© Hans Hillewaert · CC BY-SA 3.0 · Commons
Gewöhnlicher Buchsbaum
Giftig🐾Buxus sempervirens · (Buxus sempervirens)
Buchsbaumgewächse (Buxaceae)
Beschreibung
Der Gewöhnliche Buchsbaum, auch nur Buchsbaum oder Buchs genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Buchsbäume (Buxus). Er ist in Südwesteuropa, Mitteleuropa, Nordafrika und Westasien heimisch.
Nur äußerlich anwenden!
Diese Pflanze darf NICHT innerlich eingenommen werden. Nur Umschläge, Salben, Bäder.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
Strikt kontraindiziert. Steroidalkaloide des Buchsbaums sind plazentagängig; abortive und teratogene Wirkungen sind aus tiermedizinischen Vergiftungsfällen bei Trächtigen dokumentiert. Auch äusserliche Anwendung umfangreicher Tinkturen ist zu vermeiden.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
Kontraindiziert. Lipophile Steroidalkaloide treten in die Muttermilch über; Säuglinge sind durch unreife Leber-Metabolisierung besonders gefährdet. Keine innerliche Anwendung in der Stillzeit.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Kontraindiziert. Kinder sind durch geringes Körpergewicht und Neigung, attraktive Blätter und Beeren in den Mund zu nehmen, besonders gefährdet. Schon wenige Blätter können bei Kleinkindern schwere Symptome auslösen. Buchsbäume in Vorgärten und Spielanlagen sind problematisch.
Kritische Wechselwirkungen mit:
Zentral dämpfende Substanzen (Benzodiazepine, Opioide, Alkohol) · Hepatotoxische Medikamente (Paracetamol-Hochdosis, Methotrexat, Isoniazid)
- RohGanze PflanzeÄußerlichVolksmedizin
Klassische Garten- und Friedhofs-Heckenpflanze; durch extrem dichten Wuchs und gute Schnittverträglichkeit seit der Antike Leitart der formalen Gartenkunst (Topiary, Knotengärten, Parterres). Berühmte Anlagen in Versailles, Villa d'Este und Sissinghurst nutzen Buxus als architektonisches Rückgrat. Seit 2007 in Mitteleuropa stark bedroht durch den invasiven Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) und Buxus-Welke (Cylindrocladium buxicola).
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- RohGanze PflanzeÄußerlichVolksmedizin
Holznutzung — Buchsbaumholz gehört mit einer Rohdichte um 0,95-1,03 g/cm³ zu den dichtesten europäischen Hölzern und sinkt in Wasser. Traditionelle Verwendung für Holzschnitt-Druckstöcke (Thomas Bewick, 18. Jh.), Holzblasinstrumente (Blockflöten, Klarinettenmundstücke, Dudelsack-Chanter), Webschiffchen, Schachfiguren, Werkzeuggriffe, Schnitzarbeiten und Drechselwaren. Heute eine der am stärksten gehandelten Edelholzarten Europas.
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- TinkturBlattÄußerlichVolksmedizin
HISTORISCH-OBSOLET — In der volksmedizinischen Tradition wurden alkoholische Buchs-Auszüge äusserlich gegen Haarausfall (Alopezie) eingerieben und als Haarwuchsmittel beworben. Wirksamkeit ist nicht belegt; die perkutane Aufnahme von Alkaloiden ist nicht ausgeschlossen. Heute ohne Indikation, nur als ethnobotanisches Zeugnis dokumentiert.
Anleitung & Dosierung
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- RohBlattÄußerlichVolksmedizin
Kirchliche und volksbrauchtümliche Verwendung — Buchszweige ersetzen in Mittel- und Nordeuropa traditionell die Palmzweige am Palmsonntag ('Palmbuschen', 'Palmbesen'); in einigen Regionen als Grabbeschmückung an Allerheiligen und als immergrüner Trauerschmuck. Reine Symbolik, kein medizinischer Gebrauch.
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- RohBlattÄußerlichVolksmedizin
Historische Färbeanwendung — Aus Buchsblättern und -wurzeln gewann man früher gelbliche bis rotbraune Naturfarbstoffe für Wolle und Haare; bereits Plinius und Dioskurides erwähnen das Färben blonder Haare mit Buxus. Heute durch synthetische Farbstoffe ersetzt; rein ethnobotanisch dokumentiert.
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Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden
Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.
- TeeBlattInnerlichVolksmedizin
HISTORISCH-OBSOLET — In der frühneuzeitlichen und volksmedizinischen Praxis Süd- und Westeuropas wurden Buchsblätter-Abkochungen als 'pflanzliches Chinin' gegen Malaria (Wechselfieber) und als Schweisstreibmittel eingesetzt. Diese Anwendung ist heute OBSOLET und GEFÄHRLICH: Die Steroidalkaloide (Buxin, Cyclobuxin D) verursachen schwere Magen-Darm-Krämpfe, Erbrechen, Durchfall, zentralnervöse Erregung und Atemlähmung. Dokumentiert nur als ethnobotanische Notiz, KEINE Anwendungsempfehlung.
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