Donum ∞ Dei
Foto von Rotbuche

© Darkone (Fotograf) · CC BY-SA 1.0 · Commons

Rotbuche

Vorsicht

Fagus sylvatica · (Fagus sylvatica)

Buchengewächse (Fagaceae)

Beschreibung

Die glatte, silbrig-graue Rinde und das im Herbst leuchtend kupferrote Laub machen die Rotbuche zu einem der markantesten Bäume mitteleuropäischer Wälder, wo sie oft ganze Buchenwälder bildet. Im Frühjahr wurden die jungen, noch hellgrünen Blätter traditionell als Wildsalat genutzt, im Herbst die dreikantigen Bucheckern gesammelt, aus denen sich ein Öl mit einem Anteil von rund 40 Prozent pressen lässt. Volksheilkundlich fanden Rinde und Blätter äußerlich bei Hautproblemen und in Teeform bei Erkältungsbeschwerden Verwendung; belastbare moderne Belege dafür gibt es nicht. Wichtig zu wissen: Rohe Bucheckern enthalten in größerer Menge das reizende Fagin sowie Oxalsäure und können Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auslösen, weshalb Schwangere und Stillende sie meiden sollten. Buchenholzteer ist stark reizend und gehört nur in fachkundige Hände.

  • TeeRindeInnerlichVolksmedizin

    Buchenrinden-Abkochung wurde in der europäischen Volksmedizin bei Fieber, Erkältung und leichten Atemwegs­beschwerden eingesetzt. Die Rinde enthält Gerbstoffe, Catechin und Epicatechin, die adstringierend, antipyretisch und leicht antiseptisch wirken.

    Anleitung & Dosierung

    2–5 g getrocknete Buchenrinde in 250 ml Wasser 15 Minuten köcheln, abseihen. 2-mal täglich trinken. Nur kurzfristig anwenden.

    Trockenmenge
    25 g
    Anwendungen/Tag
    2×

    Quellen: [1] [2]

  • UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin

    Junge Buchenblätter wurden volksmedizinisch als feuchter Umschlag auf entzündete Hautstellen, Furunkeln und schlecht heilende Wunden gelegt. Die entzündungshemmenden Eigenschaften frischer Blätter sind auf ihren Gehalt an Flavonoiden und Phenolsäuren zurückzuführen.

    Quellen: [3] [6]

  • InhalationRindeInnerlichVolksmedizin

    Buchenholzteer (gewonnen durch Trockendestillation der Äste) wurde historisch als stimulierendes Expektorans innerlich und als antiseptische Einreibung bei Hauterkrankungen äußerlich verwendet. Der Teer enthält Guajakol und Kreosol als Wirkprinzipien. Wegen möglicher Toxizität und fehlender moderner Sicherheitsdaten nur von historischem Interesse.

    Quellen: [2] [5]

  • RohSamenInnerlichVolksmedizin

    Bucheckern wurden seit der Antike als Nahrungsmittel genutzt (40 % Öl, 23 % Protein, 22 % Stärke). Roh nur in kleinen Mengen essen — sie enthalten Fagin (Trimethylamin) und Oxalsäure, die bei größeren Mengen Übelkeit und Kopfschmerzen verursachen. Erhitzen (Rösten) zersetzt das Fagin; Einweichen und Auslaugen reduziert Tanningehalt für die Mehlbereitung.

    Quellen: [4] [7]

  • RohBlattInnerlichVolksmedizin

    Junge Buchenblätter im Frühjahr (vor dem Austreiben der Blüten, April–Mai) sind essbar und leicht süßlich. Sie wurden als Salatbeigabe oder Wildgemüse verwendet. Volksmedizinisch galten sie als leicht entzündungshemmend und stärkend.

    Quellen: [3] [6]

  • SalbeRindeÄußerlichVolksmedizin

    Rindenextrakt der Rotbuche wurde volksheilkundlich in antiseptischen Salben oder Ölauszügen bei Hautausschlägen und Zahnschmerzen eingesetzt. Die antimikrobielle Wirkung der Polyphenole (Catechin, Epicate­chin, Protokatechusäure) gegen Staphylococcus aureus und Candida-Arten wurde im Labor bestätigt.

    Quellen: [1] [2]

Verbreitung in Europa

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