© John Torrey, M.D., F.L.S. (A Flora of the State of New-York, Vol. 1, 1843) · Public domain · Commons
Traubensilberkerze
VorsichtBlack cohosh · (Actaea racemosa)
Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Beschreibung
Aus dichten Blattrosetten schiebt die Traubensilberkerze im Hochsommer schlanke, bis zu zwei Meter hohe Blütenkerzen mit unzähligen cremeweißen Staubblättern — ein auffälliger Anblick in den Laubwäldern des östlichen Nordamerika, aus denen sie stammt. Genutzt wird nicht die Blüte, sondern der im Herbst gegrabene, dunkle Wurzelstock. Er enthält Triterpenglykoside wie Actein und 23-epi-26-Deoxyactein sowie phenolische Säuren, darunter Fukinolsäure. Für den Trockenextrakt aus dem Wurzelstock führt die europäische Arzneimittelbehörde EMA die Anwendung bei Hitzewallungen und vermehrtem Schwitzen in den Wechseljahren als gut belegt; traditionell wurden damit auch Schlafstörungen und nervöse Reizbarkeit behandelt. Wichtig zu wissen: In seltenen Fällen wurden schwere Leberschäden im Zusammenhang mit solchen Zubereitungen berichtet. Ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht bewiesen, doch bei Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Gelbfärbung der Haut sollte die Einnahme beendet und ärztlicher Rat gesucht werden.
In der Schwangerschaft KONTRAINDIZIERT
In der Schwangerschaft nicht anwenden. Sicherheit und Unbedenklichkeit sind nicht ausreichend belegt, und die Indikation (Wechseljahresbeschwerden) betrifft nicht Schwangere.
In der Stillzeit KONTRAINDIZIERT
In der Stillzeit nicht anwenden, da keine ausreichenden Daten zur Sicherheit für das gestillte Kind vorliegen.
Bei Kindern KONTRAINDIZIERT
Nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Die Anwendung ist auf erwachsene Frauen mit Wechseljahresbeschwerden beschränkt; für jüngere Personen liegen keine ausreichenden Daten vor.
Hauptanwendung: Linderung von Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, vermehrtem Schwitzen, Schlafstörungen und nervöser Reizbarkeit. Die EMA (HMPC) führt den Wurzelstock-Trockenextrakt bei Hitzewallungen und Schwitzen unter 'well-established use'; die breitere traditionelle bzw. erfahrungsheilkundliche Anwendung (auch Schlafstörungen und nervöse Reizbarkeit, wie in der ESCOP-Monografie) wird hier als traditionelle Anwendung eingeordnet. Der Wirkmechanismus ist nicht endgültig geklärt; diskutiert wird eine zentralnervöse (nicht primär östrogenartige) Wirkung des Gesamtextrakts.
Anleitung & Dosierung
Angewendet werden überwiegend fertige, standardisierte Trockenextrakte aus dem Wurzelstock (z. B. trockener ethanolischer Extrakt, Droge-Extrakt-Verhältnis etwa 5-10:1, oder isopropanolischer Extrakt), kein selbst angesetzter Tee oder Frischauszug. Die übliche Tagesdosis entspricht etwa 40 mg getrocknetem Wurzelstock und liefert je nach Präparat rund 5-6,5 mg Nativextrakt täglich; die genaue Dosierung richtet sich nach dem jeweiligen Fertigarzneimittel und dessen Packungsbeilage. Die hier angegebenen Milliliter-Werte beziehen sich auf flüssige ethanolische Zubereitungen und sind nur ein grober Anhalt. Die Wirkung tritt nicht sofort, sondern oft erst nach mehreren Wochen ein. Halten die Beschwerden an oder verschlimmern sie sich, ist ärztlicher Rat einzuholen; ohne ärztliche Rücksprache sollte die Anwendung 6 Monate nicht überschreiten.
- Flüssigkeit
- 1–2 ml
- Anwendungen/Tag
- 2×
- Max. Anwendungsdauer
- 26 Wochen
⚠ Altersbeschränkung: ≥ 18 Jahre — Nur für erwachsene Frauen. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, da hierfür keine ausreichenden Daten vorliegen und die Indikation (Wechseljahresbeschwerden) Erwachsene betrifft.
In seltenen Fällen wurden im Zusammenhang mit Zubereitungen aus dem Wurzelstock ernste Leberschäden (bis hin zum Leberversagen) berichtet; ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht zweifelsfrei belegt, eine Häufigkeit ist nicht bekannt. Bei ersten Anzeichen einer Leberschädigung - etwa Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gelbfärbung von Haut oder Augen (Gelbsucht), dunkler Urin oder starke Oberbauchschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen - die Einnahme sofort beenden und einen Arzt aufsuchen. Personen mit einer Lebererkrankung in der Vorgeschichte sollten Cimicifuga-Präparate nur mit Vorsicht und ärztlicher Begleitung anwenden. Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit. Bei Brustkrebs in der Vorgeschichte oder anderen hormonabhängigen (östrogenabhängigen) Erkrankungen nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden. Nicht für Personen unter 18 Jahren. Bei bekannter Überempfindlichkeit nicht anwenden. Verschlimmern sich die Beschwerden, ärztlichen Rat einholen.
In der Schwangerschaft nicht anwenden. Sicherheit und Unbedenklichkeit sind nicht ausreichend belegt, und die Indikation (Wechseljahresbeschwerden) betrifft nicht Schwangere.
In der Stillzeit nicht anwenden, da keine ausreichenden Daten zur Sicherheit für das gestillte Kind vorliegen.
Nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Die Anwendung ist auf erwachsene Frauen mit Wechseljahresbeschwerden beschränkt; für jüngere Personen liegen keine ausreichenden Daten vor.
Wechselwirkungen
potenziell leberschädigende Arzneimittel (hepatotoxische Substanzen)
Da in seltenen Fällen Leberschäden berichtet wurden, ist bei gleichzeitiger Anwendung anderer potenziell leberschädigender Arzneimittel theoretisch erhöhte Vorsicht geboten; die Leberfunktion sollte beobachtet werden. Ein gesicherter pharmakologischer Interaktionsmechanismus ist nicht belegt.
Tamoxifen / endokrine Brustkrebstherapie und CYP-Substrate
Eine Wechselwirkung mit Tamoxifen und anderen endokrinen Brustkrebstherapien sowie ein Einfluss auf Cytochrom-P450-Enzyme wurden diskutiert, sind aber überwiegend theoretisch bzw. nicht eindeutig belegt. Bei hormonabhängigen Tumoren und entsprechender Therapie nur nach ärztlicher Rücksprache.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wurzelstock (Actaea/Cimicifuga racemosa).
- Bestehende oder frühere Lebererkrankung (nur mit Vorsicht und ärztlicher Begleitung).
- Schwangerschaft.
- Stillzeit.
- Östrogenabhängige Tumoren bzw. Brustkrebs in der Vorgeschichte - nur nach ärztlicher Rücksprache (Vorsicht).
Erntet wird: Wurzelstock und Wurzeln (im Herbst nach dem Absterben des oberirdischen Krauts)
- Tageszeit:
- Im Herbst nach dem Welken des oberirdischen Krauts und der Fruchtreife.
- Trocknung:
- Wurzelstock und Wurzeln gründlich von Erde befreien, ggf. längs teilen und langsam, schonend trocknen, bis sie hart und brüchig sind; trocken, kühl und dunkel lagern. Für arzneiliche Zwecke werden überwiegend standardisierte Fertigextrakte verwendet.
- Triterpenglykoside / Triterpensaponine (u. a. Actein)SaponinAnteil: ~beträchtlich (Leitsubstanzgruppe)Wurzelstock
Charakteristische Leitstoffgruppe des Wurzelstocks: cycloartanartige Triterpenglykoside, insbesondere Actein. Sie gelten als wichtige Marker für die analytische Standardisierung der Extrakte.
- 23-epi-26-Deoxyactein (früher 27-Deoxyactein)SaponinWurzelstock
Eines der mengenmäßig bedeutenden Triterpenglykoside und ein häufig verwendeter Standardisierungs- bzw. Analysenmarker für Cimicifuga-Extrakte.
- Cimicifugosid (Cimicifugoside)SaponinWurzelstock
Weiteres charakteristisches Triterpenglykosid des Wurzelstocks.
- Cimicifugasäuren und Fukinolsäure (phenolische Säuren)PhenolsäureWurzelstock
Phenolische Säuren wie Cimicifugasäuren und Fukinolsäure; sie tragen zum Wirkstoffprofil bei und werden teils ebenfalls analytisch erfasst.
- Formononetin (Isoflavon) - historisch berichtet, später bestrittenFlavonoidWurzelstock
Das Isoflavon Formononetin wurde früher als möglicher östrogenartiger Bestandteil berichtet, in handelsüblichen ethanolischen bzw. isopropanolischen Zubereitungen aber später nicht bestätigt. Es erscheint allenfalls in bestimmten methanolischen Extrakten - die östrogenartige Aktivität über Formononetin gilt heute als nicht belegt.
- Gerbstoffe (Tannine)GerbstoffWurzelstock
Im Wurzelstock kommen außerdem Gerbstoffe vor, die zum adstringierenden Charakter der Droge beitragen.
- [1]MonographieEuropean Medicines Agency (HMPC) - European Union herbal monograph on Cimicifuga racemosa (L.) Nutt., rhizoma (black cohosh), Revision 1, 27 March 2018 (EMA/HMPC/48745/2017)(abgerufen: 2026-06-12)
- [2]MonographieEMA/HMPC/48744/2017 - Assessment report on Cimicifuga racemosa (L.) Nutt., rhizome, Revision 1 (final, 27 March 2018)(abgerufen: 2026-06-12)
- [3]MonographieEMEA Public Statement on herbal medicinal products containing Cimicifugae racemosae rhizoma (black cohosh, rhizome) - Serious hepatic reactions (EMEA/HMPC/269258/2006)(abgerufen: 2026-06-12)
- [4]MonographieESCOP / empirical-medicine summary of Cimicifugae racemosae rhizoma for climacteric complaints (hot flushes, profuse sweating, sleep disorders, nervous irritability) - Altmeyers Encyclopaedia, Phytotherapy(abgerufen: 2026-06-12)
- [5]WikipediaTraubensilberkerze - Wikipedia (Deutsch)(abgerufen: 2026-06-12)
- [6]WikipediaActaea racemosa - Wikipedia (English)(abgerufen: 2026-06-12)
- [8]CommonsCimicifuga racemosa (Actaea racemosa), botanical plate from John Torrey, A Flora of the State of New-York, Vol. 1, 1843 - Wikimedia Commons (public domain)(abgerufen: 2026-06-12)
- [7]WikidataActaea racemosa (Q161358) - Wikidata(abgerufen: 2026-06-12)
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