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Foto von Gemeine Alraune

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Gemeine Alraune

Giftig🐾

Mandragora officinarum · (Mandragora officinarum)

Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Beschreibung

Kaum eine Heilpflanze ist so von Mythen umrankt wie die Gemeine Alraune, deren verzweigte, oft menschenähnliche Wurzel im Volksglauben als Schutzfigur geschnitzt und gehütet wurde – wer sie ausriss, so hieß es, müsse ihren tödlichen „Schrei" fürchten. Auch die Bibel erwähnt die Wurzel im Buch Genesis als Fruchtbarkeitsmittel, und Dioskurides beschrieb im ersten Jahrhundert eine Wurzelabkochung, die vor chirurgischen Eingriffen Bewusstlosigkeit herbeiführen sollte – eine frühe Form der Narkose. Verantwortlich für diese Wirkungen sind hochwirksame Tropanalkaloide wie Hyoscyamin, Scopolamin und Atropin, die in der gesamten Pflanze, besonders aber in der Wurzel, vorkommen. Im Mittelalter wurde die Alraune zudem gegen Melancholie und Krampfanfälle eingesetzt, in hohen Dosen soll sie jedoch Delirium ausgelöst haben. Alle diese historischen Anwendungen sind heute vollständig überholt: Die Pflanze ist hochgiftig und kann bereits in geringen Mengen Mundtrockenheit, Herzrasen, Halluzinationen, Krämpfe bis hin zu tödlicher Atemlähmung verursachen. Jeglicher Eigenanbau oder -konsum ist strikt verboten; bei Vergiftungsverdacht muss sofort der Giftnotruf kontaktiert werden.

  • SalbeWurzelÄußerlichVolksmedizin

    Äusserliche Anwendung: Geriebener Wurzelsaft oder Salben aus Alraune wurden in der Antike und im Mittelalter gegen rheumatische Schmerzen und chronische Hautulzera aufgetragen. PFAF dokumentiert diese topische Verwendung. Wegen perkutaner Tropanalkaloid-Resorption und Hautreizung heute nicht mehr praktiziert.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [4]

  • TinkturWurzelÄußerlichVolksmedizin

    Magisch-rituelle Verwendung: Geschnitzte gegabelte Wurzeln, im deutschen Sprachraum 'Alraun(männlein)' genannt, wurden als anthropomorphe Schutzfiguren gehalten. Theophrast schrieb vor, dreimal mit dem Schwert um die Wurzel zu kreisen; Flavius Josephus dokumentierte das Anbinden eines Hundes zum Ausreissen der Wurzel — der Volksglaube hielt den 'Schrei' der Wurzel für tödlich. Reine Kulturgeschichte, keine medizinische Anwendung.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [2] [3] [4]

Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden

Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.

  • TinkturWurzelInnerlichTraditionell

    Antike Anästhesie: Dioskurides beschrieb in 'De Materia Medica' (1. Jh. n. Chr.) die Verabreichung eines Cyathus (ca. 45 ml) eines Alraunwurzel-Sudes vor chirurgischen Eingriffen, um Bewusstlosigkeit und Schmerzunempfindlichkeit zu erzielen. Plinius (Naturalis Historia) erwähnt dieselbe narkotische Wirkung. Diese historische präoperative Anwendung ist heute durch moderne Anästhetika vollständig ersetzt.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [3] [4]

  • RohWurzelInnerlichVolksmedizin

    Mittelalterliche Verwendung gegen Melancholie, Krampfanfälle und Manie. In grossen Dosen löste die Alraunwurzel laut Überlieferung Delirium und 'Tollheit' aus. Wegen extremer Tropanalkaloid-Toxizität (Atropin, Scopolamin, Hyoscyamin) heute obsolet; ausschliesslich kultur- und pharmaziehistorisch interessant.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [4]

  • RohWurzelInnerlichVolksmedizin

    Biblisch-folkloristische Fruchtbarkeitsdeutung: Genesis 30:14–16 schildert, wie Ruben Alraunen auf dem Feld findet und Lea sie von Rahel gegen eine Nacht mit Jakob eintauscht — die Pflanze galt als Mittel gegen Unfruchtbarkeit. Dioskurides erwähnte daneben eine abortifizierende Wirkung. Beide Anwendungen sind heute pharmakologisch nicht belegt und wegen extremer Toxizität strikt zu unterlassen.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [3] [4]

  • TinkturWurzelInnerlichVolksmedizin

    Homöopathische Verwendung: Mandragora officinarum wird in der Homöopathie (D6–D30) bei Unruhe, Schlafstörungen und nervöser Erschöpfung eingesetzt. Hochverdünnte homöopathische Stufen enthalten keine pharmakologisch wirksamen Alkaloidmengen. Eigene Herstellung aus Pflanzenmaterial ist wegen Toxizität strikt verboten.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [2] [5]

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