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Gemeiner Efeu
Giftig🐾Hedera helix · (Hedera helix)
Araliengewächse (Araliaceae)
Beschreibung
Mit seinen ledrigen, dreieckig gelappten Blättern erklimmt der Gemeine Efeu mithilfe von Haftwurzeln Mauern und Baumstämme und bleibt dabei immergrün. Genutzt werden die von Mai bis August gesammelten Blätter, die saponinreiche Hederacoside enthalten. Standardisierte Fertigextrakte aus Efeublättern gelten laut EMA als gut untersucht bei Husten im Rahmen von Erkältungskrankheiten und werden traditionell auch bei Atemwegsbeschwerden eingesetzt; entsprechende Präparate sind in Apotheken als zugelassene Arzneimittel erhältlich. Selbst hergestellter Efeutee ist dagegen wirkungslos, da sich die Saponine kaum in Wasser lösen, zugleich aber reizend wirken kann. Die reifen, schwarz-blauen Beeren sind für Menschen und Haustiere giftig und können Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auslösen. Der Kontakt mit frischem Efeusaft, insbesondere beim Schneiden, kann zudem allergische Hautreaktionen hervorrufen – Handschuhe sind ratsam.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
EMA HMPC: Sicherheit während Schwangerschaft nicht belegt. Aufgrund fehlender Daten nicht anwenden. Auch äusserliche Anwendungen (Bäder, Umschläge mit frischen Blättern) meiden — systemische Absorption von Falcarinol und Saponinen nicht ausgeschlossen.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
EMA HMPC: Sicherheit in der Stillzeit nicht belegt. Übergang von Saponinen in die Muttermilch nicht ausgeschlossen. Nicht anwenden.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Antitussiva (Codein, Dextromethorphan, Noscapin)
Schleimlösendes Hustenmittel (EMA well-established use) bei akutem produktivem Husten — Triterpensaponine (Hederacosid C / alpha-Hederin) verflüssigen zähes Bronchialsekret. Eines der meistverwendeten pflanzlichen Hustenmittel in Deutschland, besonders in der Pädiatrie (Prospan).
Anleitung & Dosierung
STANDARDISIERTER TROCKENEXTRAKT (EMA well-established use, Hederae helicis folium): Ausschliesslich als zugelassenes Fertigarzneimittel (Hustensaft, Tropfen, Brausetabletten) anwenden — z. B. Prospan, Hedelix, Bronchipret. Zugelassene Extrakt-Typen laut EMA HMPC: Trockenextrakt DER 4–8:1 (Ethanol 24–30 %), DER 6–7:1 (Ethanol 40 %), DER 3–6:1 (Ethanol 60 %); Flüssigextrakt DER 1:1 (Ethanol 70 %); Weichextrakt DER 2,2–2,9:1 (Ethanol 50 % + Propylenglykol). Dosierung: Erwachsene und Jugendliche ab 12 J. je nach Zubereitung Einzeldosis 15–100 mg Trockenextrakt, Tagesdosis 45–300 mg; Packungsbeilage strikt einhalten. Max. 1 Woche ohne ärztliche Konsultation. Bei Atemnot, Fieber, Verschlechterung oder eitrigem Auswurf sofort Arzt aufsuchen. NIEMALS als selbst hergestellter Aufguss aus Garten-Efeublättern — frische Blätter sind reizend bis toxisch (Falcarinol, Saponine).
- Flüssigkeit
- 15–100 ml
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 2 Jahre — Kontraindiziert unter 2 Jahren — Sekretolytika können Atemwegssymptome bei Säuglingen verschlimmern. Kinder 2–5 Jahre: stark reduzierte Dosis, nur nach ärztlichem Rat. Ethanolhaltige Flüssigextrakte (DER 1:1, 70 % Ethanol) erst ab 6 Jahren.
Historische volksmedizinische Anwendung als Brust- und Gelenksumschlag — heute wegen Kontaktallergie-Risiko (Falcarinol) nicht empfohlen; standardisierte Salbenfertigpräparate bevorzugen.
Anleitung & Dosierung
VOLKSHEILKUNDLICHE EINREIBUNG (historisch, nicht empfohlen): In der älteren Volksheilkunde wurden frische Efeublätter zerquetscht und auf Gelenke oder die Brust aufgelegt (Umschlag) bei rheumatischen Beschwerden und Bronchitis. HEUTE NICHT EMPFOHLEN: Falcarinol in frischen Blättern ist ein bekanntes Kontaktallergen — Kontaktdermatitis möglich, besonders bei sensibler Haut und Sonnenlicht (phototoxische Reaktion). Wer dennoch einen Umschlag anlegt: Haut vorher testen, keine offenen Wunden, max. 30 Minuten belassen, danach Haut abwaschen. Standardisierte Salbenfertigpräparate mit Efeuextrakt (kontrolliert falcarinolarm) sind deutlich sicherer.
Ethnobotanisch belegte volksheilkundliche Wundauflage (Madaus 1938) — ohne klinischen Beleg und wegen Falcarinol heute nicht empfehlenswert.
Anleitung & Dosierung
UMSCHLAG (historisch, volksheilkundlich): Ältere Quellen (u. a. Madaus 1938) beschreiben das Auflagen von frischen Efeublättern auf langsam heilende Wunden, Geschwüre und Verbrennungen — angeblich wundreinigend und entzündungshemmend. NICHT EMPFOHLEN bei Wunden: Falcarinol und Saponine aus frischen Blättern können Gewebereizung verursachen; kein klinischer Wirksamkeitsbeleg. Nur der Vollständigkeit halber als ethnobotanischer Befund aufgeführt.
Volksmedizinisches Efeu-Bad bei Rheuma und Hautreizungen — photosensibilisierendes und allergenesReizpotenzial durch Falcarinol; heute nur mit grosser Vorsicht und kurzem Hautkontakt.
Anleitung & Dosierung
EFEU-TEILBAD / -ZUSATZ (volksheilkundlich, sehr begrenzt): In einigen europäischen Volksmedizintraditionen wurden Efeuableger als Badezusatz bei Rheuma, Gelenkschwellung und Hautausschlägen verwendet — Abkochung von ca. 100 g frischen oder 50 g getrockneten Blättern auf 1 Liter Wasser, 15 Min. köcheln, abseihen, dem Badewasser beigeben. WICHTIG: Falcarinol kann auch über die Haut wirken — bei empfindlicher Haut und ausgedehnten Bädern Kontaktdermatitis möglich. Lichtempfindlichkeit nach Exposition (Photosensibilisierung) beachten. Für Kinder und Schwangere nicht empfohlen.
Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden
Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.
Ergänzende inhalative Anwendung bei Atemwegsinfekten nur als pharmazeutisch zugelassenes Präparat — nicht als Heimzubereitung aus rohen Efeublättern.
Anleitung & Dosierung
INHALATION (nur Fertigpräparat): Einige zugelassene Hustenpräparate auf Efeubasis sind auch als Inhalationslösung erhältlich (ärztliche Verordnung empfohlen). Eigene Dampfinhalation mit frischen oder getrockneten Efeublättern NICHT empfohlen — Falcarinol und Saponine können die Schleimhäute reizen. Als ergänzende Massnahme bei Bronchitis kann reine Kochsalzinhalation (0,9 % NaCl) mit Efeupräparaten oral kombiniert werden.
Kommission E (1988, positiv): Efeublätter bei Katarrhen der Luftwege und als Expektorans — Grundlage für heutige standardisierte Tropfen- und Sirupfertigpräparate.
Anleitung & Dosierung
TINKTUR / FLÜSSIGEXTRAKT (nur zugelassenes Fertigarzneimittel): Kommission E beurteilte Efeublätter positiv für die Behandlung von Katarrhen der Luftwege und als Expektorans bei Bronchitis. Anwendungsform in der heutigen Praxis: ausschliesslich standardisierte Fertigarzneimittel (Tropfen, Sirup). Keine Haushalts-Tinktur aus frischen oder getrockneten Efeublättern herstellen — Standardisierung und Falcarinol-Entfernung erfordern pharmazeutische Extraktion.
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
Historischer Volksaufguss aus getrockneten Efeublättern bei Husten — heute wegen mangelnder Wirksamkeit (schlechte Wasserlöslichkeit der Saponine) und Falcarinol-Reizrisiko nicht empfohlen; standardisierte Präparate bevorzugen.
Anleitung & Dosierung
HISTORISCHER AUFGUSS (nicht empfohlen, nur ethnobotanisch): In der älteren Volksmedizin wurden 0,5–1 g getrocknete Efeublätter mit 200 ml heissem Wasser übergossen und 5 Min. gezogen — bei Husten und Atemwegsbeschwerden. HEUTE NICHT EMPFOHLEN: (1) Triterpensaponine sind schlecht wasserlöslich — Wirksamkeit weit geringer als bei pharmazeutischen Ethanol-Extrakten; (2) Falcarinol geht teilweise in den Aufguss über und kann Magenschleimhautreizung und bei regelmässiger Anwendung Kontaktallergie auslösen; (3) Geschmack sehr bitter. EMA und Kommission E empfehlen ausschliesslich standardisierte Extrakte. Eisheiler-Präparate wie Prospan sind dem Aufguss in Wirksamkeit und Sicherheit weit überlegen.
- Trockenmenge
- 0.5–1 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
ZENTRALE SICHERHEITSHINWEISE: (1) BEEREN GIFTIG — Efeubeeren (schwarz-blau, reif September–Oktober) sind für Menschen und Haustiere toxisch. Symptome nach Beerenverzehr: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, in grösseren Mengen Krämpfe, Atemdepression, Bewusstseinsverlust. Sofort Notruf (Giftnotruf) bei Verdacht auf Beerenverzehr. (2) KONTAKTALLERGEN — Falcarinol in frischen Efeublättern und Stängeln ist ein häufiges Kontaktallergen. Gärtner und Menschen, die regelmässig Efeu schneiden, entwickeln nicht selten allergische Kontaktdermatitis (Rötung, Bläschen, Juckreiz). Bei Sonnenlicht phototoxische Reaktion möglich. Beim Schneiden Handschuhe und langärmlige Kleidung tragen. (3) NUR FERTIGPRÄPARATE — medizinische Anwendung ausschliesslich als zugelassenes standardisiertes Fertigarzneimittel (Prospan, Hedelix, Bronchipret). Selbstgemachter Efeutee ist unwirksam (Saponine kaum wasserlöslich) UND potenziell reizend. (4) MAX. 1 WOCHE Selbstbehandlung ohne Arzt. Bei Verschlechterung, Fieber, Atemnot oder eitrigem Auswurf sofort Arzt. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen giftig.
⏱ Max. Daueranwendung: 1 Wochen
EMA HMPC: Sicherheit während Schwangerschaft nicht belegt. Aufgrund fehlender Daten nicht anwenden. Auch äusserliche Anwendungen (Bäder, Umschläge mit frischen Blättern) meiden — systemische Absorption von Falcarinol und Saponinen nicht ausgeschlossen.
EMA HMPC: Sicherheit in der Stillzeit nicht belegt. Übergang von Saponinen in die Muttermilch nicht ausgeschlossen. Nicht anwenden.
Kontraindiziert unter 2 Jahren — Sekretolytika können Atemwegssymptome bei Säuglingen verschlimmern und Bronchospasmen auslösen. Kinder 2–5 Jahre: nur nach ärztlichem Rat, reduzierte Dosis, nur alkoholarme/alkoholfreie Präparate. Ethanolhaltige Flüssigextrakte erst ab 6 Jahren. Anhaltender Husten bei Kindern 2–4 Jahren stets ärztlich abklären lassen. In der Praxis sind Efeu-Hustensäfte (z. B. Prospan) eines der meistverordneten pflanzlichen Arzneimittel bei Kindern in Deutschland.
Wechselwirkungen
Antitussiva (Codein, Dextromethorphan, Noscapin)
Efeu-Extrakt wirkt sekretolytisch (verflüssigt Schleim, fördert Abhusten). Hustenunterdrückende Mittel (Antitussiva) hemmen den Hustenreflex und können das geförderte Sekret im Bronchialbaum zurückstauen — Risiko von Schleimansammlungen und sekundären Bronchialinfektionen. Kombination pharmakologisch widersprüchlich; laut EMA HMPC und ESCOP nicht gleichzeitig anwenden.
Antidiabetika (Metformin, Sulfonylharnstoffe, Insulin)
In vitro und in tierexperimentellen Studien zeigten Efeu-Saponine (alpha-Hederin) hypoglykämische Eigenschaften. Theoretisches Additionsrisiko mit blutzuckersenkenden Medikamenten. Klinische Relevanz bei therapeutischen Dosen standardisierter Extrakte als gering eingestuft — dennoch Blutzucker engmaschig überwachen bei paralleler Anwendung.
CYP3A4-Induktoren/-Inhibitoren (z. B. Rifampicin, Ketoconazol, Johanniskraut)
alpha-Hederin und verwandte Saponine werden metabolisch abgebaut. In vitro Hinweise auf Interaktion mit Cytochrom-P450-Enzymen; klinische Daten fehlen. Bei Komedikation mit CYP3A4-sensitiven Substanzen (z. B. Ciclosporin, Statine, oralen Antikoagulantien) Vorsicht und Beobachtung auf verstärkte Nebenwirkungen oder Wirksamkeitsverlust.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Hedera helix oder andere Araliengewächse (Araliaceae).
- Kinder unter 2 Jahren — Sekretolytika können Atemwegssymptome verschlimmern und Bronchospasmen auslösen.
- Selbst hergestellte Zubereitungen (Tee, Tinktur, Frischsaft, Aufguss) aus Garten-Efeublättern — rohe Pflanze ist wegen Falcarinol und Saponinen reizend bis toxisch.
- Schwangerschaft und Stillzeit — mangels Daten kontraindiziert (EMA HMPC).
- Efeubeeren in jeglicher Form — giftig für Menschen und Tiere.
- Offene Wunden oder stark entzündete Haut bei äusserlicher Anwendung frischer Blätter — Falcarinol-Reizung und Kontaktdermatitis-Gefahr.
Erntet wird: Blätter
- Tageszeit:
- Efeublätter können das ganze Jahr geerntet werden (immergrün), jedoch sind Inhaltsstoffe (Hederacosid C) in Frühjahr bis Frühherbst am höchsten konzentriert. Für pharmazeutische Verarbeitung: Ernte vorzugsweise an trockenen, sonnigen Vormittagen (9–12 Uhr), wenn Tau getrocknet ist. Für den Hausgebrauch: Ernte NICHT empfohlen — ausschliesslich Fertigarzneimittel verwenden.
- Trocknung:
- NUR für pharmazeutische Produktion relevant: Blätter (ohne Stängel) einlagig auf Sieben oder Trockengittern bei max. 35–40 °C trocknen; Luftfeuchte unter 10 % anstreben; Qualitätsstandard Ph. Eur. (Hederae helicis folium) einhalten. Beim Ernten und Trocknen Schutzhandschuhe und langärmlige Kleidung tragen — Falcarinol im Pflanzensaft ist ein potentes Kontaktallergen. NICHT für Heimanwendung trocknen — selbstgemachter Efeutee ist pharmakologisch wirkungslos und reizend.
- Tageszeit:
- Efeubeeren reifen September–November (schwarz-blau). KEINE ERNTE ZUM VERZEHR — Beeren sind GIFTIG (für Menschen und Tiere: Saponine, Falcarinol, andere Glykoside). Zur Vollständigkeit als botanischer Hinweis aufgeführt. Beeren dienen in der Natur als wichtige Winternahrung für Vögel (Drosseln, Amseln) — für sie unschädlich. Im Garten reifen Beeren entfernen, wenn Kinder oder Haustiere Zugang haben.
- Trocknung:
- Beeren dürfen NICHT für Eigenbedarf gesammelt, getrocknet oder verarbeitet werden — GIFTIG. Keine volksmedizinische Beerenzubereitung verwenden. Bei Verdacht auf Beerenverzehr sofort den Giftnotruf anrufen: Deutschland 030 19240, Österreich 01 406 43 43, Schweiz 145.
- Hederacosid C (Hederasaponin C)SaponinAnteil: 2.5-6 %Blatt
Wichtigstes und mengenmässig dominierendes Triterpensaponin der Efeublätter — Leitmarkerstoff für die pharmazeutische Standardisierung. Bidesmosidisches Oleanolsäure-Glykosid; wird im Körper und durch mikrobiellen Darmmetabolismus zu alpha-Hederin (monodesmosidisch) gespalten, dem pharmakologisch aktiveren Wirkprinzip. Hohe Konzentration in standardisierten Trockenextrakten (DER 4–8:1).
- alpha-HederinSaponinAnteil: 0.1-0.5 %Blatt
Aktiver Metabolit von Hederacosid C; monodesmosidisches Triterpensaponin. Hauptwirkmechanismus: beta-2-adrenerge Rezeptor-Modulation in Bronchialmuskulatur (Hochregulation der Rezeptordichte), sekretolytisch durch Aktivierung des Cl-/HCO3-Transports in Bronchialepithelzellen, bronchodilatatorisch. Entscheidend für die klinisch belegte Wirksamkeit der Efeu-Hustenmittel.
- Hederacosid B und weitere HederasaponineSaponinAnteil: 0.5-2 %Blatt
Begleit-Saponine des Efeus — bidesmosidische Glykosidvarianten mit Oleanolsäure- und Hederagenin-Aglykon. Tragen zum Gesamtsaponingehalt bei, sind weniger intensiv untersucht als Hederacosid C und alpha-Hederin, dürften aber synergistisch wirken.
- Falcarinol (Polyacetylen)SonstigeAnteil: 0.001-0.05 %Blatt
Stark hautsensiblisierendes Polyacetylen — Hauptursache für allergische Kontaktdermatitis nach Berührung frischer oder angetrockneter Efeublätter und Stängel. Vorkommen auch in anderen Araliengewächsen und Apiaceae (Karotten, Sellerie). Bei phototoxischen Reaktionen kommen zusätzlich Furocumarine infrage. In pharmazeutischen Trockenextrakten durch Ethanolextraktion und Sprühtrocknung weitgehend entfernt — Sicherheitsprofil standardisierter Präparate deutlich günstiger als rohe Pflanze.
- Flavonoide (Rutin, Kaempferol-3-rutinosid, Quercetin-Glykoside)FlavonoidAnteil: 0.1-0.5 %Blatt
Flavonoidglykoside mit antioxidativer und mild entzündungshemmender Wirkung; in Efeublättern in vergleichsweise geringen Mengen vorhanden. Kein Standardisierungsparameter der EMA-Monographie — die Saponine sind pharmakologisch massgeblich.
- Phenolcarbonsäuren (Chlorogensäure, Kaffeesäure)PhenolsäureAnteil: 0.05-0.2 %Blatt
Hydroxyzimtsäure-Derivate mit antioxidativer Wirkung. In Efeublättern nur in geringen Mengen nachgewiesen; pharmakologisch deutlich nachrangig gegenüber den Triterpensaponinen.
- Sterole (beta-Sitosterol, Stigmasterol)SonstigeAnteil: 0.05-0.2 %Blatt
Phytosterole in kleinen Mengen. Tragen nicht wesentlich zur medizinischen Wirkung bei; als ubiquitäre Pflanzeninhaltsstoffe Teil des phytochemischen Gesamtprofils.
- Furocumarine (Psoralen, Bergapten — Spuren)SonstigeAnteil: SpurenBlatt
Photosensibilisierende Substanzen in Spuren — können in Kombination mit UV-Licht phototoxische Hautreaktionen (Rötung, Blasenbildung) auslösen, besonders nach äusserlichem Kontakt mit frischen Blättern. Wichtig als Erklärung für Sommerphotosensibilisierungsreaktionen bei Gärtnern. In standardisierten Fertigpräparaten kein praktisch relevantes Problem.
- [1]MonographieEMA/HMPC/325716/2017 — European Union herbal monograph on Hedera helix L., folium (Final, Revision 2, 21 November 2017) — Well-Established Use(abgerufen: 2026-05-21)
- [2]MonographieKommission E — Hederae helicis folium (Efeublätter), Positiv-Monographie, BAnz Nr. 122, 1988(abgerufen: 2026-05-21)
- [3]MonographieESCOP Monographs — Hederae helicis folium (Ivy Leaf), 2nd edition with supplement (2009)(abgerufen: 2026-05-21)
- [6]MonographiePlants For A Future (PFAF) — Hedera helix database entry(abgerufen: 2026-05-21)
- [8]MonographieASPCA Animal Poison Control — Branching Ivy (Hedera helix)(abgerufen: 2026-08-10)
- [9]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Hedera helix L.: giftig + (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [4]BuchWichtl M. (Hrsg.) — Teedrogen und Phytopharmaka, 5. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2009 — Hederae helicis folium(abgerufen: 2026-05-21)
- [5]BuchMadaus, Gerhard — Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band I: Hedera helix (Efeu), 1938 (Public Domain)(abgerufen: 2026-05-21)
- [7]WikipediaGemeiner Efeu (Wikipedia DE)(abgerufen: 2026-05-21)
Verbreitung in Europa
🪴 Zuhause anbauen
- ☀ Licht
- Halbschatten
- 💧 Wasser
- wöchentlich
- 🌱 Erde
- Standard-Blumenerde
- 🪴 Topf
- 18 cm
- ⭐ Schwierigkeit
- ★☆☆ einfach
- 🐾 Haustiere
- für Haustiere giftig
Tipps:
- Robuste Hängepflanze — auch in dunkleren Ecken.
- Regelmäßig zurückschneiden für buschigen Wuchs.
- GIFTIG bei Verzehr (Beeren!) — von Kindern/Tieren fernhalten.
Pflege-Tipps sind allgemeine Empfehlungen aus Indoor-Gardening-Praxis, keine wissenschaftlichen Quellen.