Donum ∞ Dei
Foto von Engelstrompeten

© Claus Ableiter · CC BY-SA 3.0 · Commons

Engelstrompeten

Giftig🐾

Brugmansia · (Brugmansia arborea)

Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Beschreibung

Die Engelstrompete trägt bis zu 25 Zentimeter lange, trichterförmige Blüten, die abends und nachts einen schweren, süßen Duft verströmen und meist senkrecht herabhängen — ein beliebter Kübelstrauch, der ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammt. So schön sie ist, so gefährlich: Alle Pflanzenteile sind extrem giftig. Sie enthalten Tropanalkaloide, vor allem Scopolamin, daneben Hyoscyamin und Atropin, mit deutlich höherem Scopolamin-Anteil als beim verwandten Stechapfel. In der Heiltradition der nordperuanischen Kuranderos sowie in Kolumbien und Ecuador spielten Blätter und Blüten eine rituelle Rolle; äußerlich wurden zerquetschte oder erwärmte Blätter als Umschlag bei Rheuma, Gelenk- und Muskelschmerzen aufgelegt. Für den Hausgebrauch gibt es keine sichere Anwendung — schon kleine Mengen können schwere Vergiftungen auslösen.

  • UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin

    Traditionelle äußere Anwendung in Südamerika: zerquetschte oder erhitzte Engelstrompeten-Blätter werden in der Volksmedizin als Umschlag bei Rheuma, Arthritis, Muskelschmerzen, Prellungen und Hautentzündungen aufgelegt. Lokale anticholinerge Wirkung der Tropanalkaloide reduziert oberflächlich Schmerz und Spasmen. Wichtig: Tropanalkaloide werden über die Haut resorbiert — systemische Vergiftungen sind beschrieben. Keine Laienanwendung.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [3]

Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden

Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.

  • TinkturBlattInnerlichVolksmedizin

    Schamanische und divinatorische Verwendung in der Volksmedizin der nordperuanischen Anden (Kurandero-Tradition): Brugmansia arborea und verwandte Arten ('Floripondio', 'Misha', 'Borrachero') werden seit präkolumbianischer Zeit für Initiationsrituale, Visionssuche und Heilzeremonien eingesetzt. De Feo (2004) dokumentiert Anwendung in der Kombination mit Trichocereus pachanoi (San-Pedro-Kaktus) in den Mesa-Ritualen. Wirkmechanismus: zentrale anticholinerge Delir-Auslösung durch Scopolamin. Keine Anwendungsempfehlung — Vergiftungen häufig, Halluzinationen werden als 'erschreckend' beschrieben.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [3] [4]

  • TinkturBlüteInnerlichVolksmedizin

    Historische Verwendung der Blüten in kolumbianischen und ecuadorianischen Heiltraditionen ('Borrachero blanco'). Heiler trockneten und zerkleinerten die Blüten für rituelle Räucherungen oder gaben sie patientengerichtet als Kaltauszug, um Trance- und Visionszustände auszulösen — historisch belegt für Diebstahls- und Hexerei-Mythen (Robles-Mythos, Kolumbien). Modern dokumentiert: kriminelle Anwendung von konzentrierten Scopolamin-Extrakten ('Devil's Breath') gegen Tourists in Bogotá — keinerlei therapeutische Rolle.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [3] [4]

  • TinkturBlattInnerlichVolksmedizin

    Homöopathische Verwendung (Brugmansia D6–D12) bei Schreckhaftigkeit, halluzinatorischen Zuständen, Albträumen und Schlafstörungen mit Bildern von Verfolgung — analog zur Datura-Indikation in der klassischen Homöopathie. Ab D12 sind keine pharmakologisch wirksamen Alkaloidmengen mehr enthalten. Tieferpotenzen (unter D6) sind in Deutschland nicht im freien Handel.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [2]

  • RohSamenInnerlichVolksmedizin

    Rein ethnobotanisch-historische Dokumentation der Samenverwendung in präkolumbianischen Inka-/Chibcha-Bestattungsritualen: Engelstrompeten-Samen wurden mit Maisbier und Tabak vermischt und Frauen sowie Sklaven Verstorbener verabreicht, bevor diese lebendig mitbestattet wurden (laut spanischen Chronisten des 16. Jahrhunderts). Heute ohne jegliche Anwendungsempfehlung — Samen enthalten die höchste Scopolamin-Konzentration und sind potentiell letal bereits in kleinsten Mengen.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [4]

  • InhalationBlattInnerlichVolksmedizin

    Historische Asthma-Räucherungen mit Engelstrompeten-Blättern: vor der Anerkennung von Asthma als allergische Entzündung wurden Brugmansia-Blätter (zusammen mit Datura- und Hyoscyamus-Blättern) als 'Anti-Asthma-Pulver' oder 'Stramonium-Zigaretten' verbrannt und inhaliert — anticholinerge Bronchodilatation durch Atropin/Scopolamin. Seit Einführung von β2-Sympathomimetika und inhalativen Kortikosteroiden vollständig obsolet, wegen Toxizität und Halluzinogenität abgelehnt.

    Anleitung & Dosierung

    Quellen: [1] [3]

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