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Foto von Echter Seidelbast

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Echter Seidelbast

Giftig🐾

Daphne mezereum · (Daphne mezereum)

Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae)

Beschreibung

Der Echte Seidelbast, auch Echt-Seidelbast, Gewöhnlicher Seidelbast oder Kellerhals genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seidelbast (Daphne) innerhalb der Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae). Er ist die einzige stammblütige Art Mitteleuropas und der in diesem Gebiet am weitesten verbreitete Vertreter seiner Gattung. Wegen der attraktiven, schon im Vorfrühling erscheinenden Blüten wird der Echte Seidelbast auch als Zierpflanze geschätzt.

  • UmschlagRindeÄußerlichTraditionell

    Historische topische Anwendung des Seidelbast-Rinden-Pflasters ('Mezereon-Pflaster', Cortex Mezerei) als Vesikans (Blasenzieher) und Hautreizmittel bei chronischem Rheumatismus, Ischias und Gelenkschmerzen. Die feuchte Rinde wurde nach Maud Grieve (1931) in heisser Essig-Wasser-Mischung erweicht und als Kompresse aufgelegt — innerhalb von 24–48 Stunden bildeten sich Rötung und Blasen, die als ableitende Reiztherapie galten. Bereits etwa 3 cm² Rinde reichen, um eine schwere Hautläsion mit perkutaner Diterpen-Resorption auszulösen. Heute strikt obsolet wegen der unkalkulierbaren systemischen Toxizität von Mezerein und Daphnetoxin.

    Anleitung & Dosierung

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  • SalbeWurzelÄußerlichVolksmedizin

    Historische Anwendung einer Wurzelrinden-Salbe auf indolente Geschwüre, kalte Abszesse und schlecht heilende Hautläsionen — die Salbe sollte durch chemische Reizung 'Sekretion anregen' und das Abheilen beschleunigen. Maud Grieve und das King's American Dispensatory dokumentieren diese Anwendung; die Reizung beruht auf Mezerein und Daphnetoxin, die durch geschädigte Haut massiv resorbiert werden. Heute strikt kontraindiziert.

    Anleitung & Dosierung

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  • UmschlagRindeÄußerlichVolksmedizin

    Volksmedizinische Anwendung der erweichten Rinde an wundem Zahnfleisch und bei Zahnschmerzen ('Kellerhals' — Name verweist auf das Brennen im Hals beim Kauen). Die Kaureizung sollte Speichelfluss und 'ableitende' Wirkung erzeugen; tatsächlich entsteht eine heftige Schleimhautverätzung mit Schwellung von Lippen, Zunge und Rachen. Anwendung gilt seit dem 19. Jahrhundert als obsolet.

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Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden

Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.

  • TinkturRindeInnerlichTraditionell

    Historische innerliche Anwendung von Decoctum Mezerei und Mezereum-Fluidextrakt im 18. und 19. Jahrhundert als 'Alterativum' bei Syphilis (besonders Mercurio-Syphilis nach Quecksilberkuren), Skrofulose und chronischen Hautkrankheiten. Übliche Dosierung nach King's American Dispensatory (1898): Dekokt 1–3 fluid ounces, Pulver 10 grains, Fluidextrakt 2–10 Tropfen. Trotz dieser sehr niedrigen Dosen gab es regelmässig Vergiftungsfälle. Heute strikt obsolet — therapeutisches Fenster fehlend, kanzerogenes Co-Risiko durch Mezerein als Tumor-Promotor.

    Anleitung & Dosierung

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  • TinkturGanze PflanzeInnerlichVolksmedizin

    Homöopathische Verwendung von Mezereum (Urtinktur aus frischer Rinde, geprüft durch Samuel Hahnemann; Verdünnungsstufen typisch D6, D12, D30) bei Herpes zoster (Gürtelrose), neuralgischen Schmerzen nach Zoster, juckenden Ausschlägen mit Krustenbildung und Knochenschmerzen. Ab D6 enthalten Präparate keine pharmakologisch wirksame Diterpen-Menge mehr; in Deutschland, Österreich und der Schweiz arzneimittelrechtlich zugelassen. Urtinktur und Niedrigpotenzen (D1–D3) bleiben hochtoxisch.

    Anleitung & Dosierung

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  • RohFruchtInnerlichVolksmedizin

    Frühneuzeitliche Volksmedizin: Verwendung der roten Beeren als drastisches Brech- und Abführmittel — beschrieben unter anderem bei Johannes Lonicer (16. Jahrhundert). Die Beeren wurden in kleiner Zahl gekaut, um Erbrechen und Diarrhö auszulösen; bei Überschreitung der willkürlichen Schwelle traten jedoch Schleimhautverätzungen und systemische Vergiftungen auf. Letale Dosis bei Kindern: 4–5 Beeren; bei Erwachsenen: 10–12 Beeren. Anwendung gilt seit dem späten 19. Jahrhundert als obsolet und gefährlich; reine ethnobotanische Dokumentation.

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