© Udo Schröter · CC BY-SA 2.5 · Commons
Gemeine Nachtkerze
VorsichtOenothera biennis · (Oenothera biennis)
Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Beschreibung
Ihre gelben Blüten öffnen sich erst am Abend und verströmen dann einen zarten Duft, der nachtaktive Bestäuber anlockt — ein Schauspiel, dem die Nachtkerze ihren Namen verdankt. Genutzt werden vor allem die im Herbst reifenden Samen, aus denen ein Öl gepresst wird, das reich an Gamma-Linolensäure (7–14 %) und Linolsäure (65–80 %) ist. Auch die Wurzel ist essbar und wurde traditionell als Gemüse sowie als Tee bei Verdauungsbeschwerden verwendet. Das Nachtkerzenöl wird volksheilkundlich äußerlich und innerlich bei Hautproblemen sowie bei Menstruations- und Gelenkbeschwerden angewendet. Auf nüchternen Magen eingenommen kann es gelegentlich Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall verursachen. Bei Epilepsie sollte auf hohe Dosen verzichtet werden, da diese die Krampfschwelle senken können; grundsätzlich empfiehlt sich die Verwendung nur qualitativ geprüfter Präparate.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Phenothiazine (Antipsychotika)
Die fleischige Pfahlwurzel des ersten Jahres (Oktober bis Frühjahr vor der Blüte) ist essbar. Schmeckt peppig-würzig, ähnlich Pastinake oder Schwarzwurzel. Wird wie Gemüse gekocht oder gegart. Nach der Blütenbildung verholzt die Wurzel und ist nicht mehr für den Verzehr geeignet.
Die kleinen Samen enthalten 28 % fettes Öl, das reich an Gamma-Linolensäure (GLA, 7–14 %) und Linolsäure (ca. 70 %) ist. Kaltgepresstes Nachtkerzenöl aus den Samen ist als Nahrungsergänzungsmittel verbreitet.
Nachtkerzenöl (GLA-reich) wird traditionell bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis) eingenommen. GLA fördert die Synthese entzündungshemmender Prostaglandine (PGE1). Klinische Studien zeigen inkonsistente Ergebnisse; der NCCIH kommt zu keinem eindeutigen Wirksamkeitsnachweis.
Volksheilkundlich wurden zerquetschte Wurzeln als Umschlag auf Quetschungen, Blutergüsse und Hämorrhoiden aufgetragen. Belegt durch nordamerikanische Ureinwohner (Irokesen, Cherokee).
Tee aus den Wurzeln (erste Ernte, Herbst) traditionell bei Verdauungsbeschwerden und Übergewicht verwendet. Enthält Schleimstoff-artige Verbindungen, die die Darmschleimhaut beruhigen.
Quellen: [5]
Nachtkerzenöl traditionell bei Prämenstrualem Syndrom (PMS), Brustschwellungen und rheumatoider Arthritis eingesetzt. Der entzündungshemmende Mechanismus über GLA-Metaboliten wird diskutiert; klinische Belege sind begrenzt.
Nachtkerzenöl kann auf nüchternen Magen Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall verursachen. Hohe Dosen senken die Krampfschwelle bei Epilepsie. Nur qualitativ geprüfte Präparate verwenden.
⏱ Max. Daueranwendung: 12 Wochen
Nachtkerzenöl wird manchmal zur Geburtseinleitung eingesetzt, die Sicherheit ist nicht abschließend belegt. Medizinische Anwendung nur nach ärztlicher Rücksprache.
Unzureichende Daten zur Sicherheit in der Stillzeit. Vorsichtshalber meiden.
Keine ausreichenden Daten für Kinder unter 12 Jahren. Arzt befragen.
Wechselwirkungen
Antikoagulantien (z. B. Warfarin, Phenprocoumon)
GLA-Metaboliten hemmen Thromboxan A2 und können die Thrombozytenaggregation vermindern; additiver Effekt auf die Blutungszeit möglich.
Phenothiazine (Antipsychotika)
Kombination mit Phenothiazinen kann das Anfallsrisiko erhöhen.
Kontraindikationen
- Epilepsie (senkt Krampfschwelle).
- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Nachtkerzengewächsen (Onagraceae).
Erntet wird: Samen (Herbst, daraus Öl gepresst)
- Tageszeit:
- Jederzeit, da das Wurzelgewebe nicht tageszeitabhängig variiert.
- Trocknung:
- Wurzeln im ersten Jahr (Rosettenstadium, Oktober bis März) ernten, bevor die Pflanze blüht. Dünn aufschneiden und bei max. 40 °C trocknen. Frisch verwenden oder einige Wochen im Kühlschrank lagern.
- Lagerung:
- 6 Monate — Getrocknete Wurzeln kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
- Tageszeit:
- Trockene Witterung abwarten; Samenkapseln platzen sonst auf.
- Trocknung:
- Samenstände abschneiden und über einem Tuch nachtrocknen lassen, damit restliche Samen herausfallen. Samen kühl und trocken lagern, zeitnah pressen lassen.
- Lagerung:
- 12 Monate — Samenöl dunkel und kühl (Kühlschrank) lagern; oxidiert schnell bei Licht- und Wärmeeinwirkung.
- Gamma-Linolensäure (GLA)SonstigeAnteil: 7-14 % (im Samenöl)Samen
Seltene Omega-6-Fettsäure; Vorläufer antiinflammatorischer Prostaglandine (PGE1). Leitsubstanz des Nachtkerzenöls.
- LinolsäureSonstigeAnteil: 65-80 % (im Samenöl)Samen
Essentielle Omega-6-Fettsäure; Hauptfettsäure im Nachtkerzenöl.
- EllagsäurePhenolsäureKrautige Teile
Phenolische Verbindung in Kraut und Wurzel; antioxidative Eigenschaften.
- GallotannineGerbstoffKrautige Teile
Gerbstoffe in Blättern und Rinde; adstringierende Wirkung, unterstützen die Volksheilkunde-Anwendung bei Durchfall.
- Oenothein A und BGerbstoffKrautige Teile
Spezifische Ellagitannine der Nachtkerze; antioxidative und immunmodulatorische Wirkungen in vitro beschrieben.
- SalicylsäurePhenolsäureWurzel
Entzündungshemmende Phenolsäure; trägt zur volksheilkundlichen Verwendung bei Gelenkbeschwerden bei.
- Quercetin-GlykosideFlavonoidKrautige Teile
Flavonoide in Blüten und Blättern; antioxidative und entzündungshemmende Aktivität.
- [3]MonographieEvening Primrose Oil: Usefulness and Safety — NCCIH (NIH)(abgerufen: 2026-05-22)
- [4]MonographieGamma-Linolenic Acid Levels Correlate with Clinical Efficacy of Evening Primrose Oil in Patients with Atopic Dermatitis (Advances in Therapy, 2014)(abgerufen: 2026-05-22)
- [5]BuchPlants For A Future — Oenothera biennis(abgerufen: 2026-05-22)
- [1]WikipediaGemeine Nachtkerze (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-22)
- [2]WikipediaOenothera biennis (Wikipedia EN)(abgerufen: 2026-05-22)