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Maiglöckchen
Giftig🐾Lily of the valley · (Convallaria majalis)
Spargelgewächse (Asparagaceae)
Beschreibung
Der süsse Duft der kleinen, glockenförmigen weissen Blüten macht das Maiglöckchen im Mai zu einem der bekanntesten Waldbodenbewohner Europas. Botanisch zählt es zu den Spargelgewächsen und bildet unterirdische Ausläufer in schattigen Laubwäldern. Blätter und Blüten enthalten herzwirksame Glykoside, allen voran Convallatoxin. Eine frühere Monographie der Kommission E beschrieb standardisierte Zubereitungen als Mittel bei leichter Herzschwäche, bevor sie weitgehend von präziser dosierbaren Digitalis-Präparaten abgelöst wurden; in der Homöopathie wird die Pflanze bis heute stark verdünnt eingesetzt. Ausserhalb dieser streng kontrollierten Anwendungen ist Maiglöckchen hochgiftig: Schon geringe Mengen — sogar das Wasser einer Blumenvase — können bei Mensch und Haustier gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen. Von jeder Selbstzubereitung aus der Frischpflanze ist dringend abzuraten.
🌿 Verwechslungsgefahr — vor Wildsammlung lesen!
Maiglöckchen (Convallaria majalis) enthält Cardenolid-Herzglykoside (Convallatoxin, Convallosid, Convallatoxol), die bei Überdosierung zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, AV-Block und Kammerflimmern führen können.
Nur äußerlich anwenden!
Diese Pflanze darf NICHT innerlich eingenommen werden. Nur Umschläge, Salben, Bäder.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Herzglykoside passieren die Plazentaschranke und können fetale Herzrhythmusstörungen verursachen. Jede interne Anwendung in der Schwangerschaft ist strikt kontraindiziert.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Herzglykoside können in die Muttermilch übergehen und kardiotoxische Wirkungen beim Säugling verursachen. Interne Anwendung in der Stillzeit strikt kontraindiziert.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Kinder sind wegen geringerer Körpermasse und empfindlicherer Herzphysiologie besonders vergiftungsgefährdet. Jeder interne Kontakt mit Pflanzenteilen ist bei Kindern strikt zu vermeiden. Erste-Hilfe: Giftnotruf kontaktieren.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Herzglykoside (Digitalis, Digoxin, Digitoxin) · Kaliumverlust-Diuretika (Thiazide, Schleifendiuretika) · Antiarrhythmika (Chinidin, Amiodaron, Verapamil)
Historisch wurde Maiglöckchen-Blütenöl und -extrakt äußerlich bei Gelenkschmerzen und Gicht aufgerieben. Diese externe Volksanwendung war weit verbreitet in Nordeuropa. Trotz der geringen dermalen Resorption besteht auch extern ein theoretisches Vergiftungsrisiko bei großflächiger Anwendung auf beschädigter Haut.
Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden
Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.
Die Kommission E erteilte 1984 eine positive Monographie für Convallaria-Glykoside bei leichter Herzinsuffizienz (NYHA I–II) und Herzrhythmusstörungen. Convallatoxin und Convallosid hemmen die Na⁺/K⁺-ATPase der Herzmuskelzelle und steigern die Kontraktionskraft (positiv inotrop). Heute weitgehend durch Digitalis-Glykoside verdrängt; historisch-pharmazeutische Bedeutung.
In der traditionellen europäischen Medizin des 16.–19. Jahrhunderts wurde Maiglöckchen-Tinktur aus Blüten und Blättern als Herzmittel bei Ödemen, Wassersucht und Herzschwäche eingesetzt. Leonhart Fuchs beschrieb 1543 in seinem Kräuterbuch die Anwendung. Vor dem Aufkommen standardisierter Digitalis-Präparate war Convallaria ein verbreitetes Herztonikum.
In der Volksmedizin Mittel- und Osteuropas wurde Maiglöckchenblätter-Tee bei Herzpalpitationen und Schwindel zubereitet. Wegen der kardialen Glykosidwirkung war die therapeutische Breite sehr schmal — Volksanwender unterschätzten das Vergiftungsrisiko erheblich. Historische Anwendung ohne moderne Dosierungskontrolle.
Homöopathische Zubereitungen aus Convallaria majalis (Urtinktur D1–D30) werden in der Homöopathie bei Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris und Ödemen eingesetzt. Der homöopathische Einsatz basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip — hochverdünnte Präparate gelten als sicher. Außerhalb des homöopathischen Rahmens ist die Pflanze hochtoxisch.
In der russischen und skandinavischen Volksmedizin wurde Maiglöckchen-Extrakt bei Erschöpfungszuständen, Neurasthenie und funktionellen Herzbeschwerden eingesetzt. Russische Pharmakopöen des frühen 20. Jahrhunderts enthielten Convallaria-Zubereitungen als offizinelles Mittel. Die schwache Datenlage unterscheidet sich stark von der gut belegten kardialen Wirkung.
⚠ Nur äußerlich anwenden
HOCHTOXISCH — alle Teile der Pflanze giftig. Maiglöckchen (Convallaria majalis) enthält Cardenolid-Herzglykoside (Convallatoxin, Convallosid, Convallatoxol), die bei Überdosierung zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, AV-Block und Kammerflimmern führen können. Bereits geringe Mengen — auch das Blumenwasser — können Vergiftungen verursachen. Vergiftungszeichen: Übelkeit, Erbrechen, Bradykardie, Sehstörungen (Gelbsehen), Bewusstlosigkeit. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Giftnotruf kontaktieren. Keine Selbstmedikation mit Pflanzenmaterial. ASPCA-Einstufung (abgerufen 2026-08-10): für Hunde und Katzen giftig.
Herzglykoside passieren die Plazentaschranke und können fetale Herzrhythmusstörungen verursachen. Jede interne Anwendung in der Schwangerschaft ist strikt kontraindiziert.
Herzglykoside können in die Muttermilch übergehen und kardiotoxische Wirkungen beim Säugling verursachen. Interne Anwendung in der Stillzeit strikt kontraindiziert.
Kinder sind wegen geringerer Körpermasse und empfindlicherer Herzphysiologie besonders vergiftungsgefährdet. Jeder interne Kontakt mit Pflanzenteilen ist bei Kindern strikt zu vermeiden. Erste-Hilfe: Giftnotruf kontaktieren.
Wechselwirkungen
Herzglykoside (Digitalis, Digoxin, Digitoxin)
Additive Hemmung der Na⁺/K⁺-ATPase → kumulative Kardiotoxizität mit erhöhtem Risiko für AV-Block, Bradykardie und ventrikuläre Arrhythmien.
Kaliumverlust-Diuretika (Thiazide, Schleifendiuretika)
Hypokaliämie durch Diuretika verstärkt die Glykosidempfindlichkeit des Herzens erheblich — Vergiftungsrisiko auch bei sonst tolerierten Dosen.
Antiarrhythmika (Chinidin, Amiodaron, Verapamil)
Pharmakokinetische und pharmakodynamische Wechselwirkungen können die Glykosid-Plasmaspiegel erhöhen oder die kardialen Effekte addieren.
Kortikosteroide (systemisch)
Systemische Kortikosteroide können Hypokaliämie verursachen und dadurch die Glykosid-Kardiotoxizität verstärken.
Kontraindikationen
- Gleichzeitige Therapie mit Digitalis-Glykosiden (additive Kardiotoxizität, Kumulationsgefahr)
- Hypokaliämie (erhöht die Sensitivität der Herzmuskelzelle gegenüber Herzglykosiden)
- AV-Block II. und III. Grades (Herzglykoside verlangsamen die AV-Überleitung)
- Wolff-Parkinson-White-Syndrom und andere akzessorische Leitungsbahnen
- Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HOCM)
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Kinder unter 18 Jahren (alle internen Anwendungen)
- Niereninsuffizienz (verzögerte Ausscheidung der Glykoside)
Erntet wird: blühendes Kraut
- Tageszeit:
- Morgens bei trockenem Wetter, wenn Blüten voll geöffnet sind
- Trocknung:
- Blütenrispen flach auslegen und bei max. 35 °C im Schatten trocknen. ACHTUNG: Giftpflanze — Schutzhandschuhe tragen, keine Pflanzenteile in den Mund nehmen. Getrocknetes Material sicher aufbewahren, außer Reichweite von Kindern und Haustieren.
- Lagerung:
- 12 Monate — In dichten, beschrifteten Behältern, trocken und dunkel. Getrennt von Lebensmitteln und unbeschrifteten Kräutern lagern — Verwechslungsgefahr!
- Tageszeit:
- Morgens nach Abtrocknen des Taus — junge Blätter haben höchsten Glykosidgehalt
- Trocknung:
- Blätter locker auslegen, bei 35–40 °C trocknen. Schutzhandschuhe unbedingt tragen — Glykosid-Absorption über Hautschnitte möglich. Kein Kontakt mit Schleimhäuten. Toxizität bleibt im getrockneten Material vollständig erhalten.
- Lagerung:
- 12 Monate — Trocken, dunkel, kindersicher. Deutlich als GIFTIG kennzeichnen.
- ConvallatoxinGlykosidAnteil: 0,1–0,3 %Krautige Teile
Wichtigstes Cardenolid-Herzglykosid des Maiglöckchens; hemmt Na⁺/K⁺-ATPase und steigert intrazellulär Calcium → positiv inotrop. Äußerst schmale therapeutische Breite; LD50 Ratte (i.v.) ca. 0,08 mg/kg.
- ConvallosidGlykosidKrautige Teile
Rhamnoglykosid des Strophanthidins; zweithäufigstes Herzglykosid; ähnlicher Wirkmechanismus wie Convallatoxin, etwas schwächer wirksam.
- ConvallatoxolGlykosidKrautige Teile
Dihydroderivat des Convallatoxins; ebenfalls herzwirksam, jedoch pharmakologisch weniger intensiv untersucht.
- LokundiosidGlykosidKrautige Teile
Weiteres Cardenolid-Glykosid; trägt zur Gesamttoxizität der Pflanze bei.
- ConvallamarinGlykosidKrautige Teile
Historisch beschriebenes Glykosid; weniger spezifisch kardioaktiv als Convallatoxin; früher als Bestandteil von Convallaria-Extrakten beschrieben.
- Saponine (Convallamarosid, Diosgenin-Glykoside)SaponinGanze Pflanze
Steroidsaponine aus Convallaria majalis; hämolytisch wirksam in hohen Konzentrationen; mit verantwortlich für die gastrointestinalen Vergiftungszeichen (Übelkeit, Erbrechen).
- Flavonoide (Kaempferol, Quercetin-Glykoside)FlavonoidBlatt
Antioxidative Flavonoid-Glykoside; pharmakologisch weniger bedeutsam als die Herzglykoside; nicht für die Toxizität verantwortlich.
- AsparaginSonstigeKrautige Teile
Aminosäure; in frischen Blättern und Rhizomen nachgewiesen; trägt zur historischen Benennung der Pflanzenfamilie Asparagaceae bei.
- [1]MonographieBlumenthal M. et al. (eds., 1998): The Complete German Commission E Monographs — Convallaria herb. American Botanical Council, Austin TX(abgerufen: 2026-05-24)
- [5]MonographieASPCA Animal Poison Control — Lily of the Valley (Convallaria majalis)(abgerufen: 2026-08-10)
- [6]MonographieCliniTox Giftpflanzen — Convallaria majalis L.: stark giftig ++ (Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich)(abgerufen: 2026-08-10)
- [4]BuchPlants For A Future (PFAF): Convallaria majalis — Lily of the valley(abgerufen: 2026-05-24)
- [2]WikipediaWikipedia DE: Maiglöckchen (Convallaria majalis)(abgerufen: 2026-05-24)
- [3]WikipediaWikipedia EN: Convallaria majalis — Lily of the valley(abgerufen: 2026-05-24)