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Roter Fingerhut
Giftig🐾Foxglove · (Digitalis purpurea)
Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Beschreibung
Im ersten Jahr bildet der Rote Fingerhut nur eine bodennahe Blattrosette, im zweiten schiebt er einen unverzweigten Stängel von bis zu zwei Metern empor, an dem die glockenförmigen, purpurroten Blüten einseitig herabhängen — vier bis sechs Zentimeter lang und an der Unterlippe dunkel gefleckt. Er blüht von Juni bis August und siedelt bevorzugt auf Lichtungen, Kahlschlägen und an Waldrändern. Alle Pflanzenteile sind hochgiftig; sie enthalten herzwirksame Glykoside wie Digitoxin, Digoxin und Gitoxin. 1785 beschrieb der englische Arzt William Withering, wie dosierte Blattzubereitungen bei Herzwassersucht wirken — daraus entstand die moderne Digitalis-Therapie, die heute ausschließlich mit isolierten, exakt dosierten Reinstoffen und unter ärztlicher Kontrolle arbeitet. 2007 wurde die Art zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Schon zwei bis drei Blätter können tödlich wirken.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
LEBENSGEFAHR: Alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Bereits zwei bis drei Blätter können tödlich sein.
Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden
Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.
Historisch bereitete man aus den getrockneten Blättern Aufgüsse gegen Wassersucht (Ödeme bei Herzschwäche). Diese Anwendung ist rein historisch und LEBENSGEFÄHRLICH – niemals zur Selbstbehandlung verwenden.
William Withering beschrieb 1785 die dosierte Anwendung von Blattzubereitungen bei Herzwassersucht; daraus entstand die moderne Digitalis-Therapie. Die isolierten Reinstoffe (Digitoxin/Digoxin) sind heute verschreibungspflichtige Arzneimittel – die Pflanze selbst ist wegen der extrem geringen therapeutischen Breite nicht zur Selbstanwendung geeignet.
LEBENSGEFAHR: Alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Bereits zwei bis drei Blätter können tödlich sein. Vergiftungssymptome sind Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Schwindel, gefährlich langsamer oder unregelmäßiger Puls bis hin zum Herzstillstand. Niemals selbst anwenden – auch nicht in kleinen Mengen. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen giftig.
Erntet wird: Blätter (historisch; nur unter pharmazeutischer Kontrolle)
- DigitoxinGlykosid
Herzwirksames Glykosid, 1874 isoliert; steigert die Kontraktionskraft des Herzmuskels, in höherer Dosis tödlich.
- DigoxinGlykosid
Herzglykosid, hemmt die Natrium-Kalium-ATPase; medizinisch genutzt, mit sehr geringer therapeutischer Breite.
- GitoxinGlykosid
Weiteres herzwirksames Glykosid der Pflanze, ähnlich toxisch wie Digitoxin.
- [4]MonographieASPCA Animal Poison Control — Foxglove (Digitalis purpurea)(abgerufen: 2026-08-10)
- [5]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Digitalis purpurea L.: sehr stark giftig +++ (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [3]BuchWilliam Withering: An Account of the Foxglove and Some of its Medical Uses (1785)(abgerufen: 2026-06-24)
- [1]WikipediaRoter Fingerhut – Wikipedia(abgerufen: 2026-06-24)
- [2]WikipediaDigitalis purpurea – Wikipedia(abgerufen: 2026-06-24)