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Maiglöckchen
Giftig🐾Lily of the valley · (Convallaria majalis)
Spargelgewächse (Asparagaceae)
Beschreibung
Das Maiglöckchen ist eine Pflanzenart aus der artenarmen Gattung Convallaria in der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). In der Deutschschweiz wird auch der Trivialname Maieriesli verwendet. Es wurde 2014 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Maiglöckchen (Convallaria majalis) enthält Cardenolid-Herzglykoside (Convallatoxin, Convallosid, Convallatoxol), die bei Überdosierung zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, AV-Block und Kammerflimmern führen können.
Nur äußerlich anwenden!
Diese Pflanze darf NICHT innerlich eingenommen werden. Nur Umschläge, Salben, Bäder.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Herzglykoside passieren die Plazentaschranke und können fetale Herzrhythmusstörungen verursachen. Jede interne Anwendung in der Schwangerschaft ist strikt kontraindiziert.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Herzglykoside können in die Muttermilch übergehen und kardiotoxische Wirkungen beim Säugling verursachen. Interne Anwendung in der Stillzeit strikt kontraindiziert.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Kinder sind wegen geringerer Körpermasse und empfindlicherer Herzphysiologie besonders vergiftungsgefährdet. Jeder interne Kontakt mit Pflanzenteilen ist bei Kindern strikt zu vermeiden. Erste-Hilfe: Giftnotruf kontaktieren.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Herzglykoside (Digitalis, Digoxin, Digitoxin) · Kaliumverlust-Diuretika (Thiazide, Schleifendiuretika) · Antiarrhythmika (Chinidin, Amiodaron, Verapamil)
- TinkturBlüteÄußerlichVolksmedizin
Historisch wurde Maiglöckchen-Blütenöl und -extrakt äußerlich bei Gelenkschmerzen und Gicht aufgerieben. Diese externe Volksanwendung war weit verbreitet in Nordeuropa. Trotz der geringen dermalen Resorption besteht auch extern ein theoretisches Vergiftungsrisiko bei großflächiger Anwendung auf beschädigter Haut.
Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden
Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.
- TinkturKrautige TeileInnerlichKommission E
Die Kommission E erteilte 1984 eine positive Monographie für Convallaria-Glykoside bei leichter Herzinsuffizienz (NYHA I–II) und Herzrhythmusstörungen. Convallatoxin und Convallosid hemmen die Na⁺/K⁺-ATPase der Herzmuskelzelle und steigern die Kontraktionskraft (positiv inotrop). Heute weitgehend durch Digitalis-Glykoside verdrängt; historisch-pharmazeutische Bedeutung.
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- TinkturBlüteInnerlichTraditionell
In der traditionellen europäischen Medizin des 16.–19. Jahrhunderts wurde Maiglöckchen-Tinktur aus Blüten und Blättern als Herzmittel bei Ödemen, Wassersucht und Herzschwäche eingesetzt. Leonhart Fuchs beschrieb 1543 in seinem Kräuterbuch die Anwendung. Vor dem Aufkommen standardisierter Digitalis-Präparate war Convallaria ein verbreitetes Herztonikum.
- TeeBlattInnerlichVolksmedizin
In der Volksmedizin Mittel- und Osteuropas wurde Maiglöckchenblätter-Tee bei Herzpalpitationen und Schwindel zubereitet. Wegen der kardialen Glykosidwirkung war die therapeutische Breite sehr schmal — Volksanwender unterschätzten das Vergiftungsrisiko erheblich. Historische Anwendung ohne moderne Dosierungskontrolle.
- TinkturKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
Homöopathische Zubereitungen aus Convallaria majalis (Urtinktur D1–D30) werden in der Homöopathie bei Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris und Ödemen eingesetzt. Der homöopathische Einsatz basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip — hochverdünnte Präparate gelten als sicher. Außerhalb des homöopathischen Rahmens ist die Pflanze hochtoxisch.
- TinkturKrautige TeileInnerlichVolksmedizin
In der russischen und skandinavischen Volksmedizin wurde Maiglöckchen-Extrakt bei Erschöpfungszuständen, Neurasthenie und funktionellen Herzbeschwerden eingesetzt. Russische Pharmakopöen des frühen 20. Jahrhunderts enthielten Convallaria-Zubereitungen als offizinelles Mittel. Die schwache Datenlage unterscheidet sich stark von der gut belegten kardialen Wirkung.