und zur Reduktion von Sommersprossen verwendet (belegt durch mittelalterliche Hausbücher). Auch als kühlende Auflage bei Sonnenbrand und Insektenstichen bekannt.
- TeeBlattInnerlichVolksmedizin
Volksheilkundlich wurde ein Tee aus den Blättern selten bei Durchfall eingesetzt. Auch eine Mischung aus Saft und Honig gegen Mundfäule (Soor) ist überliefert. Die innerliche Anwendung ist ungewöhnlich und historisch wenig belegt; bei Überdosierung emetisch.
Anleitung & Dosierung
1–2 g getrocknete Blätter mit 200 ml heißem Wasser übergießen, 8 Minuten ziehen lassen, abseihen. Nur kurzfristig und in kleinen Mengen verwenden.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- RohBlattInnerlichVolksmedizin
Die jungen Blätter der Dach-Hauswurz sind essbar (säuerlich, leicht herb durch Apfelsäure) und wurden in Notzeiten als Nahrungsergänzung verwendet; heute gelegentlich als ornamentale Sukkulente in Steingärten kultiviert.
- RohBlattÄußerlichTraditionell
Hildegard von Bingen empfahl den Saft der Hauswurz für verschiedene Anwendungen, darunter zur Stimulation und äußerlich. Die Polyphenole (Quercetin, Kaempferol-Glykoside, Kämpferol) wurden 1999 in J. Agric. Food Chem. identifiziert und zeigen antimikrobielle Aktivität gegen Staphylococcus aureus.