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Silber-Weide
VorsichtSalix alba · (Salix alba)
Weidengewächse (Salicaceae)
Beschreibung
Entlang von Flussufern und feuchten Standorten wächst dieser hohe Baum mit silbrig schimmernden Blättern aus der Familie der Weidengewächse (Salicaceae) heran. Genutzt wird die im Frühjahr geschälte Rinde junger Zweige, die reich an Salicin und verwandten Salicylalkohol-Ester-Glykosiden ist — Vorläufersubstanzen, die im Körper zu Salicylsäure umgewandelt werden. Die Kommission E anerkennt Tee und Tinktur aus Weidenrinde traditionell bei Fieber, leichten Gelenkbeschwerden und Schmerzzuständen. WICHTIG: Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder anderen NSAR besteht Kreuzreaktivitätsgefahr, und Kinder unter 12 Jahren dürfen bei Virusinfektionen keine Salicylate einnehmen (Reye-Syndrom-Risiko). Die Anwendung sollte laut EMA ohne ärztliche Kontrolle vier Wochen nicht überschreiten; in Schwangerschaft und Stillzeit gilt Weidenrinde als kontraindiziert.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
REYE-SYNDROM: Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren mit Virusinfektionen (Grippe, Windpocken) dürfen keine Salicylate einnehmen — Lebensgefahr.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Weidenrinde ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, besonders im dritten Trimenon: Salicylate hemmen die Prostaglandinsynthese, können den Ductus arteriosus vorzeitig verschließen, die Geburt verzögern und Blutungsrisiken erhöhen. EMA und ESCOP empfehlen ausdrücklich: NICHT in der Schwangerschaft anwenden.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Salicylate gehen in die Muttermilch über und können beim Säugling kumulative Effekte verursachen. EMA und ESCOP empfehlen: NICHT in der Stillzeit anwenden.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren: KONTRAINDIZIERT bei Fieber im Rahmen von Virusinfektionen (Reye-Syndrom-Risiko, lebensbedrohlich). Jugendliche 12–18 Jahre: nur unter ärztlicher Aufsicht, da Reye-Syndrom-Risiko bei Virusinfektionen auch hier besteht. Fieber bei Kindern immer ärztlich abklären lassen.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Antikoagulanzien / Thrombozytenaggregationshemmer (Warfarin, Phenprocoumon, Clopidogrel, ASS) · Nichtsteroidale Antirheumatika (Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen) · Methotrexat (MTX)
Abkochung der Weidenrinde (standardisiert auf Salicin) bei Rückenschmerzen, leichten Gelenksbeschwerden und Fieber — Kommission E positiv bewertet; EMA-Monographie führt das Dekokt als traditionelle Anwendung.
Anleitung & Dosierung
ABKOCHUNG (Dekokt) — Kommission E / EMA traditionelle Anwendung: 2–3 g grob zerkleinerte, getrocknete Weidenrinde (Salix alba, S. purpurea oder S. daphnoides) mit 200–250 ml kaltem Wasser ansetzen, langsam zum Kochen bringen, 10–15 Minuten köcheln lassen, dann abseihen. 3× täglich frisch zubereitet einnehmen. Tagesdosis standardisiert auf 60–120 mg Gesamtsalicin. EMA-Indikationen: kurzzeitige Linderung von Rückenschmerzen (Lumbago), leichten Gelenksschmerzen und erhöhter Körpertemperatur (Fieber). Anwendungsdauer maximal 4 Wochen ohne ärztliche Rücksprache. Bei Magen-Darm-Beschwerden die Rinde nach einer Mahlzeit einnehmen. Kein Einnehmen auf nüchternen Magen bei bekannter Magenempfindlichkeit.
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Nicht bei Kindern unter 12 Jahren mit Fieber (Reye-Syndrom-Risiko analoges zu Acetylsalicylsäure). Laut EMA-Monographie: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren.
Weidenrindentinktur bei rheumatischen Beschwerden, Fieber und Kopfschmerzen — Kommission E positiv bewertet.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR (Droge-Auszug-Verhältnis 1:5 in 25–40 % Ethanol): 2–4 ml (~40–80 Tropfen) 3× täglich in etwas Wasser verdünnt einnehmen. Tagesdosis entspricht ca. 60–120 mg Gesamtsalicin. Kommission E positiv bei Fieber, rheumatischen Beschwerden und Kopfschmerzen. Tinktur wirkt im Vergleich zum Dekokt etwas schneller aufgrund besserer Extraktionseigenschaften der phenolischen Glycoside. Maximal 4 Wochen ohne ärztliche Kontrolle; nicht auf nüchternen Magen bei Magenempfindlichkeit.
- Flüssigkeit
- 2–4 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 12 Jahre — Nicht bei Kindern unter 12 Jahren mit Fieber (Reye-Syndrom-Risiko). Wegen Ethanolgehalt nicht bei Alkohol- oder Lebererkrankung.
Traditioneller Kaltauszug der Weidenrinde — volksheilkundliche Alternative zum Dekokt bei leichtem Fieber und Erkältungskopfschmerzen; schonender für den Magen.
Anleitung & Dosierung
KALTER AUFGUSS (traditionell): 1–2 g grob zerkleinerte Weidenrinde in 200 ml kaltem Wasser über 8 Stunden stehen lassen, dann absieben und auf Trinktemperatur erwärmen (oder kalt trinken). Manche traditionellen Quellen bevorzugen den Kaltauszug, da er Gerbstoffe schonender löst und weniger Magen reizend sein soll. 2× täglich. Traditionelle Anwendung bei leichten Erkältungsfieber und Kopfschmerzen. Bei Magenempfindlichkeit besser als heißes Dekokt geeignet.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Weidenrindenbad bei rheumatischen Beschwerden und Muskelverspannungen — externe adstringierende und schwach entzündungshemmende Volksheilkunde.
Anleitung & Dosierung
BADESATZ: 200–300 g getrocknete Weidenrinde in 3 Liter kaltem Wasser ansetzen, zum Kochen bringen, 20 Minuten köcheln lassen, absieben. Den konzentrierten Absud dem Badewasser (ca. 37–38 °C) zufügen. Badezeit 15–20 Minuten. Volksheilkundlich bei rheumatischen Gelenksbeschwerden, Muskelverspannungen und schwitzenden Füßen (adstringierende Wirkung der Gerbstoffe). Externe Anwendung umgeht Magen-Darm-Problematik. Haut anschließend gut abtrocknen und wärmen. Nicht bei offenen Wunden oder gereizter Haut anwenden.
- Trockenmenge
- 200–300 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Äußerliche Einreibung mit Weidenrindentinktur bei lokalen Gelenks- und Muskelschmerzen — volksheilkundlich, Wirkung durch Salicin-Resorption und Ethanolreiz.
Anleitung & Dosierung
EINREIBE-TINKTUR (extern, unverdünnt oder 1:1 mit Wasser verdünnt): 5–10 ml Weidenrindentinktur (1:5 in 40–70 % Ethanol) auf die betroffenen Gelenke oder Muskeln auftragen und sanft einmassieren. 2× täglich anwenden, nach der Anwendung gut waschen. Volksheilkundliche externe Anwendung bei schmerzhaften Gelenken und Muskeln. Wirkung beruht auf Ethanolstimulation und schwacher Salicin-Resorption durch die Haut. Nicht auf offene oder gereizte Haut auftragen.
- Flüssigkeit
- 5–10 ml
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 4 Wochen
Volksmedizinischer Blättertee der Silber-Weide bei leichten Erkältungen und Fieber — schwächere Wirkung als Rindendekokt, reich an Flavonoiden und Gerbstoffen.
Anleitung & Dosierung
BLÄTTERAUFGUSS: 1–2 Teelöffel getrocknete Weidenblätter mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 2× täglich zwischen den Mahlzeiten. Geringerer Salicingehalt als Rinde — mildere Wirkung. Volksheilkundlich bei leichten Erkältungen und Fieber eingesetzt. Enthält ebenfalls Flavonoide und Gerbstoffe. Anwendung auf max. 2 Wochen begrenzen; bei ausbleibendem Effekt Rinden-Dekokt bevorzugen.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
Weidenrindenabsud als Umschlag bei kleinen Wunden, Ekzemen und gereizter Haut — adstringierende und schwach entzündungshemmende Volksheilkunde.
Anleitung & Dosierung
UMSCHLAG: 20–30 g Weidenrinde in 500 ml Wasser aufkochen, 15 Minuten köcheln, abkühlen lassen, abseihen. Ein sauberes Leinentuch in den lauwarmen Absud tauchen, ausdrücken und auf betroffene Hautpartien (schlecht heilende kleine Wunden, Ekzeme, juckende Haut) auflegen. 2× täglich, jeweils 15–20 Minuten. Adstringierende Wirkung der Gerbstoffe wirkt entzündungshemmend und zusammenziehend. Bei Zeichen von Entzündung oder Verschlechterung: Arzt aufsuchen.
- Trockenmenge
- 20–30 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
SALICYLAT-SENSITIVITÄT: Weidenrinde enthält Salicin (ein Vorläufer der Salicylsäure), das im Körper zu Salicylsäure umgebaut wird. Bei Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder andere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) besteht Kreuzreaktivitätsgefahr — Weidenrinde MEIDEN. REYE-SYNDROM: Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren mit Virusinfektionen (Grippe, Windpocken) dürfen keine Salicylate einnehmen — Lebensgefahr. MAGEN-DARM: Bei Magengeschwüren, Gastritis oder NSAR-empfindlichem Magen-Darm-Trakt nach einer Mahlzeit einnehmen; bei starken Magenschmerzen absetzen und Arzt konsultieren. DAUER: Kurzzeit-Anwendung, laut EMA maximal 4 Wochen ohne ärztliche Kontrolle. Chronische Gelenkerkrankungen gehören in ärztliche Behandlung. SCHMERZSIGNAL: Schmerz ist ein Warnsignal — Ursache klären lassen, bevor man dauerhaft symptomatisch behandelt.
Weidenrinde ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, besonders im dritten Trimenon: Salicylate hemmen die Prostaglandinsynthese, können den Ductus arteriosus vorzeitig verschließen, die Geburt verzögern und Blutungsrisiken erhöhen. EMA und ESCOP empfehlen ausdrücklich: NICHT in der Schwangerschaft anwenden.
Salicylate gehen in die Muttermilch über und können beim Säugling kumulative Effekte verursachen. EMA und ESCOP empfehlen: NICHT in der Stillzeit anwenden.
Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren: KONTRAINDIZIERT bei Fieber im Rahmen von Virusinfektionen (Reye-Syndrom-Risiko, lebensbedrohlich). Jugendliche 12–18 Jahre: nur unter ärztlicher Aufsicht, da Reye-Syndrom-Risiko bei Virusinfektionen auch hier besteht. Fieber bei Kindern immer ärztlich abklären lassen.
Wechselwirkungen
Antikoagulanzien / Thrombozytenaggregationshemmer (Warfarin, Phenprocoumon, Clopidogrel, ASS)
Salicylate aus Weidenrinde verstärken additiv die blutverdünnende Wirkung von Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmern — erhöhtes Blutungsrisiko (Magen-Darm-Blutungen, Hämatome). Kombination vermeiden oder nur unter strenger INR-Kontrolle und ärztlicher Aufsicht.
Nichtsteroidale Antirheumatika (Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen)
Additive COX-hemmende und schleimhautreizende Wirkung bei gleichzeitiger Anwendung von Weidenrinde und NSAR — erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Blutungen und Nierenfunktionsstörungen. Kombination meiden.
Methotrexat (MTX)
Salicylate können die renale Ausscheidung von Methotrexat hemmen und dessen Plasmaspiegel erhöhen — Risiko einer Methotrexat-Toxizität (Knochenmarksuppression, Mukositis). Kombination kontraindiziert ohne engmaschige ärztliche Kontrolle.
Antidiabetika (Sulfonylharnstoffe, Insulin)
Hohe Salicylat-Dosen können blutzuckersenkend wirken und die Wirkung von Antidiabetika verstärken — Hypoglykämiegefahr. Bei therapeutischer Weidenrinden-Dosierung selten klinisch relevant, aber Blutzucker überwachen.
Kortikosteroide (Prednison, Prednisolon, Dexamethason)
Kortikosteroide erhöhen die renale Salicylat-Clearance und senken damit die Plasmaspiegel. Bei abruptem Absetzen der Kortikosteroide kann es zu einem Anstieg der Salicylat-Konzentration kommen. Außerdem additives Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Salicylate oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR/NSAIDs) — Kreuzreaktivität möglich.
- Schwangerschaft (besonders 3. Trimenon): Prostaglandinhemmung, Ductus-arteriosus-Verschluss, erhöhtes Blutungsrisiko.
- Stillzeit: Übertritt von Salicylaten in die Muttermilch.
- Kinder unter 12 Jahren bei Fieber/Virusinfektionen (Reye-Syndrom-Risiko).
- Aktive Magen-Darm-Geschwüre (Ulcus ventriculi, Ulcus duodeni).
- Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz — Salicylat-Akkumulation möglich.
Erntet wird: Rinde junger Zweige
- Tageszeit:
- Frühjahr — idealerweise März bis April, wenn die Knospen schwellen und der Saft aufsteigt, die Rinde aber noch nicht ausgetrieben hat. Dann lässt sich die Rinde am einfachsten vom Holz lösen und hat den höchsten Salicingehalt. Morgens nach dem Abtauen des Taus, aber vor der Mittagshitze ernten.
- Trocknung:
- Nur Rinde von 2–4-jährigen Zweigen (Ästen) verwenden — glatt, grau-grüne junge Rinde mit höchstem Wirkstoffgehalt; alte, rissige Borke enthält weniger Salicin und mehr Gerbstoffe. Rinde in Streifen ablösen (nicht den Stamm ringeln — tötet den Baum!), höchstens 1/3 der Äste eines Baumes ernten. Streifen auf Tüchern oder Gittern bei max. 40 °C im Schatten oder Dörrgerät trocknen — Rinde knackt, wenn sie fertig ist. In luftdicht verschlossenen, dunklen Behältern kühl und trocken lagern. Haltbarkeit: 1–2 Jahre bei optimaler Lagerung. Salicingehalt vor Haltbarkeitsverlust prüfen: bei fahlem Geschmack (wenig Bitterstoffe) nicht mehr verwenden.
- Lagerung:
- 18 Monate — Luftdicht, dunkel, trocken und kühl (unter 25 °C). Salicingehalt sinkt mit Feuchtigkeit und Wärme. Innerte 12–18 Monate aufbrauchen.
- Tageszeit:
- Mai bis Juni — junge, vollentfaltete Blätter ernten, bevor die Sommerhitze einsetzt. An trockenen Vormittagen nach dem Abtrocknen des Taus sammeln. Junge Blätter enthalten mehr Flavonoide und weniger Gerbstoffe als ältere Blätter im Hochsommer.
- Trocknung:
- Blätter einzeln oder in dünner Lage auf Tücher oder Trockensiebe ausbreiten. Schatten-Trocknung bei 35–40 °C, guter Luftzirkulation; regelmäßig wenden, bis die Blätter vollständig trocken und leicht zerbrechlich sind (ca. 2–5 Tage je nach Luftfeuchtigkeit). Nicht in der Sonne trocknen — UV-Strahlung baut Flavonoide ab. In dunklen Behältern oder Papiertüten lagern.
- Lagerung:
- 12 Monate — Trocken, dunkel, kühl. Innerhalb 1 Jahr aufbrauchen — danach Flavonoidverlust. Nicht in Plastikbeuteln lagern (Feuchtigkeit).
- Salicin (Salicoylalkohol-Glucosid)GlykosidAnteil: 1-11 %Rinde
Leitsubstanz der Weidenrinde. Phenolisches Glucosid, das im Darm zu Saligenin und Glucose hydrolysiert und in der Leber weiter zu Salicylsäure oxidiert wird. Antiphlogistisch, antipyretisch und analgetisch; wirkt langsamer und magenverträglicher als Acetylsalicylsäure, da kein direkter COX-Inhibitor. EMA-Standardisierung auf Gesamtsalicin-Gehalt (mind. 1,5 % laut Ph. Eur. oder 60–120 mg pro Tagesdosis).
- Salicylalkohol-Ester-Glycoside (Salicortin, Tremulacin, Fragilin)GlykosidAnteil: 2-8 %Rinde
Acetylierte Salicin-Derivate, die bei der Metabolisierung ebenfalls Salicylsäure freisetzen. Zusammen mit Salicin werden sie als 'Gesamtsalicine' quantifiziert. Salicortin ist in der Rinde von S. alba quantitativ bedeutend; Tremulacin dominiert in S. tremula und S. purpurea. Tragen zum Gesamteffekt der Weidenrinde bei.
- Flavonoide (Naringenin, Luteolin-7-glucosid, Quercetin, Isoquercitrin)FlavonoidAnteil: 0.5-2 %Rinde
Antioxidativ und schwach entzündungshemmend. Ergänzen die analgetische und antipyretische Hauptwirkung der Salicylglycoside. Beitragen zur Hemmung der Arachidonsäurekaskade (5-LOX und COX). In der Rinde jüngerer Zweige (1-3 Jahre) höhere Konzentrationen als in alter Borke.
- Kondensierte Gerbstoffe (Catechingerbstoffe, Proanthocyanidine)GerbstoffAnteil: 5-20 %Rinde
Mengenmäßig bedeutendste Inhaltsstoffgruppe der Rinde; verantwortlich für die adstringierende Wirkung. Hemmen Entzündungsmediatoren lokal und schützen Schleimhäute bei äußerlicher Anwendung. Bei oraler Einnahme: Gerbstoffe können Eisenabsorption hemmen — Weidenrinden-Tee nicht unmittelbar zu eisenreichen Mahlzeiten einnehmen.
- Phenolcarbonsäuren (p-Cumarsäure, Kaffeesäure, Chlorogensäure)PhenolsäureAnteil: 0.5-1.5 %Rinde
Antioxidativ und mild entzündungshemmend; ergänzen das Wirkungsspektrum der Salicylglycoside und Flavonoide. Chlorogensäure hemmt in vitro die Cyclooxygenase. Kein signifikantes pharmakologisches Alleinstellungsmerkmal bei therapeutischen Dosierungen.
- Catechin und Epicatechin (monomere Flavan-3-ole)GerbstoffAnteil: 0.5-3 %Rinde
Monomere Vorstufen der Proanthocyanidine. Antioxidativ, schwach antibakteriell und kapillarprotektiv. Beitragen zur adstringierenden Gesamtwirkung der Rinde, insbesondere bei äußerlicher Anwendung (Umschläge, Bäder).
- Minerale (Kalium, Calcium, Mangan, Silicium — Spuren)MineralstoffAnteil: SpurenRinde
Spurenelemente ohne pharmakologische Eigenrelevanz bei therapeutischer Dosierung. Kalium und Calcium Teil des Pflanzenkomplexes; Mangan und Silicium in gerbstoffreichen Rinden nachweisbar. Relevant nur im Kontext vollwertiger Ernährung.
- [1]MonographieEMA/HMPC/286787/2015 — European Union herbal monograph on Salix, cortex (Final)(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]MonographieESCOP Monographs — Salicis cortex (Willow Bark), 2nd edition (incl. supplement 2009)(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieKommission E — Salicis cortex (Weidenrinde), Monographie (positiv), BAnz Nr. 228, 1992(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Salix alba database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [4]BuchWichtl, Max (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka: Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage, 5. Auflage. Salicis cortex. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009.(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]BuchMadaus, Gerhard — Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band II: Salix (Weide), 1938 (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]WikipediaSilber-Weide — Medizinische Verwendung (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]WikipediaSalix alba — Uses and Pharmacology (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-21)