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Gemeiner Stechapfel
Giftig🐾Datura stramonium · (Datura stramonium)
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Beschreibung
Der Gemeine Stechapfel, auch Weißer Stechapfel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Stechäpfel (Datura) innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie ist in Mitteleuropa die häufigste Art dieser Gattung.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Häufige tödliche Vergiftungen bei Jugendlichen, die einen Rausch suchen.
Nur äußerlich anwenden!
Diese Pflanze darf NICHT innerlich eingenommen werden. Nur Umschläge, Salben, Bäder.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Tropanalkaloide (Atropin, Scopolamin, Hyoscyamin) passieren die Plazentaschranke und können fetale Tachykardie, ZNS-Schäden und kongenitale Fehlbildungen verursachen. Jede Exposition in der Schwangerschaft ist streng kontraindiziert.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Atropin und Scopolamin treten in die Muttermilch über und können beim Säugling anticholinerge Effekte (Tachykardie, Mundtrockenheit, Fieber, Sedierung) auslösen. Stillzeit: streng kontraindiziert.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Kinder reagieren extrem empfindlich auf Tropanalkaloide. Wenige Samen können tödlich sein. Häufiger Missbrauch durch Jugendliche („Daturismus") mit zahlreichen Todesfällen. Kein Einsatz bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren — auch nicht in homöopathischen Tiefpotenzen unter D6.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Anticholinergika (Tiotropium, Ipratropium, Oxybutynin, Darifenacin, Scopolamin-Pflaster) · Anticholinergika (Tiotropium, Ipratropium, Oxybutynin, Darifenacin, Scopolamin-Pflaster)
- UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin
Volksmedizinische externe Anwendung von Stechapfel-Blättern als Umschlag oder Auflage bei Neuralgien, Furunkeln, Abszessen und schmerzhaften Wunden. John Gerard (1597) berichtete, der Saft heile „alle Entzündungen, Verbrennungen und Verbrühungen". Anticholinerge Lokalwirkung; heute wegen Hautresorption und systemischer Toxizität ungeeignet.
Anleitung & Dosierung
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- TinkturKrautige TeileÄußerlichVolksmedizin
Mittelalterliche Verwendung in „Hexensalben" (Flugsalben): Datura stramonium oder verwandte Arten (D. metel, D. inoxia) wurden mit Bilsenkraut, Tollkirsche und Alraune kombiniert. Resorption der Tropanalkaloide durch Schleimhäute löste anticholinerges Delir mit Flug-Halluzinationen aus. Rein historisches Kulturphänomen — heute wegen Toxizität strikt abzulehnen.
Anleitung & Dosierung
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Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden
Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.
- InhalationBlattInnerlichTraditionell
Historische Anwendung von Stechapfel-Blättern als Asthma-Zigaretten („Stramonium-Zigaretten") im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Nach dem Bericht des britischen Arztes James Anderson (1802) aus Indien wurde die Inhalation von brennenden Stramonium-Präparaten in die britische und amerikanische Pharmakopöe aufgenommen. Anticholinerge Bronchodilatation durch Atropin/Scopolamin als Wirkprinzip. Seit der Anerkennung von Asthma als allergische Entzündung und der Einführung von Ephedrin obsolet — heute wegen Toxizität und Halluzinogenität streng abgelehnt.
Anleitung & Dosierung
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- TinkturBlattInnerlichTraditionell
Historische pharmazeutische Verwendung von Stramonium-Extrakten in der frühen Parkinson-Therapie. Die anticholinerge Wirkung der Tropanalkaloide (Atropin, Scopolamin, Hyoscyamin) wurde zur Linderung von Tremor und Muskelrigidität eingesetzt — vor Einführung von L-Dopa Standard. Heute durch synthetische Anticholinergika (Biperiden, Trihexyphenidyl) ersetzt.
Anleitung & Dosierung
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- RohSamenInnerlichVolksmedizin
Ethnobotanische und schamanische Verwendung in präkolumbianischen Kulturen Amerikas (Aztec, Navajo, Cherokee, Luiseño, Algonquian) und in der indischen Tantra-Tradition. Stechapfel-Samen wurden in heiligen Zeremonien als Halluzinogen verwendet — Wirkung durch hohe Konzentration der Tropanalkaloide (≈ 0,1 mg Atropin pro Samen). Heute nicht für Rituale oder Konsum geeignet — häufige tödliche Vergiftungen bei Jugendlichen, die einen „Trip" suchen.
Anleitung & Dosierung
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- TinkturKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
Homöopathische Verwendung von Datura stramonium (D6–C30) bei kindlichen Angstzuständen, Nachtschreck, Krampfanfällen mit Halluzinationen und Tollwut-Bildern (Hydrophobie). Reine homöopathische Verdünnungsstufen (ab C12) enthalten keine pharmakologisch wirksamen Alkaloidmengen. Verbreitet in der klassischen Homöopathie als Konstitutionsmittel.
Anleitung & Dosierung
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