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Oleander
Giftig🐾Nerium · (Nerium oleander)
Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Beschreibung
Der Oleander, auch Rosenlorbeer genannt, ist die einzige Art der Pflanzengattung Oleander (Nerium) innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Alle Pflanzenteile sind giftig. Es gibt mehr als 200 Sorten.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Bereits ein einzelnes Blatt kann für Kinder tödlich sein; etwa 100 g Blätter genügen, um ein Pferd zu töten. KEINE Oleanderzweige als Grill- oder Aufspiessstäbchen verwenden — tödliche Picknick-Vergiftungen sind dokumentiert.
Nur äußerlich anwenden!
Diese Pflanze darf NICHT innerlich eingenommen werden. Nur Umschläge, Salben, Bäder.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Cardenolide passieren die Plazentaschranke und können fetale Herzrhythmusstörungen und Aborte auslösen. Jede orale oder grossflächig dermale Anwendung in der Schwangerschaft ist strikt kontraindiziert.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Herzglykoside können in die Muttermilch übergehen und beim Säugling kardiotoxische Effekte (Bradykardie, AV-Block) auslösen. Stillzeit: strikt kontraindiziert.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Kinder sind wegen geringer Körpermasse und empfindlicher Herzphysiologie besonders gefährdet — bereits ein einzelnes Blatt oder wenige Samen können tödlich sein. Oleander-Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse müssen ausser Reichweite von Kindern aufgestellt werden. Verschluckte Blüten oder Blätter: SOFORT Giftnotruf.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Herzglykoside (Digoxin, Digitoxin, Strophanthin, Convallaria-Glykoside) · Kaliumverlust-Diuretika (Thiazide, Schleifendiuretika wie Furosemid) · Intravenöses Calcium / Calcium-Salze · Beta-Blocker und Calciumkanal-Blocker (Verapamil, Diltiazem)
- SalbeBlattÄußerlichVolksmedizin
Volksmedizinische äusserliche Anwendung von Oleander-Blattabsuden bei Krätze (Skabies) und parasitärem Hautbefall im Mittelmeerraum und in Indien. Auch die Behandlung von Lepra-Hautläsionen mit Wurzelrindenöl ist in der ayurvedischen Tradition dokumentiert. Wegen der starken Hautirritation und perkutanen Glykosidresorption über verletzte Haut heute nicht mehr empfohlen.
Anleitung & Dosierung
- SalbeWurzelÄußerlichVolksmedizin
Indisch-ayurvedische Anwendung von Oleander-Wurzelpaste auf genitale Ulzera und Hautgeschwüre. Daneben wird Wurzelrindenöl bei schuppigen Hautkrankheiten und Lepra-bedingten Läsionen aufgetragen. Trotz traditioneller Verbreitung gilt diese Anwendung wegen perkutaner Toxizität heute als gefährlich.
Anleitung & Dosierung
Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden
Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.
- TinkturBlattInnerlichTraditionell
Historische pharmazeutische Verwendung standardisierter Oleander-Blattextrakte (Folia Nerii) als Herzglykosid-Quelle bei Herzinsuffizienz und Wassersucht — analog zu Digitalis purpurea. Wirkprinzip: Hemmung der Na+/K+-ATPase der Herzmuskelzelle durch Oleandrin und verwandte Cardenolide, dadurch positiv inotrope Wirkung. Heute obsolet, weil Digoxin und Digitoxin standardisierter und sicherer dosierbar sind; die therapeutische Breite von Oleander-Extrakten ist extrem schmal.
Anleitung & Dosierung
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- TinkturBlattInnerlichVolksmedizin
Homöopathische Verwendung von Nerium oleander (Urtinktur, D2–D30) bei Herzschwäche, Arrhythmien und Aszites in der klassischen Homöopathie. In hohen Verdünnungen (ab D6) gelten die Präparate als sicher, weil keine pharmakologisch wirksame Glykosidmenge mehr enthalten ist. Urtinktur und niedrige Potenzen bleiben hochtoxisch.
Anleitung & Dosierung
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- TinkturWurzelInnerlichVolksmedizin
Antike und mittelalterliche Verwendung als angebliches Antidot bei Schlangenbiss (Mischung mit Raute, oral verabreicht) — bereits von Plinius dem Älteren und Dioskurides erwähnt. Diese Anwendung ist nach heutigem Wissen toxikologisch kontraproduktiv und additiv gefährlich.
Anleitung & Dosierung
- TinkturBlattInnerlichTraditionell
Untersuchung von Oleandrin und Oleander-Extrakten (z. B. Anvirzel, PBI-05204) als experimentelle Krebs- und antivirale Therapie in klinischen Studien. Ergebnisse sind bislang negativ: Die US-FDA lehnte 2020 einen Antrag auf Oleandrin als Nahrungsergänzungsmittel ab; klinische Wirksamkeit ist nicht belegt. Anwendung ausserhalb kontrollierter Studien ist gefährlich.
Anleitung & Dosierung
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