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Gewöhnlicher Blutweiderich
Lythrum salicaria · (Lythrum salicaria)
Weiderichgewächse (Lythraceae)
Beschreibung
Mit seinen leuchtend purpurroten Blütenständen säumt der Gewöhnliche Blutweiderich im Hochsommer Ufer, Gräben und feuchte Wiesen – schon der Name verweist auf die traditionelle blutstillende Wirkung. Das blühende Kraut der Weiderichgewächse enthält reichlich Gerbstoffe, bis zu 14 Prozent in den Blüten, die adstringierend auf Schleimhäute wirken. Bereits Dioskurides beschrieb eine Abkochung der Wurzel bei Ruhr und Blutungen, und bis heute wird Tee aus dem blühenden Kraut volksmedizinisch bei Durchfall eingesetzt, da die Gerbstoffe die Darmschleimhaut zusammenziehen. Äußerlich kommen starke Aufgüsse als Umschlag bei Wunden, Ekzemen und Hautinfektionen sowie als Gurgellösung bei Halsschmerzen zum Einsatz; traditionell wurde der Tee auch bei zu starker Menstruationsblutung getrunken. In der heutigen Kräutermedizin dient eine Tinktur als konzentriertes Gerbstoffpräparat bei Reizdarmbeschwerden. In üblicher Teedosierung von zwei bis vier Gramm täglich gilt Blutweiderich als gut verträglich; empfindliche Mägen sollten wegen des hohen Gerbstoffgehalts mit kleinen Mengen beginnen.
Tee aus dem blühenden Kraut (Abkochung oder Aufguss) wird volksmedizinisch bei Durchfall und Ruhr eingesetzt. Die hohen Gerbstoffgehalte (bis 14 % in Blüten) wirken adstringierend auf die Darmschleimhaut und hemmen sekretorische Vorgänge.
Anleitung & Dosierung
2–4 g getrocknetes Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen; 2–3× täglich.
- Trockenmenge
- 2–4 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Abkochung der Wurzel (1–3 g auf 250 ml Wasser) war traditionell bei Ruhr und Blutfluss gebräuchlich, wie bereits Dioscurides berichtete. Die Wurzel enthält ca. 9 % Gerbstoffe.
Anleitung & Dosierung
1–3 g Wurzel 15 Minuten in 250 ml Wasser abkochen, abseihen.
- Trockenmenge
- 1–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
Umschläge mit einem starken Tee aus blühendem Kraut wurden äußerlich auf Wunden, Geschwüre, Ekzeme und Hautinfektionen (Impetigo) aufgelegt. Die adstringierende und antimikrobielle Wirkung unterstützt die Wundheilung.
Gurgeln mit Blutweiderich-Tee wurde bei Halsschmerzen und Rachenentzündungen angewendet. Die Gerbstoffe ziehen die Schleimhäute zusammen und verringern Entzündungsreize.
Traditionell wurde Blutweiderich-Tee bei zu starker Menstruationsblutung eingesetzt. Die styptischen (blutstillenden) Eigenschaften werden auf den hohen Gerbstoff- und Flavonoidgehalt zurückgeführt.
Sitzbäder oder lokale Bäder mit Blutweiderich-Extrakt wurden volksmedizinisch bei Scheidenproblemen (Ausfluss) und perianalen Beschwerden genutzt. PFAF nennt zudem die Anwendung bei Ekzem.
Tinktur aus dem blühenden Kraut wird heute in der Kräutermedizin als Gerbstoff-Konzentrat verwendet — intern bei Reizdarmbeschwerden, extern als antiseptischer Umschlag.
Bei üblicher Anwendung als Tee (2–4 g Tagesration) gut verträglich. Der hohe Gerbstoffgehalt kann bei empfindlichem Magen Übelkeit verursachen — dann mit kleiner Dosis beginnen oder den Tee nach dem Essen trinken.
Keine gesicherten Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft vorhanden. Vorsorglich meiden.
PFAF bemerkt, das Kraut könne Säuglingen bei Durchfall sicher gegeben werden; jedoch fehlen moderne klinische Daten — Vorsicht geboten.
Traditionell als sicher für alle Altersgruppen beschrieben. Aufgrund fehlender moderner Sicherheitsdaten bei Kindern unter 12 Jahren grundsätzlich niedrige Dosis wählen und Rücksprache mit Fachperson halten.
Wechselwirkungen
Eisenpräparate / Schwermetallsalze
Gerbstoffe können Mineralionen komplexieren und deren Resorption hemmen — zeitlicher Abstand von mindestens 2 Stunden empfohlen.
Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Pflanzen der Familie Lythraceae.
Erntet wird: blühendes Kraut
- Tageszeit:
- Vormittags ernten, nachdem der Tau abgetrocknet ist.
- Trocknung:
- Locker gebündelt oder ausgebreitet bei 35–40 °C trocknen, bis die Stängel knacken. Vor Licht schützen, um Anthocyan-Verluste zu minimieren.
- Lagerung:
- 12 Monate — Dunkel, trocken und luftdicht in Papiertüten oder Glasgefäßen lagern.
- Tageszeit:
- Herbst, nach dem Verblühen der Pflanze.
- Trocknung:
- Wurzeln reinigen, in Scheiben schneiden und bei 40–50 °C trocknen.
- Lagerung:
- 24 Monate — In verschlossenen Glasgefäßen dunkel und trocken lagern.
- Lythrariin / SalicarinGlykosidAnteil: < 1 %Krautige Teile
Charakteristisches Phenolglykosid des Blutweiderichs; trägt zur adstringierenden und antimikrobiellen Wirkung bei.
- Hydrolisierbare Gerbstoffe (Ellagsäure, Gallussäure-Derivate)GerbstoffAnteil: 8,5–13,7 %Blüte
Blüten enthalten bis zu 13,7 %, Stängel ca. 10,5 %, Wurzeln ca. 8,5 % Gerbstoffe — Hauptwirkträger.
- VitexinFlavonoidKrautige Teile
C-Glykosyl-Flavon mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften.
- OrientinFlavonoidKrautige Teile
Weiteres C-Glykosyl-Flavon; antioxidativ wirksam.
- AnthocyaneFlavonoidBlüte
Für die rote-violette Blütenfarbe verantwortlich; antioxidative Wirkung.
- p-CumarsäurePhenolsäureKrautige Teile
Hydroxyzimtsäure-Derivat mit antioxidativen Eigenschaften.
- EllagsäurePhenolsäureKrautige Teile
Polyphenol mit antimikrobieller und entzündungshemmender Wirkung; Abbauprodukt hydrolisierbarer Gerbstoffe.
- PektinePolysaccharidKrautige Teile
Schleimbildende Polysaccharide, die die Magenschleimhaut schützen und die adstringierende Wirkung ergänzen.
- [2]MonographieLythrum salicaria — Plants For A Future (PFAF)(abgerufen: 2026-05-22)
- [4]MonographiePiwowarski JP, Granica S, Kiss AK. Lythrum salicaria L.—Underestimated medicinal plant from European traditional medicine. A review. J Ethnopharmacol. 2015;170:226-250.(abgerufen: 2026-05-22)
- [3]BuchKing's American Dispensatory (1898) — Lythrum salicaria (Henriette's Herbal)(abgerufen: 2026-05-22)
- [1]WikipediaGewöhnlicher Blutweiderich (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-22)