Donum ∞ Dei
Historische botanische Tafel der Rosenwurz (Rhodiola rosea) aus dem Atlas der Alpenflora (1882)

© Anton Hartinger / K. W. von Dalla Torre (Atlas der Alpenflora, 1882) · Public domain · Commons

Rosenwurz (Rosenwurzel)

Roseroot (Golden root, Arctic root) · (Rhodiola rosea)

Dickblattgewächse (Crassulaceae)

Beschreibung

Die Rosenwurz ist eine ausdauernde, sukkulente Staude der arktischen und alpinen Regionen Eurasiens und Nordamerikas, die in Höhen bis etwa 3000 m wächst. Aus einem dicken, knolligen Wurzelstock (Rhizom) treiben mehrere fleischige, beblätterte Stängel mit blaugrünen, lanzettlichen Blättern. Die Pflanze ist zweihäusig (diözisch): männliche und weibliche Blüten sitzen auf getrennten Pflanzen, die gelben bis grünlich-gelben Blütenstände erscheinen im Sommer. Charakteristisch ist der rosenartige Duft des angeschnittenen Wurzelstocks, der dem deutschen Namen zugrunde liegt. Arzneilich genutzt werden Wurzel und Rhizom (Rhodiolae roseae rhizoma et radix), aus denen ein standardisierter Trockenextrakt gewonnen wird. Die Rosenwurz gilt als klassisches Adaptogen der skandinavischen, russischen und sibirischen Volksheilkunde. In Deutschland kommt sie wild nur in Bayern bei Bodenmais vor; wegen Übersammlung steht die Art unter Schutz (CITES Anhang II).

  • TinkturWurzelInnerlichTraditionell

    Der standardisierte Wurzel-/Rhizom-Extrakt wird traditionell zur vorübergehenden Linderung von Stresssymptomen wie Müdigkeit und Schwächegefühl eingesetzt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC) stuft diese Anwendung als 'traditional use' (traditionelle Anwendung) ein: Die Wirksamkeit ist plausibel und beruht auf einer langjährigen, über 30 Jahre belegten sicheren Anwendung (über 15 Jahre in der EU), nicht jedoch auf belastbaren klinischen Studien – die HMPC bewertete die vorliegenden Studien als methodisch mangelhaft.

    Anleitung & Dosierung

    Verwendet wird ein standardisierter Trockenextrakt aus Wurzel und Rhizom (z. B. der Spezialextrakt WS 1375, eingestellt auf etwa 3 % Rosavine und 1 % Salidrosid). Üblich sind etwa 144–400 mg Trockenextrakt pro Tag, verteilt auf ein bis zwei Einzelgaben. Die Einnahme sollte morgens bzw. vor dem Mittag erfolgen, da das leicht anregende Mittel bei später Einnahme den Schlaf stören kann. Ohne ärztlichen Rat nicht länger als zwei Wochen anwenden. Selbst angesetzte Tinkturen oder Tees erreichen die definierte Wirkstoffzusammensetzung des Fertigarzneimittels nicht.

    Trockenmenge
    0.1440.4 g
    Anwendungen/Tag
    2×
    Max. Anwendungsdauer
    2 Wochen

    Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für Erwachsene ab 18 Jahren; mangels Daten nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (EMA HMPC). Nicht länger als 2 Wochen ohne ärztlichen Rat anwenden.

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  • TeeWurzelstockInnerlichTraditionell

    Die traditionelle Teezubereitung aus dem Wurzelstock spiegelt die historische Volksanwendung als kräftigendes Mittel wider. Sie fällt unter dieselbe traditionelle Einstufung (EMA HMPC) wie der Extrakt, ist aber pharmazeutisch schlechter standardisiert.

    Anleitung & Dosierung

    In der skandinavischen, russischen und sibirischen Volksheilkunde wurde der getrocknete, zerkleinerte Wurzelstock auch als Aufguss zubereitet: etwa 1,5–3 g auf 250 ml heißes Wasser, rund 10 Minuten ziehen lassen. Vorzugsweise morgens trinken, nicht am späten Tag. Der Tee ist heute unüblich und liefert eine weniger definierte Dosis als der standardisierte Extrakt; er ersetzt keine ärztliche Beratung und sollte ohne Rücksprache nicht länger als zwei Wochen getrunken werden.

    Trockenmenge
    1.53 g
    Anwendungen/Tag
    1×
    Max. Anwendungsdauer
    2 Wochen

    Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für Erwachsene ab 18 Jahren; mangels Daten nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (EMA HMPC). Nicht länger als 2 Wochen ohne ärztlichen Rat anwenden.

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