Donum ∞ Dei
Büschel von Austern-Seitlingen (Pleurotus ostreatus) mit grau-braunen, muschelförmigen Hüten an Holz.

© Holger Krisp (Wikimedia Commons) · CC BY 3.0 · Commons

Austern-Seitling

Oyster mushroom · (Pleurotus ostreatus)

Seitlingsverwandte (Pleurotaceae)

Beschreibung

Der Austern-Seitling ist ein weit verbreiteter Speisepilz, der in dachziegelartig übereinander stehenden, muschelförmigen Fruchtkörpern an totem Laubholz wächst — bevorzugt an Buche, Pappel und Weide. Er ist einer der wenigen Pilze, die Frost brauchen: Der Kälteschub löst die Fruchtbildung aus, weshalb er im Herbst und über milde Wintertage hinweg erscheint. Der Stiel sitzt seitlich am Hut, die weißen Lamellen laufen an ihm herab. Er schmeckt mild und lässt sich gut kultivieren — auf Stroh oder Kaffeesatz gedeiht er auch zu Hause, was ihn zum Einsteigerpilz der Zucht macht. Neben Eiweiß enthält er Beta-Glucane, das Antioxidans Ergothionein sowie natürliches Lovastatin, was ihn für die Cholesterin-Forschung interessant macht. Als Speisepilz sollte er stets gegart werden. Beim Sammeln in der Natur ist auf Verwechslungen mit ähnlichen Arten zu achten — der giftige Ölbaumpilz sieht ihm auf den ersten Blick ähnlich, wächst aber an Laubbaumstümpfen und hat orangegelbe Lamellen.

  • RohGanze PflanzeInnerlichTraditionell

    Frische Fruchtkörper werden gebraten, gedünstet oder gegrillt als eiweißreiches Gemüse oder Fleischersatz verwendet; vor dem Verzehr sollten sie immer durchgegart werden. Heiß und ohne Deckel anbraten — bei niedriger Hitze zieht der Pilz Wasser und wird zäh. Junge Fruchtkörper sind zart, alte werden ledrig.

    Quellen: [1] [2]

  • TinkturGanze PflanzeInnerlichKlinische Studie

    In getrockneter oder als Extrakt verarbeiteter Form wird der Pilz in Studien zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin untersucht; der Effekt wird Beta-Glucanen und dem natürlich enthaltenen Lovastatin zugeschrieben. Der Lovastatin-Gehalt schwankt je nach Stamm und Anbau erheblich — was im Pilz steckt, lässt sich beim Essen nicht dosieren. Die Studienlage ist klein; der Pilz ersetzt kein Statin.

    Quellen: [3] [4]

  • RohGanze PflanzeInnerlichTraditionell

    Der Austern-Seitling ist der einfachste Speisepilz für den eigenen Anbau. Als Substrat genügen pasteurisiertes Stroh, Kaffeesatz oder Laubholz-Sägespäne, geimpft mit fertiger Brut. Er wächst bei Zimmertemperatur, braucht Frischluft und Licht für die Hutbildung. Wichtig ist Hygiene beim Ansetzen — Schimmel ist der häufigste Grund für einen misslungenen Ansatz.

    Quellen: [1]

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