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Europäische Stechpalme
Giftig🐾Ilex aquifolium · (Ilex aquifolium)
Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae)
Beschreibung
Die Europäische Stechpalme, auch Gewöhnliche Stechpalme, Gemeine Stechpalme, Hülse oder nach dem botanischen Namen Ilex genannt, ist die einzige in Mitteleuropa heimische Pflanzenart der Gattung der Stechpalmen (Ilex) innerhalb der Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae).
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Triterpensaponine wirken uteruskontrahierend und mukös-reizend; die emetische Wirkung der Beeren kann Erbrechen und Dehydratation auslösen. Jede Selbstanwendung in der Schwangerschaft ist kontraindiziert. Wildbeeren strikt meiden.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Wegen der Saponin-Toxizität und der unbekannten Pharmakokinetik in der Muttermilch sollte jede innerliche Anwendung in der Stillzeit vermieden werden. Weihnachtsdekorationen mit Beeren in stillenden Haushalten ausserhalb der Reichweite von Krabbelkindern aufstellen.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Die rot leuchtenden Beeren der Weihnachtsdekoration wirken auf Kleinkinder besonders anziehend — Ilex aquifolium gehört zu den häufigsten gemeldeten Pflanzenvergiftungen bei Kindern im Dezember. Bereits 2–3 Beeren lösen heftiges Erbrechen aus. Adventskränze, Dekostecker und Tischschmuck mit Stechpalmen-Beeren ausser Reichweite halten oder besser ohne Beeren wählen. Bei Verschlucken: SOFORT Giftnotruf (z. B. Berlin 030-19240, Wien 01-406-43-43, Bonn 0228-19240).
Kritische Wechselwirkungen mit:
Veterinärmedizin: Theobromin-empfindliche Tierarten (Hunde, Katzen, Pferde)
- RohRindeÄußerlichVolksmedizin
Historische nicht-medizinische Anwendung: aus der vergorenen Rinde junger Stechpalmen-Triebe wurde im englischen Lake District bis ins 19. Jahrhundert Vogelleim ('birdlime') hergestellt, mit dem kleine Vögel auf Zweigen klebend gefangen wurden. Heute ethisch und rechtlich verboten; reine ethnografische Dokumentation. Hautkontakt mit der Vogelleim-Paste kann gereizt-allergische Reaktionen auslösen.
Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden
Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.
- TeeBlattInnerlichTraditionell
Historische Anwendung getrockneter Stechpalmenblätter als Aufguss bei Wechselfieber (intermittierendem Fieber, Malaria), Pleuritis, Katarrh und Bronchitis — nach Maud Grieve (1931) wirkte der Tee 'diaphoretisch, expektorierend, febrifug und tonisch'. Bereits seit dem 16. Jahrhundert in Mitteleuropa als Hausmittel gegen Wechselfieber dokumentiert. Im Schwarzwald wurde der Aufguss zudem als Teesurrogat getrunken. Heute obsolet — moderne Antipyretika und Antibiotika sind sicherer und wirksamer; der Tee enthält Saponine und in Spuren methylierte Xanthine, weshalb Selbstanwendung wegen Brech-/Durchfallrisiko und Verwechslungsgefahr mit Beeren unsicher ist.
Anleitung & Dosierung
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- TeeBlattInnerlichTraditionell
Volksmedizinische Anwendung von Stechpalmen-Blatt-Aufgüssen bei chronischem Rheumatismus und Gicht — die enthaltenen Triterpene (Ursolsäure, Oleanolsäure) und Saponine wurden für eine schwach harntreibende und entzündungshemmende Wirkung verantwortlich gemacht. In Katalonien (Region Pallars) wurde der Blatttee folkloristisch zur Schmerzlinderung verwendet. Heute obsolet — die schwache Wirkung steht in keinem Verhältnis zum Vergiftungsrisiko bei Verwechslung mit Beeren.
Anleitung & Dosierung
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- RohBlattInnerlichVolksmedizin
Volksmedizinische Anwendung von ausgepresstem Saft frischer Stechpalmenblätter bei Gelbsucht (Ikterus) — Maud Grieve dokumentiert: 'The juice of the fresh leaves has been successfully used in the treatment of jaundice.' Im englischen Kräuterwesen des 17.–19. Jahrhunderts verbreitet. Pharmakologisch nicht belegt; heute obsolet, weil Gelbsucht meist Symptom einer behandlungsbedürftigen Grunderkrankung ist.
- RohFruchtInnerlichVolksmedizin
Historische Anwendung weniger Beeren als drastisches Brech- und Abführmittel sowie volksmedizinisch gegen Wassersucht (Dropsy) und 'Verstopfung'. Maud Grieve und PFAF beschreiben die Beeren als 'violently emetic and purgative'. Bereits 2–3 Beeren reichen bei Kindern für heftiges Erbrechen; 5–10 für ausgeprägte Vergiftungssymptome. Wegen des hohen Vergiftungsrisikos heute strikt obsolet — reine ethnobotanische Dokumentation.
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- TeeWurzelInnerlichVolksmedizin
Volksmedizinische Anwendung von Wurzelabsuden als schwaches Diuretikum bei Wassersucht und Harnverhalt. PFAF bewertet die diuretische Wirkung als gering und führt 'bessere Alternativen' an. Wegen der unsystematischen Datenlage und der Saponin-Belastung heute obsolet.
Anleitung & Dosierung
- TinkturBlüteInnerlichVolksmedizin
Verwendung als Bach-Blüten-Essenz 'Holly' (eines der 38 Bach-Blütenmittel nach Edward Bach, 1930er): empfohlen bei intensiven negativen Gefühlszuständen wie Hass, Eifersucht, Neid und Misstrauen. Herstellung der Stammtinktur durch Sonnen- oder Kochmethode aus den Blüten. In den Bach-Essenz-Verdünnungen sind keine pharmakologisch aktiven Mengen enthalten — kein toxisches Risiko, jedoch auch kein wissenschaftlich belegter Wirknachweis. Reine Dokumentation der traditionellen Anwendung.
Anleitung & Dosierung