© Didier Descouens · CC BY-SA 4.0 · Commons
Ruprechtskraut (Stinkender Storchschnabel)
VorsichtHerb Robert · (Geranium robertianum)
Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
Beschreibung
Das Ruprechtskraut ist eine ein- bis zweijährige, stark verzweigte krautige Pflanze von etwa 10 bis 55 cm Höhe mit rötlich überlaufenen Stängeln und tief fünfteilig gefiederten Blättern. Die kleinen, rosa bis purpurnen Blüten messen rund 12 bis 16 mm und tragen zehn Staubblätter; die Früchte schleudern ihre Samen über einen schnabelartig aufrollenden Fortsatz aus. Beim Zerreiben verströmt die ganze Pflanze einen kräftigen, als unangenehm empfundenen Geruch ('stinkender Storchschnabel'), der von Spuren ätherischen Öls herrührt. Medizinisch werden volkskundlich die oberirdischen Teile (Kraut) verwendet, gelegentlich auch die ganze Pflanze samt Wurzel. Wirksamkeitsbestimmend ist der hohe Gehalt an Gerbstoffen, vor allem das Ellagitannin Geraniin.
- TeeKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
Volkskundlicher Tee bei leichtem Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden; die zusammenziehende Wirkung der Gerbstoffe steht im Vordergrund.
Anleitung & Dosierung
1 bis 2 g getrocknetes Kraut mit 250 ml siedendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Wegen der Gerbstoffe nicht über längere Zeit anwenden.
- Trockenmenge
- 1–2 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
- GurgelnKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin
Traditionelle Anwendung der gerbstoffhaltigen Abkochung bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
Anleitung & Dosierung
Einen etwas stärkeren Aufguss (2 bis 3 g auf 250 ml) bereiten, abkühlen lassen und mehrmals täglich zum Gurgeln oder Spülen verwenden. Nicht schlucken.
- Trockenmenge
- 2–3 g
- Anwendungen/Tag
- 3×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
- UmschlagKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin
Umschlag mit dem zusammenziehenden Aufguss zur unterstützenden Pflege bei kleinen, schwer heilenden Wunden und Prellungen; ein antibakterieller Effekt von Extrakten wurde in Laborstudien beschrieben.
Anleitung & Dosierung
Aus 3 bis 5 g Kraut auf 250 ml Wasser einen Aufguss bereiten, ein sauberes Tuch tränken und auf die betroffene Stelle legen. Nur auf intakter oder leicht geschädigter Haut anwenden.
- Trockenmenge
- 3–5 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
- BadKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin
Waschung oder Teilbad mit dem gerbstoffhaltigen Auszug bei gereizter oder unreiner Haut, volkskundlich überliefert.
Anleitung & Dosierung
20 bis 30 g Kraut mit 1 Liter Wasser ausziehen, abseihen und den Auszug dem Wasch- oder Teilbad zusetzen. Äußerlich anwenden.
- Trockenmenge
- 20–30 g
- Anwendungen/Tag
- 1×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
- RohBlattÄußerlichVolksmedizin
Zerriebene frische Blätter wurden volkskundlich auf die Haut gerieben, um Mücken fernzuhalten; der charakteristische Geruch ist hierfür verantwortlich.
Anleitung & Dosierung
Einige frische Blätter zwischen den Fingern zerreiben und auf die Haut auftragen. Wegen des starken Geruchs traditionell als Mückenschutz genutzt.
- Trockenmenge
- 1–3 g
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 1 Wochen
- TinkturKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
Verdünnte Tinktur aus dem frischen Kraut, volkskundlich bei Magen-Darm- und leichten Harnwegsbeschwerden eingesetzt.
Anleitung & Dosierung
1 bis 2 ml Tinktur in etwas Wasser verdünnt, zwei Mal täglich. Volkskundliche Dosierung; bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen.
- Flüssigkeit
- 1–2 ml
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 2 Wochen
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