Donum ∞ Dei
Foto von Engelstrompeten

© Claus Ableiter · CC BY-SA 3.0 · Commons

Engelstrompeten

Giftig🐾

Brugmansia · (Brugmansia arborea)

Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Beschreibung

Die Engelstrompeten (Brugmansia) sind eine Pflanzengattung der Nachtschattengewächse. Ursprünglich in Südamerika verbreitet, wird die Pflanze wegen der auffälligen Blüten inzwischen weltweit kultiviert. Durch den hohen Anteil an Alkaloiden sind alle Pflanzenteile hochgiftig.

  • UmschlagBlattÄußerlichVolksmedizin

    Traditionelle äußere Anwendung in Südamerika: zerquetschte oder erhitzte Engelstrompeten-Blätter werden in der Volksmedizin als Umschlag bei Rheuma, Arthritis, Muskelschmerzen, Prellungen und Hautentzündungen aufgelegt. Lokale anticholinerge Wirkung der Tropanalkaloide reduziert oberflächlich Schmerz und Spasmen. Wichtig: Tropanalkaloide werden über die Haut resorbiert — systemische Vergiftungen sind beschrieben. Keine Laienanwendung.

    Anleitung & Dosierung

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Nur historische Dokumentation — NICHT anwenden

Diese inneren Anwendungen sind historisch überliefert. Diese Pflanze ist hochgiftig — eine Selbstanwendung kann schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Nur zur Dokumentation, ausdrücklich KEINE Handlungsempfehlung.

  • TinkturBlattInnerlichVolksmedizin

    Schamanische und divinatorische Verwendung in der Volksmedizin der nordperuanischen Anden (Kurandero-Tradition): Brugmansia arborea und verwandte Arten ('Floripondio', 'Misha', 'Borrachero') werden seit präkolumbianischer Zeit für Initiationsrituale, Visionssuche und Heilzeremonien eingesetzt. De Feo (2004) dokumentiert Anwendung in der Kombination mit Trichocereus pachanoi (San-Pedro-Kaktus) in den Mesa-Ritualen. Wirkmechanismus: zentrale anticholinerge Delir-Auslösung durch Scopolamin. Keine Anwendungsempfehlung — Vergiftungen häufig, Halluzinationen werden als 'erschreckend' beschrieben.

    Anleitung & Dosierung

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  • TinkturBlüteInnerlichVolksmedizin

    Historische Verwendung der Blüten in kolumbianischen und ecuadorianischen Heiltraditionen ('Borrachero blanco'). Heiler trockneten und zerkleinerten die Blüten für rituelle Räucherungen oder gaben sie patientengerichtet als Kaltauszug, um Trance- und Visionszustände auszulösen — historisch belegt für Diebstahls- und Hexerei-Mythen (Robles-Mythos, Kolumbien). Modern dokumentiert: kriminelle Anwendung von konzentrierten Scopolamin-Extrakten ('Devil's Breath') gegen Tourists in Bogotá — keinerlei therapeutische Rolle.

    Anleitung & Dosierung

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  • TinkturBlattInnerlichVolksmedizin

    Homöopathische Verwendung (Brugmansia D6–D12) bei Schreckhaftigkeit, halluzinatorischen Zuständen, Albträumen und Schlafstörungen mit Bildern von Verfolgung — analog zur Datura-Indikation in der klassischen Homöopathie. Ab D12 sind keine pharmakologisch wirksamen Alkaloidmengen mehr enthalten. Tieferpotenzen (unter D6) sind in Deutschland nicht im freien Handel.

    Anleitung & Dosierung

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  • RohSamenInnerlichVolksmedizin

    Rein ethnobotanisch-historische Dokumentation der Samenverwendung in präkolumbianischen Inka-/Chibcha-Bestattungsritualen: Engelstrompeten-Samen wurden mit Maisbier und Tabak vermischt und Frauen sowie Sklaven Verstorbener verabreicht, bevor diese lebendig mitbestattet wurden (laut spanischen Chronisten des 16. Jahrhunderts). Heute ohne jegliche Anwendungsempfehlung — Samen enthalten die höchste Scopolamin-Konzentration und sind potentiell letal bereits in kleinsten Mengen.

    Anleitung & Dosierung

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  • InhalationBlattInnerlichVolksmedizin

    Historische Asthma-Räucherungen mit Engelstrompeten-Blättern: vor der Anerkennung von Asthma als allergische Entzündung wurden Brugmansia-Blätter (zusammen mit Datura- und Hyoscyamus-Blättern) als 'Anti-Asthma-Pulver' oder 'Stramonium-Zigaretten' verbrannt und inhaliert — anticholinerge Bronchodilatation durch Atropin/Scopolamin. Seit Einführung von β2-Sympathomimetika und inhalativen Kortikosteroiden vollständig obsolet, wegen Toxizität und Halluzinogenität abgelehnt.

    Anleitung & Dosierung

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